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Let's Dance - HalfinaleImpro-Wahnsinn! Diese drei tanzen im Finale

23.05.2026, 01:52 Uhr Bildschirmfoto 2026-02-21 um 21.32.44Von Verena Maria Dittrich
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Die Aufregung hat sich ausgezahlt: Die Tanzschülerin Anna-Carina Woitschack und ihr Lehrer, Profitänzer Evgeny Vinokurov tanzen ins Finale. (Foto: picture alliance/dpa)

Drei Tänze. Kaum Zeit zum Durchatmen. Und dann auch noch der gefürchtete "Impro Dance": Während Milano mit einem Moonwalk-Moment die Halle abreißt, wächst Anna-Carina Woitschack im Halbfinale über sich hinaus. Doch für einen Promi platzt der Traum in letzter Minute. Die Finalisten stehen somit fest.

Gefühlt hat die 19. Staffel gerade eben erst begonnen, da ist schon wieder Halbfinale. Neben den zwei Einzeltänzen müssen die verbliebenen vier Tanzpaare dieses Mal auch einen dritten absolvieren und bei dem handelt es sich um keinen Geringeren als den gefürchteten "Impro Dance".

Milano muss direkt als Erster ran. Im Training merkt man ihm zwischenzeitlich durchaus an, wie sehr ihn dieses permanente Lernen der Choreografien inzwischen auslaugt. Auf dem Parkett sieht man davon allerdings nichts. Sein Charleston hat genau diesen lockeren Zug, den die Jury an ihm so mag, ist schnell und erstaunlich unangestrengt. Fast hat man das Gefühl, dass der Musiker gerade dann besonders gut ist, wenn es richtig ernst wird.


Und dann kommt mit der Rumba "der Paartanz schlechthin". Genau so tanzen die beiden dann auch - ganz nah beieinander. Motsi spricht von der Intimität und davon, dass "die Rumba rüberkam". Selbst Llambi, der in der Hüfte noch Luft nach oben sieht, kann dem Miteinander der beiden wenig vorwerfen.

Auch bei Anna-Carina Woitschack wirkt es, als hätte sie sich den Trainingsfrust der vergangenen Wochen einfach weggetanzt. Ihre Samba lebt von der großen Lust noch mal richtig abzuliefern und genau das honoriert auch die Jury, die vor allem ihre Entwicklung und ihre starke Verbindung zu Evgeny hervorhebt. Der ist übrigens im Halbfinale tatsächlich mehr aufgeregt als seine Schülerin.

Standard-Königin mit "goldener Choreografie"

Beim Langsamen Walzer verändert sich die Stimmung dann aber komplett. Anna-Carina erzählt vorher noch, man frage sich bei manchen Choreografien zunächst: "Wer soll das tanzen?" - und wundere sich später darüber, "was der Körper leisten kann".
Dieses Hineinwachsen in einen Tanz spiegelt sich dann auch wider. Der Walzer braucht keine großen Effekte, um zu berühren. Llambi lobt, es habe "keinen Schnickschnack gebraucht". Jorge nennt die letzte Frau unter den Kandidaten sogar die "Standard-Königin der Staffel".

Besonders emotional wird es allerdings erst danach, als Evgeny Vinokurov unter Tränen seinem verstorbenen Trainer dankt. Dieser Langsame Walzer sei dessen "goldene Choreografie" gewesen, erklärt er, und genau diese Basic-Schritte habe ihm der Trainer beigebracht, als er selbst gerade einmal sieben Jahre alt gewesen sei.

Ross Antony geht den Abend zunächst so an, wie man ihn kennt: mit maximalem Einsatz und einer Portion Chaos, das technisch nicht immer sauber ist. Der Quickstep lebt deshalb eher von seiner Energie, was Jorge und Motsi sichtbar feiern, während Llambi bei Timing und Fußarbeit deutlich kritischer bleibt.
Umso stärker erscheint später der Bruch mit dem Contemporary, in dem Ross wieder eine viel verletzlichere Seite zeigt. Statt Entertainment steht diesmal wirklich das Gefühl im Mittelpunkt. Llambi sagt sogar: "Das war Ross, wie er ist."

Das letzte Paar im Bunde sind Joel Mattli und Malika. Ihre Salsa wirkt zunächst noch wie ein Tanz, bei dem Kopf und Körper nicht immer ganz gleichzeitig ankommen. Man merkt, wie sehr Joel funktionieren will, gleichzeitig fehlt stellenweise genau jene Selbstverständlichkeit, die eine Salsa leicht aussehen lässt. Jorge bleibt dennoch freundlich und sagt: "Ich bin zufrieden".

Interessant wird dadurch aber erst der direkte Kontrast zum Tango wenig später. Plötzlich zeigt sich Joel nämlich deutlich angriffslustiger, fast so, als hätte der Druck des Halbfinals endlich auch etwas in ihm ausgelöst. Jorge fordert nun nämlich begeistert: "So wollen wir dich immer sehen!", Motsi lobt "Power" und "Drive", und selbst Llambi erkennt an, dass Joel diesmal "auf Angriff getanzt" habe.

"Arsch in der Hose" beim "Impro Dance"

Nach den ersten beiden Tänzen wartet im Halbfinale allerdings noch die eigentliche Nervenprobe: der gefürchtete "Impro Dance". Die Paare müssen dabei bekannterweise spontan zwei unterschiedliche Tanzstile miteinander verbinden, erfahren den Song erst kurz vor dem Auftritt und haben dann gerade einmal anderthalb Minuten Zeit, um sich umzuziehen, kurz abzusprechen und irgendwie einen gemeinsamen Plan zu finden. Das heißt natürlich maximaler Stress und daher gilt dieses Format unter den Promis seit Jahren als einer der unangenehmsten Momente der Staffel.

Aber Ross Antony und Druck? Nicht mit dem Entertainer! Die Fusion aus Cha Cha Cha und Wiener Walzer tanzt er, ohne sich dabei komplett den Spaß nehmen zu lassen. Llambi lobt ausdrücklich, Ross habe diesmal "keinen Quatsch gemacht", und allein dieser Satz dürfte doch fast wie ein kleiner Ritterschlag sein.

Auch Joel Mattli scheint dieses spontane Chaos mehr zu liegen als die einstudierten Abläufe. Die Mischung aus Cha Cha Cha und Slow Fox gelingt ihm souverän. Moment: Sprechen wir hier wirklich von einer gefürchteten Nervenprobe?

Denn vor allem Milano liefert im Impro-Dance endgültig den Auftritt eines echten Halbfinalisten ab. Die Fusion aus Paso Doble und Cha Cha Cha ist erstaunlich kontrolliert, selbst der eingebaute Moonwalk passt genau in diesen wilden Mix hinein. Vor allem Llambi freut sich beinahe überschwänglich, spricht davon, dass Milano "den Arsch in der Hose gehabt" habe, und genau dieses Risiko zahlt sich auch aus: perfekte 30 Punkte.

Noch größer scheint die Anspannung allerdings kurz darauf bei Anna-Carina Woitschack und Evgeny Vinokurov zu sein, die als letztes Paar ran müssen. Gerade Evgeny wirkt vorher extrem nervös, doch ausgerechnet ihnen gelingt die stärkste spontane Performance dieser dritten Challenge. Die Fusion aus Jive und Wiener Walzer ist so elegant und komplett durchgezogen, dass es die Jury nicht mehr auf den Stühlen hält. Auch hier: Verdiente 30 Punkte für den besten Impro-Dance des Halbfinals.

Am Ende erwischt es dann allerdings ausgerechnet Ross Antony. Kurz vor dem Finaleinzug muss der Entertainer die Show verlassen. Die Finalisten stehen damit fest: Milano, Joel Mattli und Anna-Carina Woitschack kämpfen kommende Woche um den "Let's Dance"-Pokal.

Quelle: ntv.de

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