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Jauch contra Großmaul "Ich erkläre Sie zum persönlichen Gegner"

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"Ich garantiere natürlich auch einen hohen Unterhaltungswert" Lässt Kandidat Körber wissen.

Im Kampf um drei Millionen Euro schaltet Jauch auf Angriff. Sein liebstes Großmaul wird sogleich als "Giermichel" abgestempelt. Bei der "Fresse halten!"-Siegerin des Abends ahnt der WWM-Moderator: Das endet eh in einer Orgie.

Nach nur einer Minute schien das große Finale der Drei-Millionen-Euro-Woche von "Wer wird Millionär?" bereits ins Wasser zu fallen. Denn was Günther Jauch da auffuhr, war offen gestanden tatsächlich etwas dünn. "Eher nicht", ließ ihn Favorit Nummer eins, Robin Romahn, zu Beginn der Sendung am Donnerstagabend abblitzen. Sogar der selbsternannte "Captain Großmaul" Lukas Körber ließ Jauch zappeln. "Ich erkläre Sie für diese Runde zu meinem persönlichen Gegner", verkündete der Moderator daraufhin. Und forderte die übrigen Kandidaten auf: "Machen Sie diese beiden Giermichel so heiß, dass sie es bereuen werden."

Neun Kandidaten hatten sich in drei Vorrunden für das Finale qualifiziert. Sie konnten ihren Gewinn behalten oder ihn setzen und um die neue Rekordsumme in der Geschichte von "Wer wird Millionär?" spielen. Jauch hatte versprochen: Je höher der ursprüngliche Gewinn, desto bessere Anreize biete ich. Die sahen bei Romahn und Körber zunächst so aus: 30.000 Euro sind garantiert, auch, wenn sie auf null Euro abstürzen. Beide hielten da aber lieber erst einmal an ihren sicheren 125.000 Euro fest.

WWM-Kandidat fleht: "Bitte keine Bauchgefühle!"

Das gab den fünf 64.000-Euro-Gewinnern die Möglichkeit, klassisch per Auswahlfrage auf den heißen Stuhl zu kommen. Hier setzte sich Christoph Klöckner durch, der Patentanwalt aus Folge drei. Jauch köderte ihn schließlich erfolgreich mit einem garantierten Bonus von 15.000 Euro und einem zweiten Zusatzjoker. Diese beiden Hilfestellungen aus dem Publikum waren für den 43-Jährigen Gold wert. Zunächst konnte eine Anatomieexpertin bestätigen, dass die Kniescheibe das größte Sesambein im menschlichen Körper ist. Klöckners Appell ans Studiopublikum "Bitte keine Bauchgefühle! Bauchgefühl hab ich selber" fruchtete auch beim zweiten Zusatzjoker.

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50.000 Euro extra für Klöckner (l.).

"Eigentlich ist ja Fußball mein Steckenpferd", schränkte der Herr aus Bielefeld ein. Er wusste trotzdem, dass der Norweger Karsten Warholm im vergangenen Jahr den 29 Jahre alten Weltrekord im 400-Meter-Hürdenlauf gebrochen hatte. Bei der folgenden Frage ging es bereits um eine Viertelmillion Euro. Klöckner sollte wissen, ob das Hauptthema aus dem Präludium des Werks "Te Deum" von Marc-Antoine Charpentier als Eurovisionshymne oder als "Tetris"-Melodie dient.

Er vertraute seinem korrekten Eurovision-Bauchgefühl lieber nicht und stieg mit 100.000 Euro aus. "Ich bin trotzdem überglücklich", meinte der Kandidat. Konnte er auch sein: Er ging mit 115.000 Euro heim, hatte also immerhin rund 50.000 Euro zusätzlich herausgeholt.

Nicht ganz so lukrativ gestaltete sich das Drei-Millionen-Euro-Finale für Kappenträger Körber. "Die größte Klappe haben Sie gehabt", rekapitulierte Jauch. Der Kandidat wollte sich aber selbstredend nicht unter Wert verkaufen. "Ich garantiere natürlich auch einen hohen Unterhaltungswert, das wissen Sie vielleicht", meinte Körber und schlug neben der 50.000 Euro Garantiesumme ebenfalls einen fünften Joker heraus.

Als Jauch allerdings vorrechnete, auf wie viel Geld der Vater eines kleinen Sohnes da erst einmal verzichtet hat, wurde der ungewöhnlich still. Daran änderte das gewohnte Kölsch nach Runde sechs nur wenig. Aber womöglich hatte sich Körber ein wenig Mut angetrunken. Denn urplötzlich ging er volles Risiko. Für 30.000 Euro sollte er wissen: Was wird in Bezug auf den Kölner Dom von offizieller Seite mit rund 33.000 angegeben – Sitz- und Stehplätze, laufende Kosten pro Tag (in Euro), Stufen bis zur Turmspitze, Besucher im Monat?

Großmaul lässt Partnerin verzweifeln

Körber hatte noch vier Joker, aber loggte plötzlich ohne großartige Erklärung "laufende Kosten pro Tag" ein. Seine Lebensgefährtin, die auf seinem Stuhl am Rand Platz genommen hatte, konnte nur mit dem Kopf schütteln. Doch das Risiko zahlte sich aus. Womöglich hätte Körber mit dem hier gesparten Joker zum Sieger des Abends werden können. Denn der letzte Helfer aus dem Publikum brachte ihm beinahe grandios eine Viertelmillion. Am Ende verließ aber auch den 32-Jährigen der Mut.

Diese Frage hätte durchaus das Potenzial zur Millionen-Frage gehabt. Körber sollte wissen, welche sogenannte Top-Level-Domain die allererste Website enthielt, die Anfang der 90er Jahre online gegangen ist: .de, .ch, .com oder .org? Er wusste nur, dass das was mit dem Briten Tim Berners-Lee zu tun haben musste, der als Erfinder des World Wide Webs gilt. Mehr Durchblick hatte der Zusatzjoker. Der Computerexperte erklärte, dass Lee damals beim Kernforschungszentrum CERN bei Genf gearbeitet hatte. Er tippte deshalb auf die Schweizer Länderkennung "ch".

"Ich traue mich nicht"

Körber rief dann noch seinen ehemaligen Chef an. Der tippte wie er selbst eher auf .com. Da wurde der Kandidat ein wenig kleinlaut. "Es soll heute nicht sein. Ich traue mich nicht. Es ist genug", sagte er und stieg aus. Das stimmte Jauch zum Ende milde. "Ich finde, Sie haben eine sehr sympathische Kurve gekratzt und uns an den beiden Abenden viel Spaß gemacht. Herzlichen Glückwunsch", gab er dem Kandidaten mit auf den Weg. Der konnte seinen Gewinn lediglich von 125.000 auf 150.000 Euro steigern.

Das größte Plus des Finales gelang, gar nicht so überraschend, Daniela Rive. Die Assistentin der Geschäftsführung einer Steuerberatungsgesellschaft hatte in Vorrunde drei 64.000 Euro geholt. Jauch gewährte ihr einen garantierten Gewinn von 15.000 Euro und ebenfalls einen weiteren Zusatzjoker. Diese beiden Helfer aus dem Studiopublikum ließen auch sie nicht hängen. Eine junge Dame konnte zunächst aufklären, dass mit "Convertible" eine Mischung aus Laptop und Tablet gemeint ist.

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"Ich bin völlig alle hier, ich kann nicht mehr", fasst Rive ihre Gemütslage irgendwann zusammen.

(Foto: RTL/Dirk Borm)

Der zweite Zusatzjoker war dann der Herr, der bereits beim Hürdenlauf goldrichtig gelegen hatte. Er konnte dieses Mal mit seinem Spezialgebiet, dem Fußball, glänzen. Er wusste, dass es Eckball gibt, wenn ein Torwart beim Abstoß das Leder versehentlich ins eigene Tor schießt. Das war selbst dem ehemaligen "Sportstudio"-Moderator Jauch neu. Aber Rive hatte dieselbe Vermutung gehabt.

WWM: "Kamikaze pur"

Doch auch diese Kandidatin verließen am Ende die Nerven. Die hatten in der Runde zuvor bereits allzu sehr gelitten. "Vielleicht sollte ich es einfach mal mit Fresse halten versuchen. Dann ist alles gut", hatte sie sich unmittelbar davor noch selbst ermahnt - nur um sogleich voll auf Risiko zu gehen. Rive hatte eben noch geschwankt, ob im DAX nur eine Bank oder nur eine Versicherung vertreten ist. Plötzlich aber loggte sie die Bank ein. "Kamikaze pur", urteilte die Kandidatin aus Troisdorf.

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"Das war reines Bauchgefühl, reines Bauchgefühl", freute sie sich, als Jauch verkündete: Das Risiko hat sich ausgezahlt. "Das war heftig", schnaufte auch der Moderator kurz durch. "Jetzt ist aber wirklich Fresse halten angesagt. Jetzt geht gar nichts mehr hier", kündigte die Kandidatin an. Deshalb passte sie trotz des sicheren Zusatzjokers, der mit dem Eckball wieder richtig lag. "Sorry, das traue ich mich nicht. Ich bin völlig alle hier, ich kann nicht mehr", sagte Rive. Sie steigerte ihren Gewinn von 64.000 auf 117.000 Euro und war in dieser Hinsicht die Gewinnerin des Finales.

Rive plant eine schöne Feier in ihrer Kanzlei (Kollegen hatten ihre Bewerbung ohne ihr Wissen bei RTL eingereicht). Wofür bei der Plüschtier-Liebhaberin der Großteil des Gewinns draufgehen wird, war Jauch aber klar: "Ich fürchte, es wird in einer Orgie aus Stofftieren enden." Schließlich träumt Rive von einem eigenen Zimmer für ihre Sammlung. Dank der höheren Summe will sich die Angestellte jetzt wohl auch von ihrem alten Diesel verabschieden. Es solle aber wieder ein SUV werden: "Ich entschuldige mich schon mal bei Herrn Habeck."

Quelle: ntv.de

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