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Let's Dance -ViertelfinaleJoel Mattli tanzt sich mit Wahnsinns-Show ins Halbfinale

16.05.2026, 01:16 Uhr Bildschirmfoto 2026-02-21 um 21.32.44Von Verena Maria Dittrich
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Dreimal Höchstwertung: Der Sportler Joel Mattli mit der Profitänzerin Malika Dzumaev. (Foto: picture alliance/dpa)

Viertelfinale bei Let's Dance: Der Druck wird mittlerweile brutal. Während Joel Mattli mit Traumwertungen Richtung Finale tanzt, brechen bei anderen längst alle Nerven weg. Nach der Entscheidung sinkt sogar eine Kandidatin überwältigt zu Boden. Am Ende trifft es einen, mit dessen Aus kaum jemand gerechnet hatte.

Im Viertelfinale von Let's Dance wird direkt klar, dass unser RTL an diesem Abend keine halben Sachen machen will. Nicht nur, dass statt des gewohnten Moderationsduos plötzlich Daniel Hartwich gemeinsam mit Laura Wontorra durch die Show führt, auch der berüchtigte Trio-Dance wirft längst seine Schatten voraus und sorgt schon vor dem ersten Bewertungsschild für leicht nervöse Gesichter.

Dabei wirkt der Abend zunächst erstaunlich leichtfüßig. Jan Kittmann eröffnet gemeinsam mit Kathrin Menzinger zu "Ghostbusters" mit einem Charleston, der zwar nicht vollkommen sauber gerät, dafür aber genau jene Mischung aus Spielfreude und Showgeist besitzt, die ein Viertelfinale braucht. Jorge, dieses Mal mit einer Frisur, die den ersten fünf Sitzreihen hinter ihm die Sicht nimmt, feiert den Auftritt als "ganz ganz toll", Motsi stört sich nur leicht an der fehlenden Synchronität und selbst unser Herr Llambi, der von Jans Schritten sichtbar mehr erwartet hatte, landet am Ende immerhin bei einer "ordentlichen Vorstellung".

Deutlich mehr Druck entsteht beim Trio-Dance, als Jan und Kathrin gemeinsam mit Vadim Garbuzov einen feurigen Paso Doble aufs Parkett bringen. Die Nummer lebt vor allem von der Dramatik, was sich schnell auch auf das Publikum überträgt. Klar, der Jury-Boss entdeckt zwar erneut kleinere Fehler und bremst die Euphorie etwas aus, insgesamt zeigt sich die Jury aber deutlich angetan.

"Joel, du warst großartig"

Regelrecht euphorisch wird es bei Joel Mattli und Malika Dzumaev, deren Wiener Walzer weniger nach klassischer Standardnummer aussieht als nach einem dieser Momente, in denen ein Kandidat plötzlich vergisst, dass Kameras mitlaufen. Dass Joel sich dabei sogar eine blutige Nase zuzieht, passt irgendwie zu dem Paar, das nahezu aufs Ganze geht. Llambi adelt den Auftritt mit "Joel, du warst großartig" und spätestens beim anschließenden "Dreier" mit Zsolt Sándor Cseke gibt es im Studio kein Halten mehr. Der Charleston zu "Geraldine’s Routine" entwickelt sich zur kompletten Publikumsnummer. Macht unterm Strich: dreimal die Höchstwertung und Finalstimmung. "Alles richtig gemacht, herzlichen Glückwunsch!"

Und dann ist da noch Ross Antony, der gemeinsam mit Mariia Maksina zunächst einen Paso Doble aufs Parkett bringt, der vor allem von Ross’ sichtbarer Spielfreude lebt. Während Motsi seine Präsenz lobt, verliert Llambi zwischenzeitlich kurz die Geduld und fragt spöttisch: "Hat er da gerade in die Hose gemacht?" Wirklich ausbremsen lässt sich Ross davon natürlich nicht. Gemeinsam mit Valentin Lusin liefert das Trio schließlich einen überraschend eleganten Wiener Walzer ab, bei dem Motsi am Ende sogar nur noch von "Gänsehaut" spricht. Die paar kleinen Fehler geraten dabei fast zur Nebensache.

Auch Milano und Marta Arndt setzen mit ihrem Contemporary auf große Emotionen. Die akrobatisch aufgeladene Performance begeistert das Publikum. Während Motsi besonders die emotionale Wirkung des Auftritts hervorhebt und Jorge die Harmonie zwischen beiden lobt, richtet Llambi seinen Blick eher auf Martas Arbeit während der gesamten Staffel und erklärt ihre Choreografien kurzerhand für "Hervorragend".

"Du bist slay!"

Beim anschließenden Trio-Dance wird es allerdings deutlich anspruchsvoller. Gemeinsam mit Marta und Anastasia Maruster muss sich der Musiker an einen schnellen Quickstep wagen, der ihm im Vorfeld sichtbar Respekt eingeflößt hatte.

Während Jorge ihm mit einem knappen "Du bist slay!" beinahe TikTok-Energie verpasst, packt Llambi diesmal wieder die große Kritik-Keule aus. Vor allem Choreografie, Technik und einzelne Hebefiguren gefallen ihm deutlich weniger als noch beim ersten Tanz des Abends.

Für Anna-Carina Woitschack, inzwischen die letzte verbliebene Frau im Wettbewerb, wird es zwischenzeitlich allerdings unangenehm. Ihre gefühlvolle Rumba kommt beim Publikum zwar gut an, bei Llambi jedoch keineswegs. Der zerlegt ihren Auftritt stellenweise regelrecht und kritisiert Technik sowie Ausdruck ungewöhnlich scharf. Im Studio wird es zwischenzeitlich auffallend still.

Umso wichtiger wirkt deswegen der Trio-Dance gemeinsam mit Evgeny Vinokurov und Ekaterina Leonova, bei dem Anna-Carina in der feurigen Salsa zu „Apocalipsis“ von Isabela Merced deutlich befreiter wirkt. Doch auch hier fehlt der Jury teils weiterhin das große Feuer.

Spätestens nach diesem Viertelfinale wird allerdings auch klar, unter welchem enormen Druck die Kandidaten inzwischen stehen. Ein Blick auf die Punktetafel reicht aus, um zu sehen, wie stark die Leistungsdichte in dieser 19. Staffel von Let's Dance tatsächlich ist. Die Zehnerkellen fliegen inzwischen beinahe inflationär nach oben, was weniger für eine zu milde Jury spricht als für eine Staffel, in der sich viele Kandidaten ungewöhnlich konstant auf hohem Niveau bewegen. Gleichzeitig hat die Show in den vergangenen Wochen mehrfach bewiesen, dass selbst starke Wertungen längst keine Garantie mehr sind. Erst vor kurzem erwischte es trotz hoher Punktzahlen überraschend Nadja Benaissa.

Und auch diesmal rechneten nach der auffallend harten Jurykritik viele eher mit dem Aus von Anna-Carina Woitschack. Stattdessen trifft es am Ende völlig überraschend Jan Kittmann, womit im Studio kaum jemand gerechnet hatte. Während Jan die Entscheidung gefasst hinnimmt, brechen aus Anna-Carina nach der Verkündung alle Emotionen heraus. Sichtlich überwältigt sinkt sie zu Boden, schlägt die Hände vors Gesicht und wirkt in diesem Moment vor allem wie jemand, von dem gerade tonnenschwerer Druck abgefallen ist. Damit stehen nun die Halbfinalisten fest.

Quelle: ntv.de

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