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"Was er mir gestanden hat"Collien Fernandes legt konkret nach

26.03.2026, 18:48 Uhr
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Meldet sich erneut zu Wort: Collien Fernandes. (Foto: IMAGO/STAR-MEDIA)

"Virtuelle Vergewaltigung" - der Vorwurf, den Collien Fernandes gegen ihren Ex Christian Ulmen erhoben hat, ist glasklar formuliert. Trotzdem entbrennt zuletzt eine Debatte darüber, was genau er denn getan hat. Fernandes erhebt nun sehr deutlich die Stimme.

Als der "Spiegel" vergangene Woche seinen Bericht über die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen veröffentlichte, erfuhr die Schauspielerin und Moderatorin zunächst viel Solidarität. Doch zuletzt wurden immer wieder auch offene Fragen in der Angelegenheit aufgeworfen und Diskussionen darüber angestoßen, was dem 50-Jährigen denn nun im Detail angelastet wird.

So wurde etwa thematisiert, dass Fernandes inzwischen nicht nur in Spanien Anzeige gegen Ulmen erstattet hat, sondern dies bereits 2024 auch in Deutschland getan hatte. Hierzulande wurden die Ermittlungen jedoch im vergangenen Juni eingestellt.

Laut Staatsanwaltschaft antwortete Fernandes nicht auf ein Schreiben der Behörden mit der Bitte um weitere Unterlagen zu dem Fall. Fernandes dagegen sagte dazu dem "Tagesspiegel", bei ihr habe sich niemand gemeldet. Nicht auszuschließen, dass sie das Schreiben nie erhalten hat, nachdem sie ihren Hauptwohnsitz nach Mallorca verlegt hatte - es soll an eine den Behörden bekannte Adresse in Schleswig-Holstein verschickt worden sein. Es könnte sein, dass angesichts der jüngsten Entwicklungen auch die Ermittlungen in Deutschland wieder aufgenommen werden.

Deepfakes - ja oder nein?

Zudem kamen in den vergangenen Tagen auf einmal Zweifel daran auf, was Ulmen genau getan haben soll. Vielfach wurde in Berichten erwähnt, der Schauspieler habe sogenannte Deepfakes - also mithilfe von Künstlicher Intelligenz gefälschte Aufnahmen - seiner Frau verbreitet. Das lässt sich jedoch bei genauer Betrachtung der im "Spiegel" formulierten Vorwürfe nicht exakt herauslesen.

Zwar ist neben physischer Gewalt glasklar von "virtueller Vergewaltigung" die Rede. In diesem Kontext ist jedoch etwa von Telefonsex mit der Stimme von Fernandes oder pornografischen Videos die Rede, bei denen nur so getan werde, als würden sie die 44-Jährige zeigen. Dass Ulmen selbst echte Deepfakes erstellt und verbreitet hat, ist deshalb möglicherweise eine zu weitgehende Interpretation und Schlussfolgerung - oder?

Auch Fernandes hat die Diskussion verfolgt, wie aus einem neuen Beitrag auf ihrer Instagram-Seite hervorgeht. Unter der Überschrift "Christian Ulmen und die Deepfakes. Was er mir gegenüber gestanden hat", geht sie auf mehreren Texttafeln darauf ein und macht deutlich, wie sehr ihr das Sezieren ihrer Vorwürfe gegen den Strich geht.

"Ein Degradierungsfetisch"

"Er habe einen sexuellen Fetisch entwickelt, mit dem er nicht aufhören konnte. Ein Degradierungsfetisch. Es macht ihn geil, mich zu erniedrigen und mich auf eine Art in meinem beruflichen Umfeld zu präsentieren, von der er wusste, dass ich sie schrecklich finden würde", leitet sie ihre konkrete Schilderung seines mutmaßlichen Geständnisses ihr gegenüber ein. Sie ergänzt: "Das gibt ihm ein Gefühl von Macht! Macht über mich!"

Zu den Taten, die sie ihrem Ex-Mann anlastet, führt Fernandes aus: "Er hat im Laufe der letzten in etwa 10 Jahre diverse Fake-Profile unter meinem Namen auf Social Media erstellt. Er hat männliche User kontaktiert, fremde Männer und Männer aus meinem beruflichen Umfeld. Er hat eine Geschichte verschickt, die er erotisch fand (…), er hat pornografische Videos und erotische Fotos verschickt."

Ulmen sei wichtig gewesen, "dass alles glaubwürdig wirkt und dass das erotische Material privat anmutet, so als habe ich mich heimlich beim Sex gefilmt, selbst nackt aufgenommen".

"Ich verfluche die Presse"

Mit etwa 30 Männern habe ihr Ex-Mann so in ihrem Namen Online-Affären inklusive Telefonsex gehabt, erklärt Fernandes. Auch sexuelle Treffen habe er dabei in Aussicht gestellt, diese dann aber kurzfristig abgesagt. Insgesamt habe Ulmen noch "weit mehr als diese 30 Männer" angeschrieben. Aber: "Nicht jeder hat sich darauf eingelassen."

Mit Blick auf die Frage nach den Deepfakes merkt Fernandes schließlich mit bitterer Ironie an: "Kleines Quiz: Wenn mir Männer sagen, die mit 'Collien' in Kontakt standen, dass sie ein Gangbangvideo von mir gesehen haben - VON MIR (!), nicht von Frauen, die mir ähnlich sehen -, dann gibt es doch zwei Möglichkeiten: Möglichkeit a) bei meinem letzten Gangbang lief eine Kamera mit oder Möglichkeit b) es ist ein Deepfake, eine Montage, ein was auch immer. So und jetzt ratet mal, was wahrscheinlicher ist."

Auch mit den Medien geht die Schauspielerin ins Gericht. "Ich verfluche die Presse dafür, dass ich im 5-Minuten-Takt 30-seitige Fragebögen bekomme, die ich bitte schnellstmöglich beantworten möge", kritisiert sie den Druck, der ihr gemacht werde. "Und wenn ich das alles nicht schaffe, wird aus jeder nicht beantworteten Frage eine Verschwörungsstrategie gestrickt", ergänzt sie und unterstreicht in Versalien: "ICH KOMME NICHT MEHR HINTERHER! ICH KANN NICHT MEHR!"

Zwei simple Fragen

Zugleich fordert sie dazu auf, "dem Täter doch mal Fragen - zwei ganz simple" zu stellen: "Waren Sie Ihrer Frau gegenüber gewalttätig? Haben Sie im Namen Ihrer Frau Fake-Profile erstellt und unter ihrem Namen pornografisches Material verschickt? Ja? Nein?"

Mit Blick darauf, dass die Berichterstattung so "einseitig" sei, da bislang ja nur sie sich in der Angelegenheit persönlich und ausführlich geäußert hat, erklärt Fernandes: "Der Täter möchte NICHTS unter Eid aussagen! GAR NICHTS! Ich schon. Überlegt doch mal, warum ..."

Ulmen schweigt trotz zahlreicher Medienanfragen weiterhin zu den Vorwürfen seiner früheren Frau. Auch sein Anwalt meldete sich bis dato mit nur einer Stellungnahme zu Wort, in der er den "Spiegel"-Bericht zu den Anschuldigungen als "rechtswidrig" bezeichnete. Es handele sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung". Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet". Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: ntv.de, vpr

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