Unterhaltung

Edles Dinner im Weißen HausKönig Charles sorgt bei Staatsbankett für Lacher

29.04.2026, 10:56 Uhr
00:00 / 05:20
WASHINGTON-DC-APRIL-28-L-R-Queen-Camilla-King-Charles-III-U-S-President-Donald-Trump-and-First-Lady-Melania-Trump-pose-on-Grand-Staircase-during-an-official-state-dinner-hosted-by-the-President-and-First-Lady-at-The-White-House-on-day-two-of-the-State-Visit-of-King-Charles-III-and-Queen-Camilla-to-the-United-States-of-America-on-April-28-2026-in-Washington-DC-The-dinner-is-the-first-formal-white-tie-event-at-The-White-House-since-President-George-W-Bush-hosted-Queen-Elizabeth-II-in-2007
Charles III. hatte ein besonderes Geschenk für den US-Präsidenten im Gepäck. (Foto: WireImage)

Beim Staatsbankett im Weißen Haus zeigt sich König Charles III. ungewohnt locker. Mit einem Scherz über Präsident Trump sorgt er für Gelächter - und findet zugleich ernste Worte zur Weltlage.

Mit einem Staatsbankett im Weißen Haus hat König Charles seine USA-Reise fortgesetzt - und dabei gezeigt, dass royale Diplomatie auch Humor verträgt. Gemeinsam mit Königin Camilla war er am Dienstagabend zu Gast bei US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump. Schon vor dem Dinner hatte Charles Geschichte geschrieben: Als erst zweiter britischer Monarch sprach er vor beiden Kammern des US-Kongresses. Am Abend wurde es dann festlich - und stellenweise überraschend locker.

Bei seiner Rede sorgte der Brite für Gelächter, als er eine bekannte Aussage Trumps aufgriff: "Sie haben kürzlich gesagt, Herr Präsident, dass die europäischen Länder ohne die Vereinigten Staaten Deutsch sprechen würden. Darf ich es wagen zu sagen, dass Sie ohne uns Französisch sprechen würden?", sagte Charles unter dem Gelächter der Anwesenden. Auch Trump musste darüber schmunzeln. Im 18. Jahrhundert kämpften Frankreich und Großbritannien um die Vorherrschaft auf dem nordamerikanischen Kontinent - die Briten setzten sich dabei durch.

Wenig später erlaubte sich Charles auch einen sanften Seitenhieb gegen Trump. Er komme nicht umher, die "Anpassungen" am Ostflügel des Weißen Hauses nach dem Besuch des US-Präsidenten auf Schloss Windsor zu bemerken, sagte er. Trump hatte den East Wing in einer Blitzaktion abreißen lassen, um Platz für einen riesigen Ballsaal zu machen. "Ich bedauere es zu sagen, dass wir Briten 1814 unseren eigenen kleinen Versuch des Immobilien-Umbaus am Weißen Haus unternommen hatten", fuhr Charles fort. Damals hatte die britische Armee im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg das Weiße Haus angezündet.

Neben den humorvollen Momenten schlug der König aber auch ernstere Töne an. Die USA hätten eine entscheidende Rolle als Verteidiger der Freiheit in Europa gespielt - "und ich werde das nie vergessen". Gleichzeitig warnte er mit Blick auf den Ukraine-Krieg, dass diese Freiheit erneut unter Druck stehe.

Ein besonderes Geschenk für Trump

Für Trump hatte der König ein ungewöhnliches Präsent dabei: die Glocke eines britischen U-Boots aus dem Jahr 1944, das den Namen "HMS Trump" trug. Sie solle ein "Zeugnis der gemeinsamen Geschichte und der glänzenden Zukunft der beiden Nationen" sein. Dass das U-Boot denselben Namen wie der Präsident trägt, ist allerdings Zufall - bei der damaligen T-Klasse begannen alle Namen mit dem Buchstaben "T".

WASHINGTON-DC-APRIL-28-President-Donald-Trump-and-Great-Britainas-King-Charles-toast-one-another-after-giving-remarks-during-a-state-dinnerA-with-President-Donald-Trump-and-First-Lady-Melania-Trump-at-the-White-House-on-Tuesday-April-28-2026-in-Washington-D-C-Charles-spoke-to-a-joint-session-of-Congress-earlier-in-the-day-and-attended-several-events-with-U-S-President-Donald-Trump
Stießen gemeinsam an: Charles und Trump. (Foto: picture alliance / Consolidated News Photos)

Auch optisch setzte der Abend Akzente. Anders als ihre verstorbene Schwiegermutter Queen Elizabeth II. bei einem vergleichbaren Anlass im Jahr 2007, verzichtete Camilla bei dem Abendessen auf eine Tiara. Stattdessen trug die Königin laut dem "People"-Magazin eine über Generationen in der königlichen Familie weitergegebene Halskette aus Amethysten und Diamanten. Dazu kombinierte sie eine pinkfarbene Abendrobe von Fiona Clare.

Auch Melania Trump entschied sich für einen Rosa-Ton: Die First Lady erschien in einer schulterfreien Robe aus dem Hause Christian Dior Haute Couture, ergänzt durch cremefarbene Wildlederhandschuhe. Sowohl Charles als auch Trump trugen dem Anlass entsprechend weiße Fliegen.

Drei Gänge und Honig aus dem Weißen Haus

Das Menü begann mit einer Velouté aus Gartenkräutern, kombiniert mit einem Salat aus Palmherzen und gerösteten Schalotten. Es folgten Ravioli mit Kräutern aus dem Küchengarten des Weißen Hauses sowie eine Seezunge nach Müllerin Art. Zum Dessert wurde ein bienenkorbförmiger Schokoladengâteau mit Vanille-Crémeux serviert, dazu Crème-fraîche-Eis und Honig aus dem Weißen Haus. Drei Weine sollten dabei die Verbindung zwischen den USA und Großbritannien würdigen.

Für die musikalische Begleitung sorgten Militärmusiker der Marines, der Army und der Air Force. Zu den Gästen zählte unter anderem Amazon-Gründer Jeff Bezos.

Der Besuch steht im Kontext des 250. Jahrestags der US-amerikanischen Unabhängigkeit. Nach Stationen in Washington reisen Charles und Camilla weiter nach New York, wo unter anderem ein Besuch der 9/11-Gedenkstätte geplant ist. Anschließend geht es nach Virginia und später nach Bermuda - der erste Besuch des Königs in einem britischen Überseegebiet seit Beginn seiner Regentschaft.

Quelle: ntv.de, lpe/dpa/spot

Melania TrumpMonarchieDonald TrumpKönig Charles III.Britisches KönigshausWeißes Haus