Unterhaltung

Metal-Musiker stürmte Kapitol FBI verhaftet Gitarrist von Iced Earth

imago0109687291h.jpg

Aus seiner rechtsradikalen Gesinnung macht er keinen Hehl: Metal-Musiker Jon Schaffer.

(Foto: imago images/isslerimages)

Die Beweislage ist eindeutig: Jon Schaffer, Gitarrist der Metal-Band Iced Earth, war an der Erstürmung des Kapitols in Washington beteiligt. Und nicht nur das: Der Musiker sprühte auch mit Reizstoff um sich. Das FBI schrieb ihn zur Fahndung aus. Nun hat er sich gestellt.

Zu denen, die am 6. Januar das Kapitol in Washington stürmten, gehörten auch einige nicht ganz unbekannte Gesichter. So zählten etwa neben mehreren prominenten Rechtsextremisten auch der republikanische Abgeordnete Derrick Evans, der frühere Schwimm-Oympiasieger Klete Keller oder aber der Metal-Musiker Jon Schaffer dazu.

Evans und Keller waren in den vergangenen Tagen bereits in Gewahrsam genommen worden. Auch Schaffer stellte sich nun selbst den Ermittlern, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten. Das FBI gab via Twitter seine Verhaftung bekannt. Die US-amerikanische Bundespolizei, aber auch die Polizei in Washington hatten ihn zuvor zur Fahndung ausgeschrieben.

Der Gitarrist und Gründer der Metal-Band Iced Earth war auf Aufnahmen aus dem Kapitol eindeutig identifiziert worden. Dabei ist auch zu sehen, wie er eine Spraydose in der Hand hält. "Schaffer gehörte mutmaßlich zu den Randalierern, die Polizisten mit 'Bären-Spray' besprühten", heißt es in der Mitteilung des FBI. Bei dem Reizstoff handelt es sich um eine Art Pfefferspray, das normalerweise zur Abwehr von Bären eingesetzt wird.

Gewaltbereiter Verschwörungsfantast

imago0109687828h.jpg

Auch auf dem Wacken-Open-Air war Schaffer - hier mit den Festival-Veranstaltern Holger Hübner (l.) und Thomas Jensen - gern gesehen.

(Foto: imago images/isslerimages)

Schaffer bezeichnet sich dem "Wall Street Journal" zufolge selbst als Mitglied der rechtsextremen Organisation Oath Keepers. Er war bereits im November während einer Demonstration für den scheidenden US-Präsidenten Donald Trump von einem TV-Team der "Welt" interviewt worden. In einem Video, das ihn bei einem Marsch mit Gleichgesinnten zeigt, stellte er sich selbst als Jon Schaffer aus Indiana vor. Dabei griff er Trumps unbewiesene Behauptungen auf, wonach es zu Fälschungen bei der Präsidentschaftswahl gekommen sei.

Zugleich demonstrierte Schaffer grundsätzliche Gewaltbereitschaft. "Wir wollen das nicht. Aber Sie können sich sicher sein: Wenn sie anfangen, werden wir die passende Antwort geben", gab er sich allerdings defensiv. "Der Hass auf Trump ist so lächerlich. Er muss sich mit einer kriminellen Mafia herumschlagen, die die Geschicke der Welt seit langer Zeit aus dem Verborgenen heraus lenkt. Sie will unsere Souveränität komplett zerstören und ein globales Regime errichten. Dazu wird es nicht kommen", erging er sich in Verschwörungsfantasien und drohte: "Wenn es dazu kommt, wird es viel Blutvergießen geben."

Anklage in sechs Punkten

imago0055684698h.jpg

Schaffers bekanntestes Projekt ist die Gruppe Iced Earth.

(Foto: imago images/snapshot)

Das FBI erklärte, Schaffer sei nun in sechs Punkten angeklagt, darunter Anwendung körperlicher Gewalt in einem Regierungsgebäude. US-Medien zufolge wird ihm unter anderem auch gewaltsames Eindringen in das Kapitol, Störung der Regierungsgeschäfte und ungebührliches Verhalten zur Last gelegt.

Schaffer ist Gründer, Gitarrist und musikalisches Mastermind der Metal-Band Iced Earth. Mit ihr trat er unter anderem bereits auf dem Wacken-Open-Air auf. Das Album "Plagues of Babylon" der Gruppe schaffte es 2014 bis auf Position 5 der deutschen Charts. Der letzte, 2017 veröffentlichte Longplayer der Formation namens "Incorruptible" belegte immerhin Platz 15. Neben Iced Earth betreibt der 52-Jährige zudem die musikalischen Projekte Sons of Liberty und Demons & Wizards, gemeinsam mit Hansi Kürsch, Sänger der deutschen Gruppe Blind Guardian.

Schaffers Band-Kollegen distanzierten sich von der Erstürmung des Kapitols. Sie würden die Ausschreitungen und Gewalttaten nicht unterstützen, hieß es in einer Mitteilung von Iced Earth. "Wir hoffen, dass alle, die daran beteiligt waren, zur Rechenschaft gezogen werden", erklärten die Band-Mitglieder weiter. Auch Blind Guardian veröffentlichten ein Statement, in dem es hieß: "Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Form der Gewalt." Der Name Schaffers wurde jedoch in beiden Erklärungen nicht erwähnt.

Quelle: ntv.de, vpr