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Darum ist der Hype so groß Ein letztes Mal "Fack ju Göhte"

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"Chantal, heul' leise!"

(Foto: imago/foto2press)

Ab häute wiehder Bildungsoffensiwe: Der dritte und letzte Teil "Fack ju Göhte" leuft in den Kinos an. Fäns fiebern dem Finale seensüchtig endgegen. Doch warum sind Zeki und seine Kaosklasse so beliept? Weil sie noch dööwer als wie wir sint?

Ab sofort werden die Bauchmuskeln in den deutschen Kinos wieder beansprucht: "Fack ju Göhte 3" läuft an. Bei der Weltpremiere in München am 22. Oktober sorgten die zahlreich erschienenen Fans für Kreischalarm pur. Die Stars aus der beliebten Filmreihe wurden lautstark gefeiert und der Hype um den sogenannten #FinalFack ist riesengroß. Woran liegt es, dass diese Lehrer-Schüler-Kombi so erfolgreich ist?

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Biggi (Sandra Hüller), Direktorin Gerster (Katja Riemann) und Frau Leimbach-Knorr (Uschi Glas, v.l.n.r.) halten im Lehrerzimmer die Stellung

(Foto: dpa)

Im Jahr 2013 sorgte "Fack ju Göhte" für frischen Wind in den Kinosälen, 2015 folgte die Fortsetzung, mit Teil drei endet nun die erfolgreiche Filmreihe. Die Komödien von Bora Dagtekin bestechen vor allem durch die Dialoge. Die Teenager um Chantal (Jella Haase) und Danger (Max von der Groeben) nehmen kein Blatt vor den Mund und sprechen grammatikalisch und politisch unkorrekt. Das kommt an bei den Massen, das falsche Deutsch. Der Ton ist derb, direkt und rau, die deutschen Jugendlichen fühlen sich offenbar verstanden.

Ebenso aber auch die Lehrer, die aufs Korn genommen werden. Denn das Bildungssystem bekommt ebenfalls sein Fett weg. Einmal mit einem Paintball-Gewehr auf Schüler zielen, so wie Zeki Müller es zelebriert? Da dürfte der eine oder andere Lehrer bestimmt ins Schmunzeln gekommen sein. In den "Fack ju Göhte"-Filmen herrscht klassischer Schulalltag, mit Schülern, die keinen Bock aufs Lernen oder die Schule haben und mit Lehrern, die ebenso wenig Lust auf ihre Schüler oder das Unterrichten haben. Herrlich ehrlich, zuweilen etwas übertrieben, aber den Nerv der Zeit getroffen.

"Der is' so süß, der Herr Müller"
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Zeki und seine "geplatzen Kondome" (sprich: seine Schüler) werden das Publikum wieder begeistern.

(Foto: imago/Spöttel Picture)

Neben den flotten Sprüchen und den coolen Kids sorgt Elyas M'Barek für die extra Portion Sexappeal. Der 35-Jährige wird als unkonventioneller Frauenschwarm in Szene gesetzt. Er raucht und säuft, hat aber einen Traumkörper samt Sixpack - den er auch das eine oder andere Mal vor der Kamera präsentiert - und ein Herz für seine Chaosklasse. Die direkte Art von Zeki Müller lieben die Fans genauso wie seine unkonventionellen Methoden, mit denen er der "Arschloch-Gruppe" auf den Zahn fühlt.

Einen Lehrer wie Herrn Müller, das wäre doch ein Traum, oder etwa nicht? Jung, gutaussehend und hip. Ebenfalls keine Ahnung von "Faust", aber cool aussehen mit Kippe im Mundwinkel. Die Mischung macht's. Deswegen funktioniert es. Elyas M'Barek hat seit seiner Rolle als Zeki Müller in den "Fack ju Göhte"-Filmen große Achtung vor Lehrern. "Das ist wirklich ein harter Job und verdient viel mehr Beachtung und viel mehr Respekt, als dem Berufsstand entgegengebracht wird", so M'Barek.

Das macht einen coolen Lehrer aus

Das sei nicht immer so gewesen. "Als Schüler findet man Lehrer eigentlich immer nicht so toll und betrachtet die immer als Feind." Trotzdem habe es Ausnahmen gegeben. "Ich hatte ganz tolle Lehrer, die mich geprägt haben und die mich auch motiviert haben und auf die ich gern zurückblicke."

Als Zeki Müller versucht M'Barek, seine total chaotische und demotivierte Klasse bis zum Abitur zu bringen, mit oft etwas fragwürdigen Methoden. Aber gerade deshalb lieben ihn die Schüler und finden ihn cool. Allerdings sei Coolness bei Lehrern nicht wichtig. "Das interessiert Schüler nicht so wirklich", so der in München lebende Schauspieler. "Schüler möchten gehört und ernst genommen werden. Bei Problemen nicht sofort fallengelassen werden. Schüler wollen Hilfe, die wollen gehört werden, das macht einen coolen Lehrer aus."

Und was macht eine coole Filmreihe aus? Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Den Hype nicht weiter ausreizen, sondern diese Welle der Hysterie abebben lassen. Damit machen die Macher von "Fack ju Göhte" - einmal mehr - genau das Richtige.

"Fack ju Göhte 3" läuft ab sofort in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de, soe/spot/dpa

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