Unterhaltung

K-Pop-Band mit Corona verglichen Bayern-3-Moderator erntet weltweit Kritik

232738550.jpg

BTS gehört zu den bekanntesten Vertretern des K-Pop.

(Foto: picture alliance / zz/John Nacion/STAR MAX/IPx)

Ein bayerischer Radiomoderator spricht in seiner Show abfällig über die erfolgreiche südkoreanische Musikgruppe BTS. Hunderttausende Fans aus aller Welt werfen ihm Rassismus vor. In einem Statement entschuldigt sich der Sender Bayern 3. Der Moderator selbst schweigt.

Der Radiomoderator Matthias Matuschik hat mit Äußerungen über eine südkoreanische Musikband heftige Diskussionen hervorgerufen. In seiner Show "Matuschke" verglich er am Donnerstagabend die Boygroup BTS unter anderem mit dem Coronavirus. Fans der Band warfen dem Moderator daraufhin Rassismus vor. Über eine Million Menschen twitterten unter dem Hashtag "Bayern3Racist" über den Vorfall, welcher zwischenzeitlich zu den weltweiten Trends der Plattform gehörte.

Matuschik nahm eine Coverversion der Pop-Band von Coldplays "Fix you" zum Anlass, um über die vor allem bei jungen Menschen beliebte Gruppe herzuziehen. Im Hinblick auf das Coronavirus sagte Matuschik, die Gruppe sei wie "irgendein Scheißvirus, wogegen es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung gibt", berichten mehrere Medien. Er bezeichnete die Bandmitglieder als "kleine Pisser", die für ihre Musik in "Nordkorea Urlaub machen, für die nächsten 20 Jahre".

Auf Twitter reagierten BTS-Fans erzürnt. Viele wähnten hinter den Aussagen rassistische Motive und bezogen sich auf einen Anstieg der Übergriffe gegen Asiaten und asiatisch aussehende Menschen im Zuge der Corona-Pandemie. Insbesondere rechte Kreisen geben China die Schuld an dem Virus.

Ein Vorwurf, dem Matuschik noch in seiner Sendung entgegenwirken wollte: "Nichts gegen Südkorea, man kann mir jetzt nicht Fremdenfeindlichkeit unterstellen, nur weil diese Boy-Band aus Südkorea ist. Ich habe ein Auto aus Südkorea. Ich habe die geilste Karre überhaupt."

Der Sender Bayern 3 veröffentlichte daraufhin auf seiner Website ein Statement zu dem Vorfall. Matuschik sei bei dem Versuch, seine Meinung ironisch-überspitzt zu äußern, in seiner Wortwahl übers Ziel hinausgeschossen. Der Moderator habe nur seinen persönlichen Geschmack zum Ausdruck bringen wollen. Gleichzeitig betonte Bayern 3 Matuschiks bisheriges Engagement gegen Rechtsextremismus. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit "liegen ihm absolut fern", hieß es. Dafür, dass viele die Aussagen als rassistisch empfunden haben, entschuldigte sich der Sender jedoch "in aller Form". Matuschik selbst äußerte sich nach der Sendung bislang nicht.

Die siebenköpfige Boygroup BTS gehört zu den erfolgreichsten Vertretern des K-Pop. Die Band feiert auch abseits ihrer Heimat Südkorea große Erfolge und ist für ihre loyale Anhängerschaft bekannt. Ihr Song "Dynamite" ist in diesem Jahr für einen Grammy-Award nominiert.

Quelle: ntv.de, mdi

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.