Dreimal pro Woche auf der LauerHoeneß macht penible Würstchen-Kontrollgänge in Supermärkten

Die Fußballmanager-Legende Uli Hoeneß betreibt rigides Mikro-Management - was die Belieferung des Handels mit den Würstchen aus der Fabrik seiner Familie angeht. Dabei mahnt er Veränderungen nicht an, sondern wird lieber gleich selbst aktiv.
Uli Hoeneß kümmert sich nach eigener Darstellung regelmäßig persönlich darum, dass Würstchen aus seiner Wurstfabrik in Supermärkten richtig einsortiert sind. "Ich gehe dreimal in der Woche einen sogenannten Store-Check machen", sagte Hoeneß im "Spiegel"-Spitzengespräch. Dabei schaue er nach, ob bei den großen Ketten, die inzwischen "vier, fünf Artikel" der von ihm aufgebauten Firma führen, in den Kartons alles in Ordnung sei: "Wenn da in einem Karton etwas nicht in Ordnung ist, dann bringe ich das in Ordnung." Die in Nürnberg ansässige Wurstfabrik wird mittlerweile von seinem Sohn geführt.
Der Aufwand sei dabei ebenso konsequent wie absurd: Es gebe "Tausende von Filialen", sagte Hoeneß, er könne aber "nur zwei oder drei die Woche besuchen". Trotzdem sei er "dreimal" unterwegs.
Hoeneß verändert Mischverhältnis
Konkret gehe es oft um sogenannte Mischkartons, in denen mehrere Sorten zusammen geliefert werden. Hoeneß schilderte ein typisches Problem: In einem Karton liege etwa eine Hähnchenbratwurst zusammen mit einer Bio-Schweinebratwurst. "Wenn ich feststelle: Bio-Schweine ist immer da und die Hähnchen sind weg - dann bestellt der Betriebsleiter an diesen Karton nicht nach", sagte er. Die Lösung sei dann nicht ein Appell an den Markt, sondern eine Änderung in der Wurstfabrik: "Wie kann man das lösen? Indem man die Mischung in den Kartons verändert." Hoeneß gebe solche Hinweise an seinen Sohn weiter, dieser spiele sie an den Handel zurück. "Da haben wir schon öfters erreicht, dass die Mischkartons in ihrer Wertigkeit verändert wurden", sagte Hoeneß.
Hoeneß äußerte sich im "Spiegel"-Interview auch zu Themen jenseits seines Würstchen-Imperiums - und wetterte gegen die SPD. So sieht der 74-Jährige diese als Hauptschuldige der aktuellen Regierungskrise. Bundeskanzler Friedrich Merz habe "leider mit der SPD einen Partner, der nicht begreift, dass ihre letzte Patrone im Gewehr ist", sagte Hoeneß. "Wenn die Linken in dieser Partei nicht begreifen, dass sie in der Regierung sind, um Deutschland voranzubringen, und nicht, um ihre Ideologie hier jedes Mal durchzusetzen, dann wird das nichts. Wenn diese Regierung durchfällt, dann haben wir die AfD, egal wo in diesem Land, in der Regierung mit. Und das wäre doch die größte Katastrophe."