Unterhaltung

Drogen, Einzelhaft, Hunger Jenke von Wilmsdorff geht ans Limit

100630670.jpg

RTL / Jürgen Schulzki

RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff lotet wieder einmal die Grenzen aus - mit vier extremen Selbstversuchen in neuen Folgen seines "Jenke-Experiments". Der 50-Jährige erlebt gleich mehrere Drogenräusche, verliert seine Erinnerung, hungert wie ein Essgestörter und zieht zwei Wochen lang in eine Einzelzelle. Im Interview berichtet er von heftigen Erfahrungen, aber auch schönen Momenten während seiner physischen und psychischen Grenzgänge.

Wie kommst du auf die jeweiligen Themen?

Ich habe das große Glück ein sehr kreatives Team an meiner Seite zu haben. Und wir alle zusammen kommen auf die jeweils neuen Themen. Das geht nicht im Alleingang, weil jeder von uns seine Sicht miteinbringt und erst dadurch die Experimente so komplex werden können, wie sie sind.

Du hast dir bereits für die vergangenen Experimente einen täglichen Alkoholrausch angetrunken und mit Cannabis experimentiert. Warum testest du jetzt erneut Drogen im Selbstversuch?

100630772.jpg

Jenke von Wilmsdorff geht mit dem "Jenke-Experiment" bereits in die vierte Staffel.

(Foto: RTL / Jürgen Schulzki)

Weil wir mittlerweile in einer Zeit angekommen sind, in der viele Menschen glauben, ohne Drogen nicht mehr perfekt funktionieren zu können. Ich habe junge Mütter getroffen, die Crystal Meth-süchtig wurden, um die vielfachen Belastungen ihres Alltags bewältigen zu können. Andere nahmen Heroin oder andere Stimulanzien, um sich schöne Momente in den düster grauen Tag zu zaubern. Auch in den oberen Schichten unserer Gesellschaft wird kräftig konsumiert, um funktionieren zu können und den Ansprüchen gerecht zu werden: Politiker, Richter, Ärzte und viele andere zählen dazu. Der Druck auf uns alle ist enorm gestiegen, aber nicht jeder kommt damit gleich gut zurecht. Wenn die arbeitsreiche oder frustrierende Woche dann endlich hinter einem liegt, muss gefälligst ein spaßiges voll ausgekostetes Wochenende her. Mit Partydrogen wollen viele dann auf Nummer sicher gehen. Diese Entwicklung halte ich für äußerst bedenklich und deshalb nehme ich mich diesem Thema an.

Befürchtest du wieder heftige Diskussionen zum Thema oder auch Kritik, warum man so etwas im Fernsehen zeigt?

Gerade bei einem sensiblen Thema wie "Drogen" wäre ich naiv, wenn ich nicht im Vorfeld mit Gegenwind rechnen würde. Mir ist klar, dass mein Selbstversuch nicht jedem gefallen wird. Das muss er aber auch nicht, solange er die erreicht, die es betrifft und sie zum Nachdenken animiert. Damit meine ich nicht nur die Drogenkonsumenten, sondern auch die Eltern, die ratlos Veränderungen bei ihren Kindern beobachten und sie nicht einordnen können. Ich distanziere mich aber auch von der Parole: Alle Drogen sind schlecht und gefährlich. Ich habe während meines Experimentes auch positive Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln können.

Was war für dich das heftigste Experiment in dieser Staffel?

Jedes einzelne Experiment ist für mich körperlich und seelisch extrem intensiv, denn ich gehe jedes Mal an meine Grenzen und oft auch darüber hinaus. Man muss bedenken, dass ich mich 24 Stunden am Tag in dem jeweiligen Experiment befinde und nicht nur solange die Kamera läuft. Meine Gedanken, meine Gefühle, mein Körper, meine Seele stehen während dieser Zeit unter voller Beanspruchung. Da fällt es mir schwer, den "Favoriten" dieser Staffel zu finden. Drogenrausch mit Paranoia? Zwei Wochen in der Einzelhaft auf acht Quadratmeter? Fünf Wochen extrem hungern? Seine Erinnerung kurzzeitig verlieren und sich dement fühlen? Entscheiden Sie selbst.

Gab es auch besonders schöne Momente und Erfahrungen?

Die gibt es immer wieder, zum Glück! Schöne Momente garantieren die Beteiligten der jeweiligen Experimente, die Menschen, die ich begleiten darf und die mir ihre Geschichten anvertrauen. Da wird trotz der dramatischen Einzelschicksale oft gelacht und sich auch auf die schönen Momente des Lebens konzentriert. Schöne Momente sind für mich auch die Situationen, in denen ich lerne, Dinge anders zu sehen und zu bewerten. Und richtig schön werden sie, wenn sich mir Lösungen für das jeweilige Problem offenbaren und ich diese weitereichen kann.

Die letzten Experimente wurden 2014 ausgestrahlt. Warum sind die Pausen zwischen den Staffeln recht groß?

Das liegt daran, dass wir die Staffeln über einen Zeitraum von rund neun Monaten produzieren. In jedem Experiment stecke ich mindestens vier Wochen, beim "Fitness-Experiment" der letzten Staffel sogar über drei Monate. Dazwischen ein paar Tage Pause, zum Umswitchen und dann weiter mit dem nächsten Experiment. Wir haben zum Glück die Möglichkeit, den Themen gerecht, aufwendig zu produzieren. Wir reisen viel und treffen die besten Protagonisten und Experten, wo immer sie auch leben mögen und das braucht Zeit.

Gibt es schon neue Ideen für weitere Experimente?

Die gibt es, jeden Tag aufs Neue. Wir sammeln sie und beraten uns, wenn die aktuelle Staffel gelaufen ist.

"Das Jenke-Experiment" ist am 5. September und an den kommenden drei Montagen jeweils um 21.15 Uhr bei RTL zu sehen.

Quelle: n-tv.de, vpr

Mehr zum Thema