Unterhaltung

Vom Schönling zum Gerippe Matthew McConaughey hat die Kurve gekriegt

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Will am Drücker sitzen und nicht die Kugel sein: Matthew McConaughey.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Zu Beginn seiner Karriere darf Matthew McConaughey vor allem als schöner Surferboy bei den weiblichen Kinogängern punkten. Doch spätestens mit "Dallas Buyers Club" gelingt ihm der Imagewandel. Nun wird der Texaner 50 - und hat die Zügel seiner Karriere in der Hand.

In einer Umfrage wurde sein Body zum "besten Oberkörper der Welt" gewählt. Und auch die Auszeichnung als "Sexiest Man Alive" konnte er 2005 sein Eigen nennen. Aber von nichts kommt nichts - das weiß Matthew McConaughey nur zu gut. Und so vollzog der Schauspieler die perfekte Verwandlung vom Frauenflüsterer zum filmischen Ausnahmetalent. Dabei behielt er kaum mehr als seinen durchdringenden Südstaatenakzent - mit Erfolg. Nun, am 4. November 2019, feiert er seinen 50. Geburtstag.

Der Texaner, der als Sohn eines Tankstellenbetreibers und einer Lehrerin zur Welt kam, war noch nie arbeitsscheu. Nicht nur sein tägliches Workout macht das klar. Als er nach der Highschool ein Jahr nach Australien ging, machte er sich dort die Finger beim Geschirrspülen und Ausmisten von Hühnerställen so richtig dreckig. Zurück in Texas wollte er dann erstmal etwas Sauberes machen: Anwalt werden. Doch bald schon musste er erkennen, dass seine wahre Vorliebe der Schauspielerei galt. 1993 folgte an der University of Texas der Abschluss im Studiengang "Film".

Durchbruch als Anwalt

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Seine Rolle in "Die Jury" an der Seite von Sandra Bullock brachte McConaughey den Durchbruch.

(Foto: imago images/United Archives)

Seinen Durchbruch hatte er dann aber ausgerechnet einer Rolle als Anwalt zu verdanken: In John Grishams Buchverfilmung von "Die Jury" (1996) verkörperte er Jake Brigance. Die Szene, in der er vor den Geschworenen das Bild der Vergewaltigung eines weißen Mädchens beschreibt, ging selbst Kritikern unter die Haut. Später durfte McConaughey in "Der Mandant" (2011) erneut in die Rolle seines Beinahe-Berufes schlüpfen.

Was mit einer kurzen Nebenrolle in "Sex and the City" (2000) begann, setzte sich in den 00er-Jahren fort: McConaughey eignete sich ein Image als blonder Surferboy mit verträumten Augen an, der die Frauenherzen vor allem in romantischen Komödien reihenweise zum Schmelzen brachte. Ob mit Jennifer Lopez als verträumter Eddie in "Wedding Planner - Verliebt, verlobt, verplant" (2001), mit Kate Hudson als gewiefter Journalist Ben in "Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen?" (2003) und mit Penélope Cruz als abenteuerlustiger Dirk in "Sahara - Abenteuer in der Wüste" (2005) - McConaughey durfte vor der Kamera zeitweise mit dem Who's Who Hollywoods knutschen.

Hochzeit 2012

Nur die spätere Frau seines Herzens, Camilla Alves, ließ sich von McConaughey zunächst nicht beeindrucken - erkannte ihn im ersten Moment nicht einmal. "Zuerst wusste ich nicht, wer er war. Damals hatte er einen ganz langen Bart und trug einen Rasta-Hut", sagte das brasilianische Model in einem Fernseh-Interview über ihre erste Begegnung 2007. Damals trafen sie sich in einem Club am Sunset Boulevard.

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Mit Camilla Alves ist er seit 2012 verheiratet.

(Foto: imago/Future Image)

Doch Alves ließ sich letztendlich ebenfalls von McConaugheys Charme bezaubern: Drei Tage später gingen sie erstmals aus, seit 2012 sind sie verheiratet und haben inzwischen drei Kinder: Levi (11), Vida (9) und Livingston (6).

Familie und Metamorphose

Nach der Gründung seiner Familie vollzog McConaughey auch auf schauspielerischer Ebene eine Metamorphose. Nach der Paraderolle in "Der Mandant" und tiefgründigen Folgefilmen wie "The Paperboy" (2012) oder "Mud" (2012) sollte 2013 ein Projekt folgen, das seine weitere Karriere entscheidend verändern würde: Für den Part des homophoben Rodeo-Machos Ron Woodroof, der in den Achtzigern an Aids erkrankt und zum Aktivisten wird, hungerte sich Matthew McConaughey auf knapp 60 Kilogramm herunter.

Der einstige Schönling war plötzlich nur noch Haut und Knochen. All die halbnackten Szenen in Badehose vor den Traumstränden der Welt zählten nichts mehr, sondern einzig das Talent. An der Seite von Jared Leto verkörperte McConaughey seine Rolle in "Dallas Buyers Club" derart eindringlich, dass er im Folgejahr dafür mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller entlohnt wurde. "Viele haben mir diese Rolle nicht zugetraut. Vielleicht bin ich deshalb auch so stolz auf diese Arbeit?", sagt er 2014 in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Wie beim Flippern

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Seine Rolle in "Dallas Buyers Club" bescherte ihm den Oscar.

(Foto: Imago)

Mit "Dallas Buyers Club" löste sich McConaughey von dem Makel des "Easy Livin'"-Schauspielers, der nur sein Hemd auszuziehen braucht, um Millionen abzukassieren. Für den Wechsel zu anspruchsvollen Filmen legte er in Absprache mit seiner Frau übrigens extra Geld zur Seite, um den Lebensstandard seiner Familie zu sichern. Die Strategie machte sich bezahlt: Im selben Jahr sah man ihn im hochgelobten "The Wolf of Wall Street", es folgten die anspruchsvolle HBO-Krimiserie "True Detective", Christopher Nolans "Interstellar" oder der Drogenfilm "White Boy Rick".

"Ich bewege mich schon so lange in Hollywood, dass ich weiß, wie das geschäftliche Spiel funktioniert. Es ist wie beim Flippern, du darfst nicht zur Kugel werden, sondern musst am Drücker sitzen, die Impulse geben", sagte McConaughey einst. Die Strategie scheint aufgegangen zu sein. Und so ist McConaughey auch mit 50 - um in der Flipper-Sprache zu bleiben - näher am Jackpot als am Tilt.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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