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Ein Jahr auf Bewährung Fotografen im Grönemeyer-Prozess verurteilt

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Es habe sich angefühlt "wie ein Anschlag", sagte Grönemeyer vor Gericht aus.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Köln fällt das Urteil gegen zwei Pressefotografen. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass die beiden Herbert Grönemeyer fälschlicherweise beschuldigten, sie 2014 auf dem Flughafen tätlich angegriffen zu haben.

Das Landgericht Köln hat zwei Journalisten wegen falscher Anschuldigungen gegen Herbert Grönemeyer zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem müssen der Fotograf und der Kameramann Geldstrafen von jeweils 90 Tagessätzen zahlen. Für den einen bedeutet das eine Summe von 6750 Euro, weil das Gericht hier von 75 Euro pro Tag ausging. Der andere zahlt mit 900 Euro bei einem Tagessatz von zehn Euro deutlich weniger.

In dem Verfahren ging es um eine Begegnung auf dem Flughafen Köln/Bonn im Dezember 2014. Auf einem im Internet veröffentlichten Video, das einer der beiden Fotografen gemacht hat, ist zu sehen, wie Grönemeyer auf ihn zuläuft und ruft: "Fuck off! Fuck off! (Hau ab!) Ich bin privat hier, du Affe!" Dann ist kurzzeitig kaum etwas zu erkennen.

"Bewusst provoziert"

Anschließend läuft Grönemeyer auf den anderen Fotografen zu und packt ihn - so wirkt es jedenfalls - im Nacken. Der Mann geht zu Boden, Grönemeyer ruft "Geh nach Hause!". Das Video erweckte seinerzeit den Eindruck, der Sänger sei grundlos ausgerastet und allein unterwegs gewesen. Tatsächlich war er jedoch in Begleitung seiner Lebensgefährtin und seines Sohnes. Es habe sich angefühlt "wie ein Anschlag", sagte Grönemeyer vor Gericht aus.

"Wenn die von mir ein Foto hätten haben wollen, hätten sie mich ja fragen können, ich mache mit jedem ein Foto", beteuerte er außerdem. "Ich habe noch nie ein Problem mit der Presse gehabt." Hier sei aber die Privatsphäre seiner Familie verletzt worden. "Wenn es um meine Familie geht, dann verstehe ich natürlich keinen Spaß."

Die beiden Fotografen zeigten den Musiker anschließend an und behaupteten, er habe sie angegriffen und verletzt. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft wollten die Männer Grönemeyer mit ihrem Auftreten bewusst provozieren und zu einem Ausraster verleiten. Der Sänger habe mit seinem Vorgehen gegen die Fotografen lediglich verhindern wollen, dass von seiner Familie Fotos gemacht wurden. Er habe sich somit in einer Nothilfe-Situation befunden. Die Verteidigung bestritt, dass die Angeklagten Grönemeyer planmäßig provoziert hätten.

Quelle: ntv.de, nan/dpa

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