Gericht bestätigt GeldstrafeMelanie Müller verliert auch den Berufungsprozess

Es bleibt dabei: Ex-Dschungelkönigin Melanie Müller hat während eines Konzerts den Hitlergruß gezeigt. Auch das Berufungsgericht ist davon überzeugt und brummt ihr deshalb eine Geldstrafe auf. Die fällt jedoch deutlich geringer aus als ursprünglich gedacht.
Die Schlagersängerin, Ex-Dschungelkönigin und frühere Porno-Darstellerin Melanie Müller ist wegen Hitlergruß-Vorwürfen und des Besitzes von Drogen auch in zweiter Instanz verurteilt worden. Die Angeklagte habe sich zum Ende eines Konzertes durch das Publikum hinreißen lassen, mehrfach den rechten Arm nach oben zu strecken, sagte Karen Aust, Vorsitzende Richterin am Landgericht Leipzig.
Das Gericht verurteilte die 37-Jährige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie wegen Drogenbesitzes zu einer Gesamtstrafe von 70 Tagessätzen à 50 Euro - insgesamt 3500 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen 90 Tagessätze à 80 Euro und somit insgesamt 7200 Euro gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
In der ersten Instanz hatte das Amtsgericht Leipzig noch eine Strafe von 160 Tagessätzen à 500 Euro (80.000 Euro) verhängt. Nun fiel die Höhe der Tagessätze deutlich niedriger aus, weil das Landgericht die aktuellen Einkünfte Müllers wesentlich geringer einstufte.
Müller distanzierte sich im Nachhinein
Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert. Sie argumentierte, Müller habe keine rechte Gesinnung und die Geste sei lediglich zum Anfeuern des Publikums gedacht gewesen - wie schon bei vielen Konzerten der Sängerin zuvor auch.
Konkret ging es um ein Konzert in der Nacht vom 17. auf den 18. September 2022 in Leipzig, bei dem Müller auf der Bühne nach Überzeugung des Gerichts mehrfach den Hitlergruß zeigte. Auch einen anderen Mann soll sie ermuntert haben, den Gruß zu zeigen. Weitere Anwesende habe sie animiert, ihr mit "Heil-Rufen" zu antworten, hieß es in dem Prozess zudem.
Müller hatte nach Bekanntwerden der Ermittlungen ihre Unschuld beteuert. In einem Instagram-Video erklärte sie, sie sei "bestürzt und empört". "Ich möchte mich von derartigen Personen und Gedankengut klar und deutlich distanzieren und verurteile dieses auch aufs Schärfste." Mit Nazis und Rechtsradikalen habe sie nichts zu tun, versicherte sie.
Drogen bei Durchsuchung gefunden
Bei einer Durchsuchung von Müllers Wohnung im August 2023 hatten Ermittler überdies 0,69 Gramm eines Kokaingemischs und eine Ecstasy-Tablette entdeckt. Die Verteidigung der Sängerin erklärte nun, die Drogen hätten einer Freundin gehört, die sie nach einem Besuch bei Müller zurückgelassen habe. Dem glaubte das Gericht aber nicht.
Melanie Müller wurde im sächsischen Oschatz geboren. 2014 gewann sie die achte Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" und war danach noch in zahlreichen weiteren TV-Formaten zu sehen. Als Schlagersängerin tritt sie unter anderem auf Mallorca auf.