Aufruf zum Amazon-BoykottNeil Young verschenkt Musik an Grönländer

Dass Neil Young kein Freund von Donald Trump ist, ist bekannt. Und auch Amazon-Chef Jeff Bezos nimmt der Musiker wegen dessen Nähe zum US-Präsidenten ins Visier. Nun ruft er nicht nur zum Boykott des Online-Händlers auf, sondern startet noch eine andere originelle Aktion.
Die Aufregung um Donald Trumps Pläne, Grönland zu annektieren, hat sich erst einmal gelegt. Zeit für die Bewohnerinnen und Bewohner der Insel durchzuschnaufen - am besten zu den musikalischen Klängen von Neil Young. Der 80-Jährige kündigte nämlich nun auf seiner Homepage an, allen Menschen auf Grönland seine Songs kostenlos zur Verfügung zu stellen.
"Ich hoffe, dass meine Musik und meine Musikfilme etwas von dem unbegründeten Stress und den Drohungen lindern können, die Sie durch unsere unpopuläre und hoffentlich nur vorübergehende Regierung erleben", schrieb der gebürtige Kanadier, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt.
Jeder Mensch, der ein Handy mit einer Länderkennung von Grönland besitzt, kann sich auf Youngs Website registrieren. Dann kann er ein Jahr kostenfrei die Songs des Musikers hören. Solange er sich auf der zu Dänemark gehörigen Insel befindet, kann er den Zugang zu Youngs Werk erneuern.
Kritik auch an ICE
Neil Young hatte bereits Ende 2025 alle seine Werke von Amazon abgezogen. Als Grund nannte er damals die Unterwerfung von Jeff Bezos, Amazon-Gründer und geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats, unter Donald Trumps Regierung.
Wenige Tage vor seiner Grönland-Ankündigung legte Neil Young nach. Er rief auf seiner Homepage auch zum Boykott des Handelsgiganten auf. "Wenn Sie so empfinden wie ich, empfehle ich dringend, Amazon nicht zu nutzen", schrieb er.
Als Grund nannte Young einmal mehr die Unterstützung, die Bezos Donald Trump zukommen lässt. "Die internationale Politik des Präsidenten und seine Unterstützung von ICE machen es mir unmöglich, diese Handlungen zu ignorieren", erklärte Young auch mit Blick auf das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde gegen Migranten und Migrantinnen.
Anstatt Amazon zu nutzen, rief Young seine Fans dazu auf, lokale Plattenläden zu unterstützen. Auch in der digitalen Welt gebe es genug Alternativen, seine Musik zu kaufen. Oder man wohnt in Grönland - und kommt kostenlos in den Genuss.