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Kein Vorentscheid zum ESC? Deutscher Teilnehmer soll schon feststehen

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S!sters landeten in Tel Aviv nur auf dem vorletzten Platz - wird jetzt alles besser?

(Foto: picture alliance/dpa)

Das jahrelange Hickhack um das deutsche Auswahlverfahren für den Eurovision Song Contest nimmt offenbar kein Ende. Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren am Vorentscheid geschraubt. Und auch in diesem Jahr soll es wieder eine Neuerung geben: die Abschaffung des Vorentscheids.

Andreas Kümmert gewinnt den Vorentscheid und will dann doch nicht zum Eurovision Song Contest (ESC) nach Wien fahren. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) bestimmt Xavier Naidoo zum deutschen ESC-Teilnehmer in Stockholm, muss ihn aber nach massiven Protesten zurückziehen. Das Duo S!sters vertritt Deutschland beim Wettbewerb in Tel Aviv, nachdem es sich erst nachträglich irgendwie in den Vorentscheid gemogelt hatte. Und dazwischen: immer wieder unbefriedigende Platzierungen der deutschen Kandidaten in den Final-Shows des Song Contests.

Mit anderen Worten: Ein bisschen Trubel um den ESC-Beitrag gehörte hierzulande in den vergangenen Jahren stets dazu. Und diese Tradition scheint sich fortzusetzen. Auch um den Interpreten, der Deutschland am 16. Mai beim diesjährigen ESC-Finale im niederländischen Rotterdam vertreten soll, herrscht nun blanke Aufregung.

Neuanfang nach "radikalem Neuanfang"?

Der Grund: ein Bericht der "Bild"-Zeitung. Demnach haben die Verantwortlichen für den deutschen ESC-Beitrag beim NDR in diesem Jahr mal wieder alles umgekrempelt. Dabei hatte es erst vor zwei Jahren einen - wie es damals hieß - "radikalen Neuanfang" beim Vorentscheid gegeben. Der brachte unter anderem ein 100-köpfiges "Europa-Panel" und eine internationale Experten-Jury, die seither neben den Fernsehzuschauern über die deutsche ESC-Hoffnung mitentschieden.

Doch das ist womöglich nun auch schon wieder Schnee von gestern. Denn stimmt die "Bild"-Berichterstattung, dann gibt es in diesem Jahr kein "Europa"-Panel mehr. Auch die Experten-Jury wäre passé. Ja, sogar der ganze Vorentscheid gehörte der Vergangenheit an!

Nach Informationen der Zeitung steht nämlich bereits fest, wer in diesem Jahr für Deutschland nach Rotterdam fährt. Der NDR habe heimlich einen Direkt-Kandidaten auserkoren - und die Veranstaltung eines Vorentscheids wie in den vergangenen Jahren gekippt, heißt es. Die Katze, wer es demnach konkret im diesjährigen ESC-Finale für Deutschland richten soll, ist allerdings noch nicht aus dem Sack.

Kein Ort und kein Termin

Der NDR wurde von der Veröffentlichung dieser Nachricht anscheinend überrumpelt. Auf Anfrage der Agentur "Spot On" hieß es bei dem Sender lediglich: "Den Bericht der 'Bild'-Zeitung können wir so nicht bestätigen. Erste Informationen über die Planungen zum ESC wird der NDR Ende dieses Monats herausgeben. Bis dahin bitten wir um Geduld."

Auffällig und ungewöhnlich ist jedoch auf jeden Fall, dass es bisher noch keine Informationen über Ort und Zeitpunkt eines möglichen Vorentscheids gibt. In den vergangenen Jahren fand dieser in der Regel im Februar statt und wurde bereits Wochen zuvor angekündigt. In diesem Jahr muss jedes Land spätestens bis 9. März erklären, wer es, mit welchem Song beim ESC-Finale in Rotterdam vertritt.

Quelle: ntv.de, vpr