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Auf unbestimmte Zeit Die Queen bleibt in Quarantäne

Zuletzt tritt Queen Elizabeth II. Anfang März öffentlich auf. Zehn Tage später muss die 94-Jährige auf Schloss Windsor in die Corona-Isolation. An diesem Zustand soll sich so bald auch nichts ändern. Experten befürchten jetzt sogar, die Queen könnte ihre gewohnten öffentlichen Aufgaben nie wieder wahrnehmen.

Queen Elizabeth II. wird wohl auf unbestimmte Zeit mit Prinz Philip auf Schloss Windsor bleiben. Der Zeitung "The Times" zufolge bestätigten Palastmitarbeiter, dass die Sicherheit der Monarchin während der Corona-Krise nicht gefährdet werde.

Die Queen kehrt normalerweise im Mai aus Windsor in den Buckingham Palast zurück. Dies sei momentan ausgeschlossen, heißt es. Die 94-Jährige gehört wegen ihres Alters zur Hochrisikogruppe in der Corona-Krise. Niemand wolle ihr Leben riskieren - schon gar nicht "mit Blick auf eine drohende zweite Infektionswelle" noch in diesem Jahr, zitierte die "Times" eine nicht näher genannte Quelle aus dem Umfeld der Königin. Es könnte der Zeitung zufolge die längste Abwesenheit der Queen in ihrer 68-jährigen Regentschaft werden.

Nach Angaben des Buckingham-Palastes ist die Königin auch in der Isolation ziemlich fleißig. "Die Queen ist weiterhin beschäftigt", teilte eine Sprecherin mit. Sie sichte täglich Regierungsdokumente. Einmal pro Woche telefoniere sie mit Premier Boris Johnson. Zur möglichen Länge des Aufenthalts der Queen in Windsor wollte der Palast sich aber nicht äußern. Solche Berichte seien "spekulativ".

"Es wäre viel zu riskant"

"Trooping the Colour", die alljährliche Militärparade im Juni zu Ehren des Geburtstages der Monarchin, wurde allerdings bereits abgesagt. Auch weitere Veranstaltungen und Feste der Queen finden dem Bericht zufolge in den kommenden Monaten nicht statt. "Die Königin wird nichts tun, was gegen die Empfehlungen für Menschen ihres Alters verstößt, und sie wird alle Ratschläge befolgen", zitiert die "Times" die Quelle aus dem Palast. Es gebe Diskussionen darüber, was im Oktober möglich wäre und was nicht. Nach London werde Elizabeth II. erst zurückkehren, wenn ihr dazu geraten werde, so der Insider, der hinzufügte: "Ich denke nicht, dass wir sie in nächster Zeit wiedersehen werden."

Royal-Experte Andrew Morton befürchtet sogar, dass Elizabeth II. ihre gewohnten öffentlichen Aufgaben nie mehr wahrnehmen kann und sich nur noch wie zuletzt mit TV- oder Video-Beiträgen zu Wort melden wird: "Es ist schrecklich traurig", aber er könne sich nicht vorstellen, wie sie ihre Pflichten wieder aufnehmen könnte, sagte er "The Sun". "Das Coronavirus wird nicht so bald verschwinden und wird Monate, wenn nicht Jahre hier sein. Es wäre viel zu riskant für die Königin, regelmäßig Leute zu treffen."

Gesellschaft von Prinz Philip

Ob sich die Queen wohl auf Schloss Windsor, das etwa eine Autostunde von der britischen Hauptstadt entfernt liegt, einsam fühlt? Zumindest Ehemann Prinz Philip ist an ihrer Seite. Er wird im kommenden Monat schon 99 Jahre alt und ist nicht bei so guter Gesundheit wie seine Frau. Erst kurz vor Weihnachten musste er für einige Tage in eine Londoner Klinik. Was er genau hatte, wurde nie mitgeteilt. Doch für fast 100 war auch Philip, der immer viel Sport gemacht hat und großen Wert auf eine gesunde Ernährung legt, bislang noch ziemlich rüstig.

Der Herzog von Edinburgh verbringt die meiste Zeit, seitdem er seine offiziellen Aufgaben aufgegeben hat, auf dem englischen Landsitz Sandringham. Wegen der Pandemie wurde Philip aber schon vor Wochen per Hubschrauber nach Windsor gebracht. Das Paar wird dort Berichten zufolge von einem kleinen Stab von Mitarbeitern betreut - unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Mit ihrer Familie, darunter Enkel Prinz Harry in den USA und Thronfolger Prinz Charles, sollen die beiden telefonisch oder per Videocall Kontakt halten.

Buckingham-Palast für Besucher geschlossen

Der Buckingham-Palast darf in diesem Sommer nicht besichtigt werden. Garten-Partys der Queen fallen ebenso aus wie die erwähnte Geburtstagsparade. Wann das normale Leben für Elizabeth II. und ihr Volk wohl weitergeht? Unklar. Großbritannien ist inzwischen das Land mit den meisten Corona-Todesopfern in Europa.

Anfang April rief sie ihre Landsleute in einer historischen Rede zum Durchhalten auf. "Es werden wieder bessere Tage kommen, wir werden mit unseren Freunden vereint sein, wir werden mit unseren Familien vereint sein", sagte die Queen. Und sie betonte in ihrer Rede an die Nation: "We shall meet again" - Wir werden uns wiedersehen.

Quelle: ntv.de, nan/spot/dpa