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"Für Deutschland, für euch alle" Mutmaßliches Wedel-Opfer sammelt Spenden

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Er beteuert seine Unschuld: Dieter Wedel.

(Foto: imago/Eibner)

Jany Tempel bleibt bei ihrer Aussage, sie sei 1996 von Regisseur Dieter Wedel vergewaltigt worden. Der weist die Vorwürfe dagegen zurück. Mit einem Spendenaufruf wappnet sich die Schauspielerin nun für einen Prozess - und erhält auch prominente Unterstützung.

Die Schauspielerin Jany Tempel geht ungewöhnliche Wege: Auf der Charity-Seite "GoFundMe" startete das mutmaßliche Opfer von Dieter Wedel nun eine Spendenaktion, um seine Anwaltskosten für einen möglichen Prozess gegen den bekannten Regisseur und Filmemacher decken zu können.

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Jany Tempel auf einem Foto von 1995 - ungefähr zu dieser Zeit soll der Übergriff stattgefunden haben.

(Foto: imago/teutopress)

Die 51-Jährige wirft Wedel vor, von ihm in den 1990er-Jahren vergewaltigt worden zu sein. Momentan würden sich die Kosten bereits auf 70.000 Euro belaufen.

In der Begründung ihres Spendenaufrufs schreibt Tempel weiter: "Da die Ermittlungen nach zweieinhalb Jahren immer noch andauern und der Prozess erst bevorsteht, ist es sehr schwer einzuschätzen, wie hoch die kommenden Kosten sein werden." Sie kämpfe diesen Kampf nicht für sich, sondern "für Deutschland - für euch alle. Für Opfer von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch. Für unsere Kinder. Für eine bessere Welt."

Wedel vertraut auf Staatsanwaltschaft

Die Schauspielerin brachte in einem Artikel des "Zeit-Magazins" im Jahr 2018 den Stein ins Rollen. Dort behauptete sie, Wedel habe sie 1996 in einem Hotel in München während des Castings für einen Film zum Sex gezwungen. Die dortige Staatsanwaltschaft nahm daraufhin die Ermittlungen auf, die bis heute andauern.

Ob wirklich Anklage gegen den Filmemacher erhoben oder das Verfahren eingestellt wird, ist bislang noch nicht bekannt gegeben worden. Auch weitere Frauen gaben öffentlich an, von dem heute 80-Jährigen sexuell missbraucht oder belästigt worden zu sein.

Wedel selbst weist seitdem sämtliche Vorwürfe vehement zurück. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung gab er zu verstehen, dass er sogar froh sei, dass das Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet wurde: "Ich vertraue auf die Staatsanwaltschaft."

Schon mehr als 60 Spender

Bereits vor Bekanntwerden der Vorwürfe stellte sich Wedel in einem Interview mit dem Radiosender FFH im Jahr 2017 selbst als Sexismus-Opfer dar. Seit vielen Jahren würde er beim Vorsprechen nicht mehr allein im Raum sein. Die Gefahr sei zu groß, dass Frauen nach Absagen behaupteten, er habe sie bedrängt.

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Bis Freitagmittag sammelte Tempel via "GoFundMe" bereits knapp 30.000 Euro ein. Ihr Ziel ist insgesamt eine Summe von 50.000 Euro. Unter den bislang mehr als 60 Spendern tummeln sich auch einige Prominente. So ist dort unter anderem der Name des ehemaligen Entführungsopfers Natascha Kampusch zu lesen. Auch die Schauspieler Jasmin Tabatabai, Tina Ruhland und Claus Theo Gärtner sowie Regisseur Simon Verhoeven unterstützen Tempel angeblich mit einer Spende.

Ob auch wirklich die jeweiligen Prominenten hinter den Spenden stehen, ist aufgrund der Möglichkeit der ungeprüften Namensabgabe jedoch nicht abschließend gesichert. Unter den zahlreichen kleineren Spenden von rund 100 Euro befindet sich auch eine anonyme Großspende von 20.000 Euro.

Quelle: ntv.de, vpr/spot