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Nach Schlesingers Entlassung Kai Gniffke wird 2023 ARD-Vorsitzender

Ab 2023 wird Kai Gniffke den Senderverbund ARD führen.

Ab 2023 wird Kai Gniffke den Senderverbund ARD führen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die wegen Klüngel-Vorwürfen geschasste Schlesinger stürzt den RBB in eine triefe Krise und auch beim NDR rumort es: Er soll es nun richten. Der 61-jährige SWR-Intendant Gniffke folgt auf den zum Übergang eingesetzten Buhrow. Ihm zufolge genieße Gniffke volle Unterstützung für seine Mammut-Aufgabe.

Der Intendant des Südwestrundfunks (SWR), Kai Gniffke, übernimmt 2023 den ARD-Vorsitz. Das beschlossen die ARD-Intendanten und -Gremienvorsitzenden nach ARD-Angaben in Bremen. Nach dem Rücktritt der fristlos entlassenen RBB-Intendantin Patricia Schlesinger vom ARD-Vorsitz beginnt Gniffke damit ein Jahr früher als geplant. Er folgt auf den WDR-Intendanten Tom Buhrow, der das Amt des ARD-Vorsitzenden nach Schlesingers Abgang übergangsweise übernommen hatte.

Der 61-Jährige hat eine Mammut-Aufgabe vor sich. Gniffke übernimmt die ARD-Geschäfte in der vielleicht schwierigsten Zeit für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) ist inmitten von Filzvorwürfen in eine tiefe Krise gestürzt, auch beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) rumort es in den Häusern in Hamburg und Kiel. Der Druck auf das öffentlich-rechtliche System wächst auch deshalb.

"Es sind herausfordernde Zeiten für die ARD, die wir nur gemeinsam angehen können. In diesen Tagen zeigt sich dies ganz besonders", sagte Gniffkes Vorgänger Buhrow zu dessen Ernennung. "Die Menschen im Land erwarten von uns als öffentlich-rechtlichem Rundfunk, dass wir Konsequenzen aus Fehlern ziehen und transparent handeln." Das sei eine verantwortungsvolle Aufgabe, bei der Gniffke die volle Unterstützung der Gemeinschaft habe.

Ein Amt zwischen Prestige und viel Arbeit

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Der ARD-Vorsitz wechselt unter den ARD-Anstalten von Zeit zu Zeit. Große Häuser sind dafür prädestiniert, weil sie ohnehin schon eine große Infrastruktur bieten. Aber auch kleinere Häuser hatten schon den ARD-Vorsitz. In der Regel bleibt ein Intendant zwei Jahre im Amt. Gegen Ende des ersten Jahres wird er für ein zweites Jahr bestätigt. Der ARD-Vorsitz bedeutet für eine Anstalt viel Mehrarbeit, aber auch Prestige. Der ARD-Vorsitzende vertritt die Gemeinschaft als höchster Repräsentant und Sprecher der Intendantinnen und Intendanten. Er tritt in Dialog mit Politik und Gesellschaft. Zudem setzt er eigene Impulse für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Der Südwestrundfunk ist im ARD-Vergleich die zweitgrößte Anstalt nach dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) und vor dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Der SWR erhielt 2021 gut eine Milliarde Euro an Rundfunkbeiträgen. Das Sendegebiet erstreckt sich über Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

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