Diffamierender PostBill Kaulitz legt sich mit AfD-Politiker an - und siegt

Bill Kaulitz wehrt sich erfolgreich gegen diffamierende Posts des Berliner AfD-Politikers Julian Adrat zur Homosexualität des Tokio-Hotel-Sängers. Das Hamburger Gericht erlässt eine einstweilige Verfügung.
Eine Haarpflegewerbung mit Bill Kaulitz sei ein "zivilisatorischen Totalschaden" und die "unmittelbare Folge des sogenannten Feminismus", schrieb der Berliner AfD-Politiker Julian Adrat auf X. In einem weiteren Post äußerte er sich zudem abwertend über die Homosexualität des Tokio-Hotel-Sängers. Es seien "wirklich ganz eklige, hasserfüllte Kommentare" gewesen, erklärt Bill Kaulitz in einer Episode seines Podcasts "Kaulitz Hills - Senf aus Hollywood". Statt diese hinzunehmen, reagierte der Musiker.
Wie das Magazin "Spiegel" berichtet, soll Kaulitz eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt haben, die Adrat zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung aufgefordert habe. Damit hätte sich der AfD‑Politiker verpflichtet, entsprechende Aussagen künftig zu unterlassen. Dies soll Adrat zunächst abgelehnt haben. Kaulitz' Anwälte sollen daraufhin eine einstweilige Verfügung beantragt haben, die das Landgericht Hamburg erlassen hat.
Im Gerichtsbeschluss, der dem "Spiegel" vorliegen soll, sollen die Äußerungen Adrats als "massive Abwertung des Antragstellers, die sich an dessen sexueller Orientierung ausrichtet und den Antragsteller gezielt diffamiert" bezeichnet werden. Adrat wurde untersagt, die Äußerungen über Kaulitz weiterzuverbreiten. Bei Verstoß droht ihm ein Ordnungsgeld. Der AfD-Politiker löschte die entsprechenden Beiträge daraufhin.
"AfD-Vollidiot"
Kaulitz erklärte im Podcast, dass er solche homophoben Äußerungen üblicherweise ignoriere und nicht abmahne, doch weil Adrat "so ein AfD‑Vollidiot" sei, könne man "dem mal einen reinwürgen". "Wenn man so was postet, dann kriegt man öfter mal Post von mir", kündigte er zudem in Richtung aller AfD-Anhänger an, die auf ähnliche Ideen kommen könnten.
Bereits im vergangenen Februar hatten Bill Kaulitz und sein Bruder Tom in ihrem Podcast deutlich gemacht, was sie von der AfD halten, in dem sie dazu aufriefen, "ganz unbedingt gegen den Rechtsruck" zu wählen.