"Verspätet" und "unvollständig""Jerks"-Star Fahri Yardim bricht sein Schweigen zum Fall Ulmen

Tagelang hat er zu den Vorwürfen gegen seinen Freund und Kollegen Christian Ulmen geschwiegen. Jetzt meldte sich "Jerks"-Star Fahri Yardim zu Wort. Was er zu sagen hat, klingt selbstkritisch - für manche allerdings auch unpersönlich.
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen haben sich viele Prominente öffentlich geäußert und mit der Schauspielerin und Moderatorin solidarisiert. Einer war allerdings nicht dabei: Ulmens Freund und Kollege Fahri Yardim. Jetzt hat der Schauspieler, der an Ulmens Seite in der Comedyserie "Jerks" auftrat, ein langes Statement auf Instagram veröffentlicht.
Seine Wortmeldung sei "verspätet" und "unvollständig", räumt der 45-Jährige gleich zu Beginn ein. "Ich bin genauso geschockt wie alle anderen", schreibt er weiter. Er bewundere Colliens Mut und sei dankbar für den Zuspruch, den sie erhalte. "Ich fühle mit ihr. Und ich bin dankbar dafür, wie sie ihre persönliche Geschichte in eine Kraft übersetzt, die echte strukturelle Veränderung möglich macht."
Dann geht Yardim lange darauf ein, warum er sich nicht schon früher zu Fernandes bekannt habe. "Mir ist bewusst, dass mein Zögern nicht neutral ist", schreibt er. Es beeinflusse, welche Deutungen Gewicht bekämen und welche Perspektiven sich verfestigten. Er habe aber Zeit gebraucht. Die Situation habe für ihn eine öffentliche und eine private Ebene, die gleichzeitig existierten. "Und genau diese Gleichzeitigkeit ließ sich für mich nicht in eine schnelle, eindeutige Position übersetzen, ohne dass etwas Wesentliches verloren gegangen wäre". Er sehe aber inzwischen, dass sein Zögern selbst bereits eine Position sei.
Manche vermuten KI am Werk
In der Kommentarspalte bekam Yardin für seine Ausführungen nicht nur Anerkennung. "Unverständlich" und "pseudointellektuell" nennen manche der Kommentierenden das Geschriebene. Viele vermuteten, er habe den Text von einer KI verfassen lassen. "Generisch, kryptisch und unpersönlich" klinge er, kommentiert etwa der Schauspieler Steffen Groth. Andere verteidigen den "Jerks"-Star und können die Situation nachvollziehen. "Er ist sein Freund, sein Kollege, das muss man erst einmal verstehen und verkraften", fasst es eine Nutzerin zusammen. Yardim selbst schreibt dazu, der Text sei auch Ausdruck seiner Überforderung. "Eine erste Annäherung an die berechtigte Erwartung, sich zu bekennen".
Yardim war mit Ulmen freundschaftlich und beruflich eng verbunden. Zwischen 2017 und 2023 standen die beiden zusammen für "Jerks" vor der Kamera, wo sie sich selbst spielten, beide hatten einen gemeinsamen Werbedeal mit der Telekom. Auch Collien Fernandes war Teil des "Jerks"-Casts. Pheline Roggan und Emily Cox, die in der Serie die Partnerinnen von Ulmen und Yardim spielten, wandten sich über Instagram direkt an Fernandes. "Ich bewundere dich dafür, dass du den Mut und die Kraft hast, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, damit die Scham endlich die Seiten wechselt", schrieb Roggan in einem Kommentar, Cox äußerte sich ähnlich. Yardim schwieg zunächst, was öffentlich durchaus registriert wurde. Unter seinen letzten Instagram-Beiträgen häuften sich Kommentare, in denen er zu einer Positionierung aufforderten.
Fernandes hatte die Strafanzeige gegen ihren früheren Partner am Donnerstag öffentlich gemacht, der "Spiegel" berichtete ausführlich über die Vorwürfe. Ulmen habe demnach seit zehn Jahren Fake-Profile unter ihrem Namen angelegt und gefälschte Nacktfotos und Sexvideos verschickt, die vermeintlich Fernandes zeigten. Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung" handle. Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet". Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.