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Interessenskonflikt mit McGowan? Harvey Weinstein hat drei neue Anwälte

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Weinstein wollte sein Verteidigerteam deutlich aufstocken.

(Foto: picture alliance/dpa)

Harvey Weinstein soll mehrere Frauen sexuell belästigt und vergewaltigt haben. Für das Gerichtsverfahren engagiert der geschasste Filmmogul nun ein ganzes Team. Das Pikante: Zwei seiner Star-Anwälte haben bereits Schauspielerin McGowan verteidigt. Auch sie beschuldigt Weinstein.

Für sein Verfahren wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung hat Harvey Weinstein gleich drei neue Star-Anwälte angeheuert. José Baez, Ron Sullivan und Pam Mackey sollen den geschassten Hollywood-Produzenten künftig vor Gericht vertreten. Das bestätigte Baez dem US-Radiosender WTOP. Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass sich sein Rechtsanwalt Ben Brafman aus dem Prozess zurückziehen wollte. In einem Statement hieß es, dass Brafman den zuständigen Richter darüber informiert habe, "als Herr Weinsteins Anwalt in allen derzeit anstehenden rechtlichen Angelegenheiten zurückzutreten."

Dass er mitten in der heißen Phase des Prozesses das Handtuch warf, darf wohl als schlechtes Zeichen für Weinstein interpretiert werden. Laut dem Promi-Portal "TMZ" soll es zum Zerwürfnis gekommen sein, weil Weinstein sein Verteidigerteam deutlich aufstocken wollte. Das soll Brafman missfallen sein. Der ehemalige Filmmogul, dem vorgeworfen wird, eine Frau vergewaltigt und eine andere zum Oralverkehr gezwungen zu haben, scheint bei Baez, Sullivan und Mackey nun jedoch gut aufgehoben zu sein.

Anwälte sind keine Unbekannten

Die drei Strafverteidiger konnten sich bereits mit vielen prominenten Klienten und Fällen einen Namen machen. In einem von großem Medieninteresse begleiteten Prozess verteidigte Baez im Jahr 2011 Casey Anthony. Die junge Mutter wurde vom Mordvorwurf ihrer zweijährigen Tochter freigesprochen. Mackey erreichte im Jahr 2004 Bekanntheit mit seinem Mandanten Kobe Bryant. Der Basketball-Legende wurde vorgeworfen, eine 19-jährige Hotelangestellte vergewaltigt zu haben. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt, weil sich das mutmaßliche Opfer entschied, nicht weiter gegen Bryant auszusagen. Dieser hatte vor Gericht angegeben, dass der Sex einvernehmlich gewesen sei.

Weinstein soll angeblich bereits seit mehr als einem Monat in Kontakt mit Baez und Sullivan stehen, die oftmals zusammen an Fällen arbeiten. Vor zwei Jahren verteidigten sie Aaron Hernandez gemeinsam vor Gericht. Der wegen Doppelmordes angeklagte Ex-NFL-Star wurde freigesprochen. Kurz darauf nahm er sich in einer Gefängniszelle das Leben, wo er eine lebenslange Haftstrafe wegen eines anderen Mordes verbüßen sollte.

Zuletzt verteidigten Baez und Sullivan auch die Schauspielerin Rose McGowan. Das Pikante daran: McGowan war eine der ersten Frauen, die Vorwürfe gegen Weinstein erhob. Sie ist eine der lautesten Stimmen der #MeToo-Bewegung. Sie wurde wegen Drogenbesitz angeklagt, nachdem unter einem Flugzeugsitz zwei Tütchen Kokain in ihrem Portemonnaie gefunden wurden.

McGowan: "Meine Anwälte wurden gekauft"

Die Schauspielerin bestritt die Vorwürfe zunächst. Sie und ihre Anwälte beschuldigten Gerichtsakten zufolge Weinstein, ihr die Drogen untergeschoben zu haben. Er habe "mit hinterhältigen Taktiken gearbeitet", um sein Opfer zum Schweigen zu bringen. Vergangene Woche plädierte McGowan jedoch im Sinne der Anklage und muss eine Geldstrafe zahlen.

Dass McGowans ehemalige Anwälte nun ausgerechnet Weinstein als Mandanten haben, bezeichnet sie der "Daily Mail" zufolge als einen "massiven Interessenskonflikt". Sie habe bereits geahnt, dass Baez und Sullivan "etwas Zwielichtiges hinter den Kulissen" täten. "Deswegen ging mein Fall nicht vor Gericht - meine Anwälte wurden gekauft." Beide Anwälte weisen McGowans Vorwürfe von sich. Sie hätten sich ethisch beraten lassen und keine Interessenskonflikte feststellen können. "Herr Weinstein beteuert seine Unschuld und wir freuen uns darauf, ihn künftig zu verteidigen."

Quelle: n-tv.de, lri/spot

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