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Während er im Knast sitzt Doku über Boris Becker feiert Premiere

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Zwischen Knast und Cannes: Boris Becker.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Zusammentreffen dieser beiden Ereignisse ist schon schräg: Während sich Boris Becker an ein Leben im Gefängnis gewöhnen muss, feiert in wenigen Tagen eine neue Dokumentation über ihn Premiere in Cannes. Rund drei Jahre lang wurde er dafür von Oscar-Preisträger Alex Gibney begleitet.

Rund eineinhalb Wochen sitzt Boris Becker nach seiner Verurteilung wegen Insolvenzverschleppung nun schon im Knast. Knapp zweieinhalb weitere Jahre könnten noch vor ihm liegen. Während sich die deutsche Tennislegende an einen Alltag im Gefängnis gewöhnen muss, feiert kommende Woche prompt eine neue Dokumentation über den 54-Jährigen in Cannes Premiere. Das berichtet das US-Branchenmagazin "Deadline". Demnach ließ sich Becker vor Haftantritt drei Jahre lang von einem Filmteam begleiten.

Der Streifen entstand demnach unter der Führung der britischen Produktionsfirma Lorton Entertainment, die unter anderem auch für die Doku "Rooney" über Fußballer Wayne Rooney verantwortlich ist. Regie führte Alex Gibney, der 2008 für "Taxi zur Hölle" den Oscar für den besten Dokumentarfilm erhielt.

Gibney begleitete Becker drei Jahre lang, sogar bis zum Gerichtsurteil Ende vergangenen Monats. Das kurz vor Abschluss stehende Projekt umfasst eine Reihe persönlicher Interviews mit dem Tennisstar sowie Mitgliedern seiner Familie und Stars aus der Tenniswelt wie John McEnroe und Björn Borg.

"Ergreifendes Porträt"

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"Dieser Film über Boris Becker erzählt eine außergewöhnliche Geschichte", erklärt Gibney in einem Statement. Er biete einen offenen Insider-Blick auf die Welt des Profi-Tennis und sei auch "ein ergreifendes Porträt" über den dreifachen Wimbledon-Sieger. Abseits seiner einzigartigen Leistungen im Tennis, sowohl auf dem Platz als auch als erfolgreicher Trainer, seien Beckers private Beziehungen und finanziellen Verpflichtungen zum Stoff für Klatsch und Unwahrheiten geworden, ergänzt Produzent John Battsek. "Boris war unglaublich mutig, uns alles zu offenbaren. Alex und ich teilen eine große Verantwortung für die Entstehung dieses Films."

Ein Londoner Gericht hatte Becker Ende April zu einer 30 Monate langen Freiheitsstrafe verurteilt, die sofort vollstreckt wurde. Die Richterin und die Jury sahen es als erwiesen an, dass er in seinem Insolvenzverfahren bewusst Gelder und Besitztümer verschleierte, um sie vor dem Zugriff des Insolvenzverwalters zu bewahren. Becker sitzt seine Haftstrafe im Wandsworth Gefängnis in London ab. Er und sein Team können gegen den Schuldspruch und das Strafmaß noch Berufung einlegen.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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