Unterhaltung

Ärger um "Frauen"-Tweet Fans werfen J. K. Rowling Transphobie vor

91560126.jpg

Folgt auf Twitter einigen transfeindlichen Accounts: J. K. Rowling.

(Foto: picture alliance / Hayoung Jeon/)

Über ihre mögliche Abneigung gegenüber Transmenschen wird schon lange spekuliert. Nun scheint J. K. Rowling die Vorwürfe zu bestätigen. Auf Twitter empört sich die "Harry Potter"-Autorin über das Auslassen von Geschlechtsbezeichnungen in einem Medienbericht - das gibt Ärger.

Dass sie mit ihren kontroversen Aussagen zum Thema Transgender wieder einmal für einen Shitstorm sorgen würde, hätte sich J. K. Rowling denken können, als sie am Sonntagabend mehrere Tweets über Frauen und Geschlechter absetzte. Die "Harry Potter"-Autorin teilte einen Artikel mit der Überschrift "Meinung: Das Erschaffen einer gleichberechtigteren Nach-Covid-19-Welt für Menschen, die menstruieren". Doch den Kommentar, den sie dazu abgab, empfanden viele Twitter-Nutzer als ziemlich unpassend.

"'Menschen, die menstruieren.' Ich bin mir sicher, dass es mal ein Wort für diese Leute gegeben hat. Helft mir mal auf die Sprünge. Wumben? Wimpund? Woomud?" Damit spielte sie auf "Women" an - das englische Wort für "Frauen". Nicht nur viele User aus der LGBTQ-Gemeinde sahen das als taktlos an und warfen Rowling daraufhin vor, transphob zu sein. So teilte ein Trans-Mann ein Foto von sich und seiner Mutter und schrieb dazu: "Ich menstruiere. Sie nicht. Nicht jeder, der menstruiert, ist eine Frau, und nicht alle Frauen menstruieren."

Eine weitere Userin bezeichnete es als "erbärmlich", dass Rowling "inmitten eines gewaltigen Aufschreis gegen Polizeibrutalität und der ungerechten Tötung schwarzer Menschen durch die Behörden" dafür entscheide, ihre "gigantische Plattform und Einfluss zu nutzen, um eine gefährdete Minderheit anzugreifen".

Das wollte die 54-Jährige nicht auf sich sitzen lassen. In einer Reihe von Tweets versuchte sie, ihren Standpunkt zu erklären. "Ich kenne und liebe Transgender, aber das Konzept, das Geschlecht aufzuheben, entfernt auch die Möglichkeit für viele, sinnvoll über ihr Leben zu diskutieren." Es sei "kein Hass, die Wahrheit zu sagen" und "Unsinn", ihr vorzuwerfen, Transgender zu hassen, weil sie an das Geschlechterkonzept glaube.

"Ich respektiere das Recht jedes Transmenschen, so zu leben, wie er es für authentisch und angenehm hält", schrieb Rowling weiter. "Ich würde mit euch protestieren, wenn ihr dafür diskriminiert werdet, dass ihr Transgender seid. Gleichzeitig wurde mein Leben davon geformt, dass ich eine Frau bin. Ich glaube nicht, dass es hasserfüllt ist, dies zu sagen." Viele Fans, darunter auch einige lesbische Frauen, solidarisierten sich daraufhin mit der Autorin und sahen in ihren Äußerungen keine Beleidigung, sondern nur eine Feststellung.

Rowling folgt transfeindlichen Accounts

Allerdings hatte Rowling schon im Dezember für einen Shitstorm auf Twitter gesorgt, als sie eine Steuerexpertin öffentlich unterstützte, die nach abfälligen Aussagen über Transgender-Personen vom britisch-amerikanischen Thinktank "Center for Global Development" gekündigt wurde. Der Rauswurf wurde in sozialen Medien äußerst kontrovers diskutiert, weil er sogar vor Gericht landete.

Für viele Kritiker war die Positionierung der sonst so liberalen Autorin aber keine Überraschung. Denn seit Rowling in sozialen Medien mehreren transfeindlichen Accounts folgt, wird ihr vorgeworfen, transphob zu sein. Von vielen wird die 54-Jährige eine "Terf" genannt. Die Abkürzung steht für "Trans Exclusive Radical Feminist", was so viel heißt wie "Transgender ausschließende Radikal-Feministin". Angebote für Gespräche mit LGBTQ-Organisationen lehnte Rowling nach dem Skandal im Dezember ab.

Quelle: ntv.de, lri