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Donnerstag, 22. Juni 2017

"Bridge Over Troubled Water" : Gänsehaut-Song für Grenfell-Tower-Opfer

In Anbetracht der Tatsache, dass Politiker in London sich vorerst anscheinend nur entschuldigen können für die Fehler der Behörden nach dem Brand im Grenfell Tower, treten Musiker direkt in Aktion: Sie nehmen einen Charity-Song auf. Und was für einen!

"Der Staat hat auf lokaler und nationaler Ebene versagt, als es darum ging, Menschen in höchster Not zu helfen", sagte May. "Als Premierministerin bitte ich für dieses Versagen um Entschuldigung." Besonders die Unterstützung für die betroffenen Familien sei "nicht gut genug" gewesen, betonte May. Dass das nicht genügt, ist klar. Dass die Mühlen der Bürokratie langsam mahlen, auch klar. Der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, sprach im Londoner Abgeordneten-Haus von einem "Verbrechen". Jeder einzelne Todesfall in dem Hochhaus hätte vermieden werden können, sagte er. Was tun?

Robbie Williams ist auch dabei.
Robbie Williams ist auch dabei.(Foto: Video "Bridge Over Troubled Water" )

Das haben sich auch viele britische Künstler gefragt - und sind ins Studio gegangen. Dort haben sie eines der schönsten und wichtigsten Lieder aller Zeiten neu aufgenommen: "Bridge Over Troubled Water", im Original von Simon & Garfunkel. 

Mit dabei sind Robbie Williams, James Blunt, Craig David, Liam Payne, Emeli Sandé, Paloma Faith, Leona Lewis, Roger Daltrey und Pete Townshend, Ella Henderson, Gregory Porter, Dua Lipa, James Arthur, Omar, Bastille, Brian May, Carl Barât, Geri Halliwell, Nile Rodgers, Pixie Lott und viele mehr. Viele sagen, dass sie nicht einfach zugucken wollen, wenn in ihrer Stadt oder ihrem Land Dinge passieren, die nicht passieren dürften. Ein Kinder- und Gospel-Chor am Ende des Lieds sorgt für Gänsehaut - wer sie bis dahin noch nicht bekommen haben sollte.

Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass in England rund 600 Häuser brennbare Fassaden haben. Das ergab nach Angaben der britischen Regierung eine Überprüfung sämtlicher Sozialbauten, die nach dem Brand mit mindestens 79 Todesopfern angeordnet wurde. Bei drei Hochhäusern in Großbritannien sei bereits eine Fassadenverkleidung aus genau demselben Material wie beim Grenfell Tower nachgewiesen worden.

Das Feuer in dem 24-stöckigen Sozialbau hatte sich rasend schnell über die Fassade ausgebreitet. Das Material der Außenverkleidung steht daher im Zentrum der Aufarbeitung der Katastrophe. Das Perfide an der Sache: Die Verkleidung war erst kurz vor der Katastrophe an dem Haus angebracht worden.

Über 50 Künstler haben sich zusammengeschlossen, so der britische Musik- und Filmproduzent Simon Cowell ("X  Factor", "Britain's Got Talent") auf der Seite "Artists For Grenfell", die den Erlös des Songs der London Community Foundation spenden. Das ist sicher der Anfang einer "Brücke über tosendem Gewässer" - da muss die Regierung jetzt allerdings hinterher ziehen.

Quelle: n-tv.de