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"Politisch motiviertes Urteil"Melanie Müller schimpft auf die Justiz

23.01.2026, 18:28 Uhr
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Hält daran fest, nicht den Hitlergruß gezeigt zu haben: Melanie Müller. (Foto: picture alliance/dpa)

Auch in zweiter Instanz wird Ex-Dschungelkönigin Melanie Müller im sogenannten Hitlergruß-Prozess verurteilt. Doch das passt ihr nicht. Sie legt nicht nur erneut Revision ein, sondern fühlt sich auch ungerecht behandelt.

Über drei Jahre sind vergangen, seit Melanie Müller bei einem Konzert in Leipzig den rechten Arm verdächtig in die Höhe reckte. Die Mühlen der Justiz mögen langsam mahlen, doch sie mahlen. So wurde die einstige Dschungelkönigin vor knapp zwei Wochen auch in zweiter Instanz schuldig gesprochen, da auch das Leipziger Landgericht davon überzeugt war, dass es sich bei ihrer umstrittenen Geste um den sogenannten Hitlergruß gehandelt hat. In das Urteil floss zudem ein mutmaßliches Drogen-Delikt von Müller mit ein.

Beim Strafmaß kam Richterin Karen Aust der Sängerin und früheren Porno-Darstellerin indes sehr entgegen - weil Müller mutmaßlich deutlich weniger einnimmt als zunächst angenommen. So soll die 37-Jährige jetzt lediglich noch 3500 Euro in Form von 70 Tagessätzen à 50 Euro berappen. Die Staatsanwaltschaft plädierte dagegen für eine Gesamtstrafe von 7200 Euro. Und das Leipziger Amtsgericht hatte in erster Instanz sogar noch insgesamt 80.000 Euro Strafe verhängt.

Trotzdem will sich Müller mit ihrer Verurteilung nicht abfinden. So wurde in dieser Woche bekannt, dass sie noch ein weiteres Mal Revision eingelegt hat. Die Folge: Als Nächstes wird sich das Oberlandesgericht Dresden mit dem Fall befassen.

Sie will für ihre "Unschuld kämpfen"

Doch auch dabei lässt es die Sächsin nicht bewenden. Stattdessen macht sie nun auch auf ihrer Instagram-Seite ihrem Unmut Luft. "Trotz enormer Kosten aus diesem Rechtsstreit habe ich mich entschieden, gegen dieses, für mich eher politisch motivierte Urteil, vorzugehen, da ich diese Tatvorwürfe nicht auf mir sitzen lassen werde", schreibt sie dort. Und weiter: "Weder wurden Entlastungszeugen gehört, noch konnte mir auch nur ansatzweise ein Vorsatz nachgewiesen werden."

Müller bleibt in dem Post ihrer Darstellung treu, sie habe mit ihren Armbewegungen lediglich dem Konzertpublikum anheizen und mitnichten den Hitlergruß zeigen wollen. "Ich und auch andere Künstler machen solche Handbewegungen in ihrer Show immer wieder und laufen damit Gefahr, hier auch verdächtigt zu werden", erklärt sie. Nun hoffe sie in der nächsten Instanz "auf einen fairen Prozess und die Berücksichtigung dieser Zeugen und einen neutralen und unpolitischen Blick in der Sache". Sie werde weiterhin für "meine Unschuld kämpfen".

Müller garniert ihre Nachricht mit einer verschwörungstheoretischen Zeichnung, die Zweifel an der Unabhängigkeit der Justiz sät. Zu sehen ist Justitia mit verbundenen Augen, die von einem Arm, auf dem "Politik" steht, an Marionettenfäden geführt wird.

"Sieg Heil"-Rufe bei Konzert

Zu den Ermittlungen gegen Müller wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen war es gekommen, nachdem im September 2022 mehrere Videoaufnahmen von einem Konzert der Sängerin in Leipzig publik geworden waren. In einem Clip war klar zu sehen und zu hören, wie Männer im Publikum während des Auftritts "Sieg Heil" riefen und dazu den Arm nach oben rissen. Müller ließ dies geschehen, ohne zu widersprechen oder ihre Show abzubrechen. Ein weiterer Clip zeigte dann, wie sie selbst die verdächtige Armbewegung auf der Bühne machte.

Müller hatte sich auch zuvor schon mit einigen umstrittenen politischen Aussagen hervorgetan. Während der Corona-Pandemie machte sie sich über die Sicherheitsmaßnahmen lustig, obwohl ihr damaliger Mann Mike Blümer schwer an Covid-19 erkrankte. Als sie 2014 bei "TV Total" ein Buch von sich bewarb, konnte sie sich einen geschmacklosen Spruch nicht verkneifen: "Ich wollte es eigentlich 'Mein Kampf' nennen, aber ich habe gegoogelt - der Titel ist leider schon vergeben". Und nachdem sie 2017 auf Facebook die schlechte finanzielle Lage der Rentnerinnen und Rentner beklagt hatte, kam sie zu dem Schluss: "Hauptsache, unsere ausländischen Mitbürger haben ein neues Telefon und ewig finanzielle Unterstützung."

Quelle: ntv.de, vpr

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