Dschungelcamp - Tag 15Lagerfeuer-Knall! Plötzlich redet Ofarim doch
Von Verena Maria Dittrich
Plötzlich bricht Gil sein Schweigen und sorgt für Verwirrung. Nicht nur bei Simone, mit der er am Lagerfeuer über die "Bild"-Zeitung und die Videobänder spricht. Fast geht dabei unter, dass seine schärfste Kritikerin das Camp verlassen muss. Ofarims Worte lassen das Netz erneut beben.
Sie haben Fragezeichen im Kopf und kommen nicht mehr mit? Keine Sorge, Sie sind nicht allein. Es ist der 15. Tag im Dschungel, als Gil Ofarim sein Schweigen bricht, obschon er zuvor immer wieder betont hatte, nichts sagen zu dürfen. Viel wurde im Netz diskutiert, etwa, ob es denn nun eine Verschwiegenheitserklärung oder eine Unterlassungserklärung gebe und wo genau der Unterschied bestehe, denn auch bei Letztgenannter sei ihm von seinen Anwälten angeraten worden, sich nicht zu dem Vorfall zu äußern.
Das Dschungelcamp, so hieß es, sei kein Ort für ein so "komplexes Thema". Nun sitzen Simone und Gil am Lagerfeuer, und plötzlich entfährt es dem Mann, der lange geschwiegen hatte: "Es wurde nachgewiesen, dass von allen Kameraaufnahmen mehrere Sekunden fehlen. Es gab einen Zeugen, der in der Schlange stand, den ich nicht kenne, der mehrfach ausgesagt hat, er habe den Davidstern gesehen. Das Video, das im Umlauf ist, ist nicht das Original."
Simone sagt, sie hätte "noch ein paar Themen offen", spricht "Nachrichten auf Insta" an, als wäre ihr Ruf von irgendwelchen Moralaposteln abhängig, die ihr - wie man das heute so schön sagt - in die DMs sliden. Es sei schwer, ihm zu glauben, "wenn man zwei Jahre nicht die Wahrheit gesagt hat", meint die 49-Jährige. Im Dschungeltelefon gibt Simone ihren Gedanken Raum, sie würde seine Worte so verstehen, dass alles doch ganz anders gewesen sein soll. "Er sagt, dass alle anderen dran schuld sein sollen und dass das alles gar nicht so stimmt."
"Wer Gerechtigkeit will, muss Maß halten"
Sofort berichten Medien, der Name Gil Ofarim ist direkt wieder in aller Munde, trendet in den sozialen Medien. Von Verleumdung ist die Rede, von kruden Verschwörungstheorien. Der Mann, der sich bei Herrn W. entschuldigte, erzählt auch, die "Bild"-Zeitung hatte wohl "vorher die Videobänder" (…) "bevor die Polizei und die Kripo die Bilder hatten" (…) "Die schreiben, was sie wollen, und sie schreiben es immer wieder." Er sei nicht verurteilt, nicht vorbestraft und freigesprochen worden. Und weiter: Er "musste unterschreiben", dürfe aber nichts sagen.
Es herrscht maximale Verwirrung. Viele Kommentatoren im Netz fragen, ob er jetzt gegen die Verschwiegenheitserklärung verstoßen habe und erneut vor Gericht landen könnte. Auch sein Anwalt Dr. Alexander Stevens äußert sich erneut und bestätigt, was ebenfalls von vielen nach wie vor für eine Lüge gehalten wird, nämlich dass Ofarim sich sehr wohl öffentlich entschuldigt hatte: "Wer mit großem moralischem Selbstbewusstsein falsche Tatsachen behauptet, Ofarim sei 'ein Verbrecher', er habe sich nicht entschuldigt etc., beschädigt damit einen Menschen und macht genau das, was man Gil Ofarim vorwirft. Wer Gerechtigkeit will, muss Maß halten."
Es bleiben viele Fragen offen, auch was seine Aussagen über die Bänder und die "Bild"-Zeitung betrifft. Neu sind seine Aussagen nicht: Über Unstimmigkeiten beziehungsweise unklare Sequenzen im Videomaterial berichteten viele Medien, auch im Rahmen des Prozesses. Tatsächlich aber klingen seine erneuten Aussagen so, als würde er nach wie vor an seiner ganz eigenen Version festhalten. Auf Simone wirke er nicht so, als würde ihm "irgendwas leidtun. (…) So unschuldig kann man gar nicht sein." Ofarim indes sagt, er sei mit geneigtem Kopf ins Camp gekommen, aber er gehe mit aufrechtem Kopf hinaus.
Männer vs Frauen und ein Abschied
Ob dieser für den Zuschauer verwirrenden Sichtweisen geht fast ein bisschen unter, dass unser Teamchef Hubert im "Schandautomat" zwei Sterne erspielt und nach dieser Anstrengung fix und foxi auf dem Boden liegen bleibt - und auch, dass die verbliebenen Camper Briefe der Liebsten erhalten. Hubert ist an diesem Tag besonders nah am Wasser gebaut und froh, dass Simone ihre Kette zurückbekommt, die sie extra abgegeben hatte, damit er seine Ohrenstöpsel behalten kann.
Und natürlich gibt es auch wieder das übliche Gewäsch. Ariel wünscht sich einen "sexy, tätowierten Bauern", der bitte Schotter hat und "nicht nach Gülle" miefen darf. Irgendwann an diesem Tag quakt sie darüber, ihre abrasierten "Intimhaare" könnten in der Abwaschschüssel gelandet sein und somit vielleicht auch in den Essschalen der Camper. Hihi, wie "peinlich"! Oder wie Sonja sagt: "Da hat sie so oft Gil rasiert, dass sie bei sich nachlässig wurde."
Einen lieb gemeinten Appell von Patrick an die Frauen gibt es auch: Es wäre schön, wenn Männer nicht stereotypisiert würden. Er habe so viel geleistet im Camp, hätte sich oft um die Toilette gekümmert. Frauen würden viele Erwartungen haben: Ein Mann müsse dies, ein Mann müsse jenes. Aber wenn ein Mann auch seine Wünsche an die Frau äußert, sei er der Böse. Und dann müsse er sich auch noch beleidigen lassen. Seiner Meinung nach hätten die Männer im Camp weitaus mehr mit angepackt als die Frauen.
Gehen muss am Ende unsere Gil-Rasiererin. Damit hatten in der Tat die Wenigsten gerechnet, vor allem nicht sie selbst. Traurig, enttäuscht und sichtlich schockiert fließen bei Ariel die Tränen. Man kann nur hoffen, dass sie draußen keine bösen Überraschungen ob ihrer "Verbrecher"-Aussagen erwarten.