Unterhaltung

Dschungelcamp - Tag 13"Der böse Mensch"

05.02.2026, 02:11 Uhr Verena-Maria-DittrichVon Verena Maria Dittrich
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Wird auch an Tag 13 von Moralinstanz Ariel schwer angegangen: Gil Ofarim

Gil ist abermals Ariels Beleidigungen ausgesetzt, Eva wünscht sich ein bisschen Frieden und Patrick spricht mit Hardy über die Anforderungen der Frauen. Tag 13 im Dschungelcamp zeigt aber auch, dass die Gruppe immer noch Power hat. Wenn ein Trio sechs Sterne heimträgt, hat es definitiv geliefert.

"Ganz Deutschland" hat sich den Unfall-Clip rund um Ofarims Sturz in Zeitlupe angeschaut. Puuuh! Schiebung! Da stimmt doch gewiss was nicht. "Die kritischen Stimmen werden immer lauter". Diese Staffel hat schon jetzt wieder einmal gezeigt, dass Social Media voll von gewieften Detektiven und Hobbypsychologen ist.

Tag 13, das heißt: langsam Endspurt. Nicht aber ohne neue Sternstunden unserer Flacherdlerin Ariel. Was sind denn bitte Shit-Take-Pilze? Ach, wollen wir nicht einfach dem Hubert die ganze Zeit beim Schlafen zuschauen - das wäre auf jeden Fall wohltuender für die Nerven. Nur noch wenige Tage, dann können wir die toxischen Vibes, Aggressionen und Beleidigungen der intellektuellen Superleuchte aus der Schweiz für immer hinter uns lassen.

Zuvor lauschen wir aber noch einer der letzten Nachtwachen im Camp, wo Eva und die selbsternannte Richterin von Down Under sich verbal an den von ihnen getrennt lebenden Kindsvätern abrackern. Alle beide böse und soooo gemein! An dieser Stelle ein kleiner Hinweis an alle Kommentarspalten-Krieger: immer auch die andere Seite anhören, bevor man moralisch freidreht.

Selbst Sonja und Jan fragen sich, ob das wohl dieses "Female Empowerment" ist, von dem die beiden da am Lagerfeuer quaken. Denn nichts anderes als Gequake ist es, als Eva sinngemäß sagt, Samira könne ja eigentlich auch ganz froh sein, dass ihr Ex-Partner eine Affäre hatte. Sie hoffe sogar, dass sie aus dieser Geschichte "mit Kraft hinausgeht".

Arschloch vs Gentleman

Da mag man fast aufatmen, als man für eine Weile Patrick und Hardy zuhören kann, die das Kind beim Namen nennen. Was wäre, wenn Männer all die Anforderungen der Frauen im Camp an das andere Geschlecht stellen würden? Dann wären sie "die größten Arschlöcher" und es wäre die Hölle los. Beide finden, ein Mann sei nicht verpflichtet, die Restaurantrechnung einer Frau zu zahlen, die er gar nicht weiter kennt. Man(n) macht das aus Höflichkeit und weil man "ein Gentleman" ist, aber nicht, weil es sich so gehört, so der Bauer. Diskussionswürdig auch der Gedanke, "Frauen würden immer nach oben daten", was - wie Hardy ergänzt - auch etwas mit ihrem Wunsch nach Sicherheit zu tun hat.

Dennoch schleppt sich dieser 13. Tag - wie Gil - ein bisschen müßig dahin. Das liegt mit Sicherheit auch an den fiesen, inzwischen nur noch nervigen Sticheleien der Frau, die selbst sagt, sie sei die Einzige, die im Camp "für Gerechtigkeit" stehe. Wobei Ariel mit Gerechtigkeit ihre "Meinung" meint. Nur noch anstrengend, dieser moralische Absolutismus. Ging es hier je um Klärung oder schlicht um die eigene Diskurshoheit?

Der 22-Jährigen sei es ein Rätsel, dass der Zuschauer überhaupt für "einen Gil" anruft. Und wieder wird der Gebeutelte von ihr gepiesackt: "Bist du hier wegen Spaß oder wegen Geld?" Ja, sie glaube ihm, dass er sich nach seinem Sturz noch lädiert fühle, aber das ändere nichts an der Tatsache, dass er - Achtung! - ein "böser Mensch" sei. Es dürfe nie "in Vergessenheit geraten, was er getan hat".

"Du bist so schlau, du hast ein gutes Herz"

Es gibt nur Schuld oder Absolution. Wer einmal fällt, bleibt gefallen. Man muss an dieser Stelle auch noch einmal sagen, dass es ein Stück weit eine verständliche Strategie vieler Camper ist, bei der Frau mit dem imaginären Richterhammer die Ohren auf Durchzug zu stellen oder - wie Eva - deeskalierend zu handeln. Man versucht, mit seinen Kräften zu haushalten und nicht auf ihrem Stress-Radar zu landen. Eva verteilt beispielsweise ein Lob nach dem anderen: "Du bist so schlau, du hast ein gutes Herz". Bloß nicht anecken.

Doch dass niemand eingreift, als sie zum x-ten Mal dem ohnehin schon angeschlagenen Ofarim ohne jegliche Differenzierung eine Beleidigung nach der anderen entgegenschleudert, ist - frei nach Mr. Spock - wirklich "faszinierend". Das Schweigen der anderen: pure Erschöpfung. Gil, so sagt sie abermals, ist und bleibe "ein Verbrecher, ein Betrüger und ein Lügner". Apropos Lügen: Interessant in diesem Zusammenhang sind die Aussagen, die ihre eigene Mutter und ihr ehemaliger Partner nach ihren Anschuldigungen getätigt haben.

Wer hätte gedacht, dass man schon an Tag 13 den grundsympathischen, stets gut gelaunten Stephen vermissen würde?

Freude bringt zumindest die Dschungelprüfung zum "Kotzella-Festival", wo Samira in Fleischabfällen nach Sternen sucht, während Simone und Hardy in einer Schlangengrube ausharren müssen. Das Team arbeitet prima zusammen und erspielt sechs von möglichen acht Sternen.

Gríma Schlangenzunge träufelt wieder

Kurze Freude bringt auch eine erfolgreiche Schatzsuche von Ariel und Eva, denn die Belohnung sind leckere Schokoriegel. Die Suche selbst aber war derart toxisch und belastend, dass man sie am liebsten ausklammern würde. Während Eva sich für ein bisschen Frieden krummmacht, muss sie sich anhören, "wirklich ein bisschen sehr blöd" zu sein. Ihre Harmonie-Nummer bringt keine Punkte. Schon kurz darauf sieht man Ariel wie Gríma Schlangenzunge wieder ihr verbales Gift in andere Ohren träufeln.

Das Dschungelcamp bei RTL und auf RTL+

"Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" läuft ab 23. Januar bis zum Finale am 8. Februar täglich um 20.15 Uhr bei RTL. Alle Folgen, vorherige Staffeln und Infos zur Show gibt es zudem natürlich auf RTL+

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(Foto: RTL)

So kann man nur hoffen, dass es die gehaltvollen Gespräche sind, die beim Zuschauer lange nachhallen. Etwa die Unterhaltung von Hardy und Simone, die beide ein Kind betrauern und über ihre Erfahrungen mit dem Verlust sprechen. Diese leisen, sensiblen, oft berührenden Momente sind der Kitt dieser Formate. Und man kann nur hoffen, dass die Entwicklung kehrtmacht und man nicht Leuten, die Entertainment mit Beleidigungen verwechseln, noch mehr Raum gibt. Natürlich lebt der Dschungel von Reibung, aber "ein Gil" hat nicht unrecht, wenn er sagt, dass es irgendwann auch mal gut sein muss. Und wer Moral benutzt, um andere pausenlos niederzubrüllen, hat sie meist sowieso schon verloren.

Quelle: ntv.de

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