Erklärungsversuch vor GerichtHøiby soll "Vergewaltigung" und seinen Namen gegoogelt haben

Der Internet-Suchverlauf von Marius Borg Høiby ist am dritten Prozesstag Thema. Kronprinzessin Mette-Marits Sohn muss erklären, wieso er das Stichwort "Vergewaltigung" gesucht hat - in Zusammenhang mit seinem Namen.
Marius Borg Høiby, der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, soll Frauen vergewaltigt, sexuell missbraucht und dabei gefilmt haben. Unter anderem wegen dieser Vorwürfe muss sich der 29-Jährige seit dem 3. Februar vor Gericht verantworten. Am dritten Verhandlungstag wird Høibys Internet-Suchverlauf zum Prozessthema.
Noch vor der Anklage gegen ihn soll er im Internet Worte wie "Vergewaltigung" und seinen Namen gegoogelt haben, wie die Zeitung "Verdens Gang" berichtet. Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin erklärte dies nun vor Gericht in Oslo damit, dass er Gerüchte über sich selbst gelesen haben will, nach denen er eine Frau vergewaltigt haben soll. Das habe er im Internet recherchieren wollen.
Der 29-Jährige wurde am Donnerstag zudem weiter zu einem mutmaßlichen Vorfall in der Residenz des Kronprinzenpaares Haakon und Mette-Marit befragt. Während einer Party mit Freunden soll er dort eine Frau sexuell berührt und gefilmt haben, während sie schlief. Als Beweismaterial wurden vor Gericht Videoaufnahmen gezeigt, die Høiby gemacht haben soll. Die Vernehmung hatte bereits am Vortag begonnen - da hatte Høiby ausgesagt, sich nur an einvernehmlichen Sex mit dem mutmaßlichen Opfer erinnern zu können. Erinnerungen an den angeblichen Missbrauch und die Aufnahmen habe er dagegen keine.
Laut Bericht der "Bild"-Zeitung soll der Staatsanwaltschaft den Angeklagten ganz gezielt nach Sex-Absprachen gefragt haben. Konkret ging es um Geschlechtsverkehr mit einer schlafenden Person. Auf die Frage, ob er so etwas jemals mit einer Partnerin verabredet habe, berichtete Høiby von einer Situation: "Wir hatten vorher Sex, und sie sagte: 'Ich bin erschöpft, mach ruhig weiter..' Dann habe ich das gemacht." Er habe "halt kommen" wollen. Er habe aber "nicht absichtlich gewartet, bis sie schlief", er sei nur einfach noch "nicht fertig" gewesen, als die Frau eingeschlafen sei. .
Høiby ist "unfassbar müde"
Am dritten Prozesstag erklärte der Angeklagte laut "Verdens Gang": "Ich bin heute unfassbar müde." Er sitze viel in seiner Zelle und denke nach. Bei seiner gestrigen Einlassung hatte er erklärt, ein Leben gelebt zu haben, "in das sich wohl die wenigsten hineinversetzen können". Er sprach von "vielen Partys, Alkohol, Drogen." Sex und Rausch seien Teil dieses Lebens gewesen. "Ich war immer nur bekannt als Mamas Sohn - nichts anderes." Die norwegischen Medien hätten ihn von seiner Kindheit an "schikaniert und belästigt".
Kurz vor Prozessbeginn war Høiby, der aus einer früheren Beziehung der Kronprinzessin stammt, erneut festgenommen worden - wegen Drohungen mit einem Messer und Verstoßes gegen ein Kontaktverbot.