Unterhaltung

"Nicht zu ersetzen" Hamburg nimmt Abschied von Jan Fedder

Viele Prominente wie Tim Mälzer, Klaus Meine oder Uschi Glas sind gekommen, um Jan Fedder die letzte Ehre zu erweisen. Aber auch sonst trauern Tausende Fans in Hamburg um den verstorbenen Schauspieler. Mit einem Gottesdienst im Michel wird Fedder gedacht.

Familie, Freunde und Fans haben im Michel Abschied von Schauspieler Jan Fedder genommen. Unter den Trauergästen waren zahlreiche Prominente, darunter TV-Koch Tim Mälzer, Komiker Mike Krüger, die Sänger Klaus Meine von den Scorpions und H.P. Baxxter von Scooter sowie die Schauspielgrößen Uschi Glas, Heinz Hoenig, Claude-Oliver Rudolph, Ben Becker, Axel Milberg und Michaela May. Auch die Kollegen der Fernsehserien "Großstadtrevier", "Neues aus Büttenwarder" und aus dem Film "Das Boot" erwiesen dem einstigen Weggefährten ihre Ehre.

128365035.jpg

Die Trauer um ihn ist groß: Jan Fedder.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Altarraum war mit roten Rosen geschmückt, seinen Lieblingsblumen. Hauptpastor Alexander Röder, der den Gottesdienst leitete, lobte Fedders "großes Herz und seinen Sinn für Gerechtigkeit". "Jan Fedder war in seinen Rollen gerade darum ein Sympathieträger, weil er nicht makellos war und nicht glatt und geschliffen redete", sagte Röder.

Mit bewegenden Worten wandte sich Fedders Frau Marion an die Trauergemeinde. "Mein geliebter Jan, das ist der schwerste Gang, den ich je machen musste. Du warst meine Familie, mein Mann, mein Fels, mein engster Vertrauter, mein alles", sagte die Witwe während des Gottesdienstes. "Es wird nie wieder jemanden geben so wie dich. (...) Hier im Michel haben wir vor 20 Jahren geheiratet. Dass ich dich hier heute beerdigen muss, tut mir unendlich weh", fuhr sie fort. Sein Platz in ihrem Herzen werde auf ewig mit Liebe gefüllt sein. "Nun muss ich dich auf deine letzte Reise schicken, einmal noch über die Reeperbahn - das hast du dir gewünscht - und dann heißt es schlafen eine lange, lange Zeit. Endlich Ruhe haben und träumen von all den schönen Dingen, die du erlebt hast. Mein geliebter Jan, schlaf gut", sagte sie weiter. Zum Abschluss der Rede gab es Applaus.

"Ein ganz lieber feiner Mensch"

H.P. Baxxter äußerte seine tiefe Betroffenheit über den Tod des Schauspielers, der heute 65 Jahre alt geworden wäre. "Auch wenn man wusste, Jan war sehr krank, war das dann doch ein Schock", so der Musiker. "Wir haben ja immer unregelmäßig telefoniert, das heißt, ich habe meistens auf seinen AB gesprochen, und dann kam immer mal ein Rückruf. Diesmal kam keiner, da dachte ich schon, das sieht nicht gut aus."

128447686.jpg

Zu den Trauergästen gehörten auch "Tatort"-Kommissar Axel Milberg ...

(Foto: picture alliance/dpa)

Für Claude-Oliver Rudolph ist Fedder nicht zu ersetzen. "Der große Albers und der Jan als kleiner Albers, die sind nicht zu ersetzen in Hamburg. Da wird immer eine Lücke bleiben", sagte er dem "Norddeutschen Rundfunk" kurz vor Beginn der Trauerfeier. "Der Jan ist ein ganz lieber feiner Mensch. Und deshalb glaube ich auch (...), der kommt in den Himmel, was ich bei vielen anderen nicht glaube."

Nach der Trauerfeier im Michel nahmen zahlreiche Menschen auf St. Pauli Abschied von Fedder. Polizisten trugen den Sarg zu einer schwarzen Limousine, die anschließend über die Reeperbahn fuhr - vorbei an Theatern, Sexshops und der berühmten Davidwache. Zeitgleich ließen die Schiffe auf Alster und Elbe ihre Schiffshörner erklingen, um dem Schauspieler noch einmal "Tschüss" zu sagen.

Ehrung mit Jan-Fedder-Platz

128447137.jpg

... und Uschi Glas.

(Foto: picture alliance/dpa)

Unterdessen soll Hamburg so schnell wie möglich einen Jan-Fedder-Platz bekommen. Das sieht ein Antrag vor, den die CDU-Fraktion am Montagabend auf den Weg gebracht hat. "Mit Jan Fedder ist eine Hamburger Legende von uns gegangen. Er war einer der ganz großen Volksschauspieler", sagte CDU-Fraktionschef André Trepoll. Mit seinem Tod habe Hamburg ein Original verloren, "dessen Charme, Strahlkraft und Integrität unsere schöne Hansestadt weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt machte". Daher sei selbstverständlich, Fedders Andenken für die Nachwelt zu erhalten.

Als Ort schlägt Trepoll den Spielbudenplatz direkt vor der Davidwache vor. Das würde dem Ehrenkommissar der Hamburger Polizei und dem eingefleischten "Sankt Paulianer" Jan Fedder gerecht werden. Auch der St. Pauli Bürgerverein hatte diesen Platz bereits vorgeschlagen. Die Suche solle bereits vor Ablauf der üblichen Zweijahresfrist bei gestorbenen Persönlichkeiten erfolgen. Der CDU-Antrag soll Ende Januar in der Bürgerschaft behandelt werden.

Fedder, der auf St. Pauli aufgewachsen ist und viele Jahre als Kommissar Dirk Matthies in der ARD-Serie "Großstadtrevier" mitwirkte, hatte sich eine Trauerfeier im Michel gewünscht. Er war am 30. Dezember nach langer Krankheit mit 64 Jahren gestorben.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa