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Immer für einen Skandal gut Jens Lehmanns neuestes Kettensägenmassaker

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Schon in seiner aktiven Zeit nicht immer zurückhaltend: Jens Lehmann.

(Foto: picture-alliance / Pressefoto ULMER/Michael Kienzle)

Als Torwart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft kommt ihm einst eigentlich eine Vorbildfunktion zu. Doch sowohl auf als auch neben dem Platz sorgt Jens Lehmann wiederholt für Skandale. Dass er nun sogar die Kettensäge auspackt, fügt sich so nur passend ins Bild.

Die Meldung klingt nur allzu skurril: Jens Lehmann geht mit einer Kettensäge auf eine Garage los, weil diese ihm wohl den Blick auf den See vermiest. Doch wenngleich die Nachricht zunächst anmutet wie eine B-Movie-Variante des Horrorfilms "Kettensägenmassaker" - beim Ex-Fußball-Nationaltorwart gliedert sie sich dann doch in eine Reihe von Skandalen ein.

Die Schoten, die sich der heute 52-Jährige dereinst auf dem Platz leistete, wollen wir dabei noch nicht mal großartig mit einrechnen. Klar, auch schon in seiner aktiven Zeit bei Vereinen wie Schalke 04 (1988 - 1998), Borussia Dortmund (1999 - 2003), dem FC Arsenal (2003 - 2008) oder dem VfB Stuttgart (2008 - 2010) ist Lehmann auf dem Rasen kein Kind von Traurigkeit.

Da tritt er bei Gegnern übel nach, bepöbelt seine Mitspieler oder schon auch mal einen Fan, weil der bei der Frage nach einem Autogramm nicht "Bitte" gesagt hat. Was seinerzeit im Champions-League-Spiel des VfB gegen Unirea Urziceni aus Rumänien wirklich passierte, wird hingegen wohl für immer ein Rätsel bleiben. Fest steht: Die Fernsehbilder legen nahe, dass Lehmann inmitten des Spiels mal eben hinter eine Bande pinkelte.

"Fußball ist Männersache"

Eigentlich käme Lehmann, der von 1998 bis 2008 auch zum Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft zählte, ja eine Vorbildfunktion zu. Doch der wird er wiederholt weder auf noch neben dem Platz gerecht. Seit dem Ende seiner aktiven Karriere hat sich daran kaum etwas geändert. Eher im Gegenteil.

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Spielte einst mit Jens Lehmann in der Nationalmannschaft: Thomas Hitzlsperger.

(Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel)

So produziert er 2014 etwa einen Aufschrei der Entrüstung, als er sich als Talkshow-Gast zum Coming-out seines einstigen Nationalmannschaftskollegen Thomas Hitzlsperger als homosexuell äußert. "Es hat niemand etwas daran gewonnen. Fußball ist Männersache, da muss man nicht so viel nachdenken", lautet Lehmanns Urteil über Hitzlspergers mutiges Eingeständnis.

Doch damit nicht genug. Hätte er von Hitzlspergers Homosexualität gewusst, hätte er dies "komisch" gefunden, lässt Lehmann durchblicken. "Man duscht jeden Tag zusammen …" Schließlich wartet der Ex-Keeper noch mit einem vergifteten Kompliment auf: "Thomas Hitzlsperger ist ein Spieler, der erstens sehr intelligent ist, und zweitens von seiner Spielweise überhaupt nicht den Anlass gegeben hätte, dass da man hätte denken können, da ist irgendetwas."

Den homophoben Äußerungen lässt Lehmann im Jahr darauf eine Aussage folgen, der nicht wenige das Prädikat "Alltagsrassismus" verleihen. Nach einem Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Georgien bescheinigt er als TV-Experte dem in Gelsenkirchen geborenen Ilkay Gündogan, er sei intelligent und "spricht sehr gut Deutsch".

Corona "nicht so bedenklich"

Nicht ganz so gut klappt es dagegen womöglich mit dem Rechnen bei Lehmann, wenngleich er Berichte, er habe Steuern hinterzogen, rigoros dementiert. Aktenkundig ist dagegen seine Verurteilung zu insgesamt 42.500 Euro Strafe wegen Beihilfe zur Unfallflucht aus dem Jahr 2016. Damals hatte er als Beifahrer nach einem Auffahrunfall in München mitgeholfen, sich gesetzeswidrig aus dem Staub zu machen.

Lehmann wäre nicht Lehmann, hätte er nicht auch zur Situation in der Corona-Pandemie seine ganz eigenwillige Meinung kundgetan. "Mir hat noch keiner die Frage beantworten können, warum man in ein Stadion wie die Allianz-Arena, in die 70.000 Leute reinpassen, nicht 20.000 reinstecken kann", kritisiert er im April 2020 in einem TV-Gespräch die Geisterspiele.

Kurz darauf redet er die Corona-Gefahren abermals klein: "Solange die Symptome nicht ganz so schlimm sind, denke ich, müssen Spieler damit klarkommen. Deswegen denke ich, für junge, gesunde Menschen mit einem starken Immunsystem ist das nicht so bedenklich." Und in einem Facebook-Post erklärt er abermals, dass alles doch gar nicht so schlimm sei: "2017 mussten wir in Deutschland 23.000 Grippe-Tote betrauern. Da hat es keiner wahrgenommen. Jetzt müssen wir genau die gleiche Sterberate innerhalb der Bevölkerung von 0,028 Prozent betrauern", gibt er den Gesundheitsexperten.

Dennis Aogo als "Quotenschwarzer"

Im Mai 2021 schließlich schürt Lehmann ein weiteres Mal rassistische Ressentiments. Da macht Ex-Fußballer Dennis Aogo eine Nachricht öffentlich, in der er von Lehmann als "Quotenschwarzer" bezeichnet wurde. Immerhin: Lehmann entschuldigt sich anschließend für den Ausspruch. Das bewahrt ihn jedoch nicht vor seinem Rauswurf aus dem Aufsichtsrat von Hertha BSC, der Kündigung mehrerer TV-Engagements und dem Verlust des Botschafterpostens bei der Laureus World Sports Academy.

Für seine Kettensägen-Aktion drohen Jens Lehmann dagegen nun womöglich zivilrechtliche Konsequenzen, auch wenn der von ihm angeblich angerichtete Schaden nur ein paar Hundert Euro betragen soll. Sein Image aber hat er auf jeden Fall ein weiteres Mal ordentlich zersägt.

Quelle: ntv.de

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