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"Überlebende häuslicher Gewalt" J.K. Rowling verteidigt ihre Tweets

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J.K. Rowling spricht über häusliche Gewalt.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling erfährt wegen einiger transfeindlichen Aussagen bei Twitter gerade viel Gegenwind. Nach Radcliffe bezieht nun auch Emma Watson Stellung. Rowling hingegen verteidigt ihre Meinung. Dabei nimmt sie auf ihre eigene Vergangenheit Bezug.

Autorin J.K. Rowling hat in einem offenen Brief, der auf ihrer Webseite veröffentlicht wurde, zu ihren umstrittenen Aussagen zu transsexuellen Personen Stellung bezogen. In dem Aufsatz verteidigt sie unter anderem ihr Recht, sich durch die Meinungsfreiheit offen zu Themen wie Transsexualität äußern zu können, ohne angegriffen zu werden.

Rowling erklärt, sie habe detaillierte Recherche zu Transgender-Themen betrieben, unter anderem auch für ihre Arbeit an einer Krimiserie. Sie habe seitdem Bedenken in Bezug auf die Gefährdung der Frauenrechte und junge Menschen, die durch radikalen Transaktivismus negativ beeinflusst werden, der keine Geschlechterunterschiede mehr zulässt.

Neben der Ergebnisse ihrer beruflichen Recherchen nennt Rowling aber auch noch persönliche Gründe, weshalb sie das Thema so beschäftigt. Sie sei eine Überlebende von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen. Das Trauma dieser Erfahrungen beeinflusse einige ihrer Überzeugungen und Gefühle über die Rechte von Frauen und ihre Befürchtungen, dass sie erodiert würden. "Ich erwähne diese Dinge jetzt nicht, um Sympathie zu gewinnen, sondern um Solidarität mit der großen Anzahl von Frauen zu zeigen, die eine Geschichte wie meine haben und als intolerant bezeichnet werden, weil sie Bedenken in Bezug auf gleichgeschlechtliche Räume haben", schreibt sie.

"Man öffnet die Tür für alle Männer"

Rowling betont, dass die meisten Transsexuellen keine Bedrohung für andere darstellten, sondern ebenso Schutz verdienten. Gleichzeitig wolle sie nicht, dass Mädchen und Frauen weniger sicher seien. "Wenn man Türen von Badezimmern und Umkleidekabinen für einen Mann öffnet, der sich als Frau fühlt oder glaubt eine zu sein, dann öffnet man die Tür für alle Männer, die hineinkommen möchten." Die, die gegen eine Befürwortung von Frauenräumen seien, seien nur diejenigen, "die privilegiert oder glücklich genug sind, niemals männliche Gewalt oder sexuelle Übergriffe erfahren zu haben, und die sich nie die Mühe gemacht haben, sich darüber zu informieren, wie weit verbreitet sie sind."

Rowling hatte am vergangenen Wochenende auf Twitter unter anderem einen Artikel kritisiert, der den Begriff "Menschen, die menstruieren" statt "Frauen" verwendete. Das biologische Geschlecht sei eine Realität, führte die Autorin weiter aus. "Wenn das Geschlecht nicht real ist, wird die Lebensrealität von Frauen weltweit ausgelöscht." Daniel Radcliffe und Eddie Redmayne, die Stars aus Rowlings Buchverfilmungen "Harry Potter" und "Phantastische Tierwesen", haben sich anschließend in zwei Statements gegen Rowling gestellt und sich dafür ausgesprochen, dass Trans-Frauen Frauen und Trans-Männer Männer seien.

Und auch Emma Watson legte nun noch mit einem Tweet nach. "Ich möchte, dass meine transsexuelle Follower wissen, dass ich und so viele Menschen auf der ganzen Welt euch sehen, respektieren und lieben für das, was ihr seid", schrieb sie. Zudem sicherte sie zwei Organisationen, die sich für die Rechte von transsexuellen Menschen einsetzen, ihre Unterstützung zu und rief ihre fast 30 Millionen Twitter-Anhänger auf, es ihr gleichzutun.

Quelle: ntv.de, nan/spot