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"Unerwünschte Umarmungen" Disney-Vorstand tritt nach Skandal zurück

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John Lasseter scheidet zum Ende des Jahres bei Disney aus.

(Foto: imago/MediaPunch)

Der Kreativchef von Pixar und Disney-Vorstand John Lasseter zieht die Konsequenzen aus seinem Verhalten der vergangenen Jahre. Seinen Umgang mit Mitarbeiterinnen nennt er "Fehltritte". Der 61-Jährige darf aber bis Ende des Jahres in dem Konzern bleiben.

Disney-Trickfilmvorstand John Lasseter ist infolge eines Skandals um "ungewollte Umarmungen" zurückgetreten. Die vergangenen sechs Monate hätten ihm die Möglichkeit gegeben, über sein Leben nachzudenken, erklärte Lasseter in einer von Disney veröffentlichten Stellungnahme. Ende des Jahres sei "die richtige Zeit, sich auf neue kreative Herausforderungen zu konzentrieren."

Der Schöpfer von Filmen wie "Toy Story", "Die Eiskönigin" oder "Findet Nemo" hatte bereits eine sechsmonatige Auszeit genommen, nachdem er sich im November für ungewollte Umarmungen von Mitarbeiterinnen entschuldigt hatte. Der 61-jährige Oscar-Gewinner und Kreativchef des Disney-Animationsstudios Pixar sprach damals von "Fehltritten". Zuvor hatte die Wochenzeitung "Hollywood Reporter" einen langjährigen Pixar-Angestellten zitiert, wonach Lasseter für sein "Grapschen, Küssen und seine Kommentare über Körpermerkmale" bekannt gewesen sei.

Der Experte für Computeranimationen Lasseter kehrte 2006 zu seinem früheren Arbeitgeber Disney zurück, als der Konzern das Filmstudio Pixar kaufte. Bei Pixar war er etwa für den Film "Das große Krabbeln" zuständig. Seit seiner Rückkehr zu Disney haben Trickfilme der beiden Studios etwa 14 Milliarden Dollar allein an Ticketverkäufen eingespielt.

Beraterrolle bis Ende des Jahres

Neben Lasseter wurde in den vergangenen Monaten zahlreichen anderen Männern aus dem Filmgeschäft und anderen Branchen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Die sogenannte #MeToo-Debatte wurde im Oktober vergangenen Jahres losgetreten, als mehrere Frauen dem Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein sexuelle Belästigung oder Vergewaltigung vorwarfen. Weinstein muss sich inzwischen wegen sexueller Gewalt vor Gericht verantworten.

Disney lobte und dankte Lasseter in einer Stellungnahme und teilte mit, dass der 61-Jährige bis Ende des Jahres eine Beraterrolle annehmen werde.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/rts

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