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Eine Figur der "Simpsons" ist gestorben - wird es nun Fanproteste geben? (Szene aus "Die Simpsons - Der Film")
Eine Figur der "Simpsons" ist gestorben - wird es nun Fanproteste geben? (Szene aus "Die Simpsons - Der Film")(Foto: imago stock&people)
Montag, 29. September 2014

Knapp daneben ist auch vorbei: Die "Simpsons" beerdigen eine Figur

Von Markus Lippold

Viel wurde spekuliert im Vorfeld. Doch am Ende war der angekündigte Tod einer Figur der Hitserie "Die Simpsons" weniger spektakulär als gedacht. Für die Produzenten hat die Sache aber auch etwas Gutes.

In den USA ist die 26. Staffel der "Simpsons" gestartet. Um das erlahmende Interesse an der Erfolgsserie neu anzufachen, kündigten die Produzenten bereits ein Jahr im Voraus an, dass in der Auftaktepisode eine Figur sterben würde. Seitdem verdichteten sich die Hinweise, wurden kleine Happen an die Fans ausgegeben.

Nun wurde die Episode ausgestrahlt - und es wird deutlich, dass die Macher mit ihrer Ankündigung übertrieben haben. Einen wichtigen Charakter ("major character") werde es erwischen, hatte Produzent Al Jean im Vorfeld angekündigt und noch ein paar weitere Andeutungen gemacht.

Kein Wunder, dass Medien weltweit - so auch n-tv.de - das Thema aufgriffen und spekulierten, wen es erwischen könnte. Als Favorit galt dabei Krusty der Clown, schließlich drehte sich die gesamte Episode um ihn. Die deutsche Wikipedia-Seite erklärte ihn daher bereits im Vorfeld für tot - und behielt den Eintrag auch nach Ausstrahlung der Episode bei (Stand: Montag 9:48 Uhr).

Al Jean selbst waren die ausufernden Gerüchte am Ende wohl selbst zu viel und er versuchte, die hohen Erwartungen zu bremsen. So teilte er mit, es handele sich weniger um eine wichtige Figur, sondern um einen beliebten Charakter aus Springfield.

Vorsicht, Spoiler!

Nach Ausstrahlung der Episode kann man zumindest sagen, dass seine Andeutungen zum Großteil zutrafen: Die Figur ist mindestens zweimal in der Serie aufgetaucht und ihr Sprecher hat dafür einen Emmy erhalten. Nur die Andeutung, es handele sich um einen wichtigen oder beliebten Charakter, stimmt so nicht. Denn nicht Krusty der Clown ist gestorben, sondern dessen Vater Rabbi Hyman Krustofski.

Der jüdische Geistliche - der lange mit dem Beruf seines Sohnes haderte und sich erst mithilfe von Bart und Lisa mit ihm versöhnte - gehört zwar zu den wiederkehrenden Figuren der Serie, doch seine Auftritte waren so spärlich, dass einige Zuschauer nach dem Medienrummel doch enttäuscht reagierten. In gerade mal drei Episoden (von insgesamt mehr als 550) spielte die Figur eine tragende Rolle, in weiteren ist sie nur als Statist zu sehen.

Ganz unerwartet kam der Tod aber auch nicht. In einer kleinen, nicht repräsentativen Umfrage von n-tv.de vor Ausstrahlung der Folge gaben immerhin 9 Prozent der 1762 Teilnehmer an, den Tod des Rabbis zu erwarten. 19 Prozent rechneten aber mit dem Tod von dessen Sohn, 23 Prozent mit dem von Grampa Simpson.

Hyman Krustofski, der im englischen Original von Komiker Jackie Mason gesprochen wurde, mag manchen Fans zwar etwas bedeuten und er hatte auch sympathische Szenen. Doch angesichts der Größe des Figurenensembles verwundert die großspurige Ankündigung der Produzenten dann doch.

Ein Gutes hatte der ganze Rummel aber sicher für die Macher der "Simpsons": Die Serie, die einige Fans mittlerweile als langweilig kritisieren, geriet wieder einmal in den Fokus der Öffentlichkeit, durfte sich über eine breite Berichterstattung freuen und vermutlich auch über ordentliche Zuschauerzahlen. Ob die Serie künftig an die Erfolge alter Zeiten anknüpfen kann, darf trotzdem bezweifelt werden.

Quelle: n-tv.de