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Verleumdungsprozess verloren Johnny Depp will Einspruch einlegen

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Johnny Depp und Amber Heard sind seit 2017 geschieden.

(Foto: imago images/Future Image International)

Der Hollywood-Star verliert vor Gericht gegen eine britische Boulevardzeitung, die ihn als "Ehefrauen-Schläger" bezeichnet. Für die Richter steht außer Zweifel, dass Johnny Depp seine Ex-Frau Amber Heard misshandelt hat. Der Schauspieler will sich mit dem Urteil jedoch nicht abfinden.

Hollywood-Star Johnny Depp will nach seiner gerichtlichen Niederlage gegen die Boulevardzeitung "Sun" in Berufung gehen. "Das Urteil ist so fehlerhaft, dass es lächerlich wäre, wenn Herr Depp keinen Einspruch einlegen würde", teilte Depps Anwältin, Jenny Afia, mit. Das Gericht habe sich ausschließlich auf die Aussagen von Depps Ex-Frau Amber Heard verlassen und Gegenbeweise von Polizei, Medizinern und anderen Zeugen ignoriert. Depp war in einem Artikel der "Sun" unter anderem als "Ehefrauen-Schläger" bezeichnet worden.

Der High Court in London hatte zuvor die Klage Depps gegen die "Sun" abgewiesen. Die Mehrheit der in der "Sun" erwähnten Vorwürfe habe sich als wahr erwiesen, schrieben die Richter in ihrem online veröffentlichten Urteil. Der Schauspieler hatte gegen den Verlag wegen eines Artikels geklagt, in dem behauptet wurde, er habe seine Ex-Frau Amber Heard körperlich misshandelt.

In dem Artikel hatte Chefredakteur Dan Wootton die Schriftstellerin Joanne K. Rowling dafür kritisiert, dass sie dem "Ehefrauen-Schläger" Depp eine Rolle in der Filmreihe "Phantastische Tierwesen" gegeben habe. Er bezog sich auf Aussagen von Heard, wonach sich der 57-Jährige ihr gegenüber mehrfach gewalttätig verhalten habe. Depp, der die Vorwürfe seiner Ex-Frau bestreitet, verklagte Wootton und den "Sun"-Verlag daraufhin wegen Verleumdung.

Drogen, Todesangst und Erinnerungslücken

Der Promi-Prozess am High Court im Juli hatte weltweite Aufmerksamkeit erregt. Wochenlang zeichneten Depp ("Fluch der Karibik") und seine 23 Jahre jüngere Ex-Ehefrau ("Zombieland") das Bild einer zutiefst zerstörerischen Beziehung. So hatte Heard im Kreuzverhör gesagt, sie habe ihren Ex-Mann geliebt, doch unter Drogeneinfluss werde er zu einem "Monster" und neige zu extremer Gewalt. Manchmal habe sie Todesangst vor ihm gehabt.

Der Schauspieler wies die Vorwürfe zurück und warf wiederum der 34-Jährigen vor, der "aggressive Teil" der konfliktreichen Beziehung gewesen zu sein. Unterstützung bekam er dabei von seinen Ex-Partnerinnen, der französischen Schauspielerin und Sängerin Vanessa Paradis und Hollywoodstar Winona Ryder. Beide beschrieben ihn als freundlich und nicht gewalttätig.

Depp und seine Anwälte schilderten Heard als berechnend und soziopathisch. Die Schauspielerin mit einer diagnostizierten Borderline-Persönlichkeitsstörung wolle sein Leben zerstören, sagte der Hollywoodstar. In tagelangen Kreuzverhören räumte er gleichzeitig ein, unter Drogen- und Alkoholsucht gelitten zu haben. An einige Vorfälle konnte er sich demnach nur noch verschwommen erinnern, weil er unter Drogen gestanden hatte.

"Sun" bedankt sich bei Heard

Die "Sun" begrüßte das Urteil. Ein Sprecher versicherte, das Boulevardblatt setze sich seit "20 Jahren für die Opfer häuslicher Gewalt" ein. Diese Opfer dürften "niemals zum Schweigen gebracht" werden. Gleichzeitig dankte der Sprecher Amber Heard für ihren "Mut", vor Gericht auszusagen.

Heards Anwälte erklärten, das Urteil sei "keine Überraschung". Sie würden sich nun für "Gerechtigkeit" in einem anderen Prozess in den USA einsetzen, wo Depp eine Verleumdungsklage gegen seine Ex-Frau eingereicht hatte.

Depp und Heard hatten sich 2011 bei den Dreharbeiten zum Film "The Rum Diary" kennengelernt und 2015 geheiratet. 2016 trennten sie sich wieder. Nach einem von einer Schlammschlacht begleiteten Scheidungsverfahren einigten sie sich schließlich 2017 außergerichtlich. Depp willigte in die Zahlung von sieben Millionen Dollar (6,2 Millionen Euro) ein, dafür ließ Heard eine Anzeige gegen ihn wegen häuslicher Gewalt fallen. Später spendete sie das Geld.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP