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Stärkung der EU-Beziehung Reist Charles als Erstes nach Paris?

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Sie können wohl ganz gut miteinander: König Charles (l.) und Emmanuel Macron (Archivbild aus dem November 2021).

(Foto: imago images/i Images)

Es wäre durchaus ungewöhnlich: Seine erste Auslandsreise könnte Charles III. womöglich nicht in ein Commonwealth-Land führen, sondern nach Frankreich - als Zeichen der Verbundenheit mit Europa. Im Königshaus selbst will der neue Monarch unterdessen wohl den Rotstift ansetzen.

Um die bilateralen Beziehungen nach dem Brexit zu stärken, soll der erste Staatsbesuch den neuen König Charles III. nach Frankreich führen. Das jedenfalls berichtet der "Telegraph". Das britische Außenministerium sei sehr daran interessiert, die diplomatische Macht der Monarchie zu nutzen, um nach dem EU-Austritt die Brücken zu den wichtigsten europäischen Nachbarn zu stärken, schreibt das Blatt. Die Reise, die bereits im kommenden Monat stattfinden dürfte, führe daher möglicherweise auch nach Deutschland.

Charles war am Rande der Trauerfeierlichkeiten für Queen Elizabeth II. sowohl vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron als auch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeladen worden. Deutschland war eines der letzten Länder, in dem die Queen 2015 mit ihrem Ehemann Prinz Philip einen Staatsbesuch absolvierte. Seitdem gab es keine offiziellen Auslandsreisen des Staatsoberhaupts mehr, da die Königin zunehmend unter Mobilitätsproblemen litt.

Charles kommt gut an

Der neue König plant Medienberichten zufolge, das Königshaus zu verkleinern. Die konservative Boulevardzeitung "Daily Express" berichtete, künftig dürften neben Charles und seiner Königsgemahlin Camilla nur noch Thronfolger Prinz William und dessen Ehefrau Prinzessin Kate sowie Prinzessin Anne und Prinz Edward mit seiner Frau, Gräfin Sophie, eine Rolle spielen.

Laut einer Umfrage im Auftrag des "Express" findet das großen Anklang in der Bevölkerung: Eine Rückkehr von Prinz Harry und Herzogin Meghan in den engeren Kreis der Royals wünscht sich nur rund ein Drittel der Befragten. 57 Prozent wollen das ausdrücklich nicht.

Die Umfrage zeigt großes Wohlwollen der Briten für ihr neues Königspaar. So sind 63 Prozent der Befragten überzeugt, Charles habe einen guten Start als Monarch gehabt. Sogar 69 Prozent waren zuversichtlich, dass er ein guter König sein werde. 58 Prozent trauen Camilla zu, in der Rolle als Königsgemahlin zu glänzen. Zwei Drittel (66 Prozent) der Briten unterstützen demnach die Staatsform der Monarchie. Immerhin knapp ein Viertel (22 Prozent) wollen sie abschaffen.

Die Pläne für ein schlankeres Königshaus könnten allerdings weitere Bedienstete treffen. Die Nachrichtenagentur PA zitierte aus einem Schreiben des königlichen Schatzmeisters Michael Stevens, dass "eine sehr kleine Minderheit von Angestellten (weniger als 20), die Ihrer Majestät Queen Elizabeth II. persönlich zu Diensten waren", ihre Jobs verlieren könnte. Zuvor hatte bereits die Zeitung "Guardian" berichtet, dass wegen des Aufstiegs von Charles zum König bis zu 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner bisherigen Residenz Clarence House entlassen werden könnten.

Mit Macron gut verstanden

Queen Elizabeth II. war am 8. September gestorben und am Montag nach einem Staatsbegräbnis auf ihrer Residenz Schloss Windsor beigesetzt worden. Charles flog Berichten zufolge am Dienstag auf seinen Landsitz in Schottland, um dort privat um seine Mutter zu trauern.

Ein neuer britischer Monarch besucht üblicherweise als Erstes ein Commonwealth-Land, in dem er Staatsoberhaupt ist. Allerdings hatte es schon nach Charles' Amtsantritt geheißen, er werde zuerst nach Europa reisen. Demnach ist im Frühling 2023 ein Besuch in Australien und Neuseeland geplant. Das letzte Wort über royale Reisen hat das Außenministerium in London.

Der "Telegraph" berichtet, Charles habe sich sehr gut mit dem französischen Präsidenten Macron verstanden. Zudem könne der König dann das Augenmerk auf das als Grüne Mauer bekannte Baumpflanzprojekt in Afrika richten, das den Klimawandel bekämpfen soll. Es wird sowohl von Charles als auch von Macron unterstützt.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 21. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

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