Geringes Vertrauen in PrinzessinMette-Marits Umfragewerte sind im Keller

Das Image der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit ist extrem angekratzt. Ihre Verbindung zu Jeffrey Epstein und die Anklagen gegen ihren Sohn erschüttern das Vertrauen der Bevölkerung, wie eine neue Umfrage zeigt.
Während die Zustimmungswerte für Mette-Marit von Norwegen deutlich einbrechen, kann sich ihr Ehemann, Thronfolger Haakon von Norwegen, trotz negativer Schlagzeilen im familiären Umfeld weiterhin auf großen Rückhalt in der Bevölkerung verlassen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass eine klare Mehrheit großes Vertrauen in den Thronfolger setzt: Fast 80 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass er seine Rolle als König "sehr gut" oder "ziemlich gut" ausfüllen wird.
Für die Online-Zeitung "Nettavisen" befragte das Meinungsforschungsinstitut InFact mehr als 1000 Menschen in Norwegen. Lediglich rund acht Prozent äußerten Zweifel und glauben, dass Haakon seine künftigen Aufgaben "sehr schlecht" oder "ziemlich schlecht" bewältigen werde. Ein weiterer Teil der Befragten zeigte sich unentschlossen oder traut ihm weder eine besonders gute noch eine schlechte Amtsführung zu.
Deutlich kritischer fällt das Stimmungsbild gegenüber seiner Ehefrau Mette-Marit aus. Laut derselben Erhebung halten etwa 42 Prozent der Befragten sie nicht für geeignet, eines Tages Königin zu werden. Rund 31 Prozent sehen das anders, während gut ein Viertel keine klare Einschätzung abgab.
Mette-Marit: Habe mich von Epstein "manipulieren" lassen
Dass die Zustimmung für die Kronprinzessin so deutlich zurückgegangen ist, dürfte vor allem mit einer Reihe belastender Schlagzeilen zusammenhängen. Besonders im Fokus steht ihre frühere Bekanntschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Durch neu veröffentlichte Akten wurde publik, dass Mette-Marit über Jahre hinweg Kontakt zu Epstein hatte. Mette-Marit soll Epstein Dinge geschrieben haben wie: "Ich vermisse dich, mein verrückter Freund" und "Paris ist gut für Ehebruch". In einem Interview mit dem norwegischen Sender NRK sagte sie zu den Vorwürfen, auch nach Epsteins erster Verurteilung mit ihm befreundet geblieben zu sein: "Ich wusste nicht, dass er ein Sexualverbrecher war." Sie habe sich von Epstein "manipulieren und täuschen" lassen.
Zusätzlich steht derzeit ihr ältester Sohn aus einer früheren Beziehung, Marius Borg Høiby, mit seinem Prozess im Fokus der Öffentlichkeit. Der 29-Jährige ist in 40 Punkten angeklagt. Es geht um häusliche Gewalt, Drogenschmuggel und sexuellen Missbrauch. So soll er unter anderem vier Frauen vergewaltigt haben, während diese schliefen oder bewusstlos waren, und mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt haben. Auch soll er mutmaßliche Opfer heimlich gefilmt und fotografiert haben.
Auf Mette-Marits Fernsehinterview, in dem sie sowohl zu ihrer Beziehung zu Epstein als auch zu den juristischen Problemen ihres Sohns Stellung bezog, reagierten viele Norweger jedoch enttäuscht. Kritiker bemängelten vor allem, dass aus ihrer Sicht entscheidende Fragen unbeantwortet geblieben seien und die Aufarbeitung nicht weit genug gehe.