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QAnon-Anhänger hatte eingeladen Nena feiert im Kreise von "Querdenkern"

Nena singt bei einem Konzert. Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild

Nena hat kein Problem damit, sich mit in der "Querdenker"-Szene bekannten Personen gemein zu machen.

(Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild)

Kürzlich macht Nena im Rahmen mehrerer Gigs mit fragwürdigen Aussagen bezüglich der Corona-Maßnahmen Schlagzeilen. Einige Veranstalter beschließen, weitere Konzerte mit ihr abzusagen. Nun taucht sie bei einem Event eines QAnon-Jüngers auf und lässt sich von "Querdenkern" und "Reichsbürgern" bejubeln.

Bei einem Event am baden-württembergischen Katzenbachsee wird neben Leuten wie dem einschlägig bekannten "Querdenker" Bodo Schiffmann und dem bekennenden "Reichsbürger" Andreas-Heiko Müller auch Nena gesichtet. Eine echte Überraschung ist das nach den Ereignissen der vergangenen Wochen womöglich nicht und doch dürfte es so manchen Fan der Sängerin traurig machen.

Erst Ende Juli machte die NDW-Ikone bei einem Konzert nahe Berlin mit Kritik an den aktuellen Corona-Maßnahmen auf sich aufmerksam. "Holt euch eure Freiheit zurück", riet sie ihren Fans und bat sie, zu ihr zum Feiern nach vorn zu kommen - entgegen allen Vorschriften. "Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern die Frage ist, was wir mit uns machen lassen", sagte sie außerdem.

Bei einem Gig Anfang August auf Rügen legt sie dann noch einmal nach. "Sagt mal, Leute, hab ich irgendwie gesagt, dass ihr hier alle ganz nah und eng beieinanderstehen sollt?", fragte sie beim Blick auf dicht an dicht tanzende Menschen vor der Bühne. "Ich hab's nicht gesagt, aber ich freu mich, dass ihr es tut", so die 61-Jährige. "Ja, jeder macht, was er will."

Veranstalter als QAnon-Jünger bekannt

Dass sie der Pandemie-Politik kritisch gegenübersteht, ist also nicht neu. Dass sie sich nun aber mit in der Kritik stehenden "Reichsbürgern", "Querdenkern" und QAnon-Gläubigen gemein macht, geht doch noch einen Schritt weiter. An dem zwischen Heilbronn und Pforzheim gelegenen Katzenbachsee fanden sich die Corona- und Klimawandel-Leugner nun ein, um den "Q-Sommernachtstraum" zu feiern, wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet. Angekündigt wurde das Ganze als "Party für Ungeimpfte".

Das Q im Namen der Party soll für QAnon stehen, wie unter anderem das Bündnis "Filderstadt Nazifrei" bei Twitter schreibt. Anhänger des rechtsextremen Verschwörungskults, an den unter anderem auch Nenas Kollege Xavier Naidoo glaubt, sind überzeugt, dass eine ominöse Elite Kinder entführt und deren Blut trinkt, um so das eigene Leben zu verlängern. Dieser sogenannte "Deep State" soll aus dem Untergrund heraus die Welt regieren. Organisator des Events war den Berichten zufolge Friedemann Mack aus Güglingen, der als "glühender QAnon-Jünger und radikaler Verschwörungsideologe" bekannt sei, wie es weiter heißt. Er soll über seinen Telegram-Kanal sogar Merchandise zum Thema QAnon verkaufen.

Mack sprach beim "Q-Sommernachtstraum" in ein Mikro, wie in einem Twitter-Video von "Filderstadt Nazifrei" zu sehen ist. Als er dieses an die neben ihm stehenden Nena weiterreichte, beschränkte die sich auf die Worte: "Hallo, ihr Süßen! Schön, bei euch zu sein!"

Unterstützung von Nena auf "richtigem Weg"?

Dann übernahm Mack das Mikrofon wieder und erklärte den jubelnden Anwesenden: "Wir begrüßen die liebe Nena! Sie ist zu uns gekommen, um mit uns zu feiern. Sie kommt nicht zum Singen, sondern zum mit uns glücklich sein. Die neue Welt genießen, lustig und fröhlich sein." Das Singen von Nena-Songs übernahm dann die in der Szene bekannte "Querdenkerin" Sara Bennett für sie, wie in einem weiteren Twitter-Video zu sehen und zu hören ist.

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Nena habe ein Zelt dabei und werde am nächsten Morgen sogar mit den anderen frühstücken, versprach Mack weiter. "Und lasst uns dankbar sein, dass uns auch eine Nena auf dem richtigen Weg in die neue Welt mit unterstützt. Und das wird mega geil, das sag ich euch", sagte er abschließend.

Ob das alles allerdings "mega geil" für Nenas berufliche Zukunft ist, bleibt offen. Eher dürften weitere Konzertabsagen folgen. Einen solchen Karriereknick mussten seit Beginn der Pandemie schließlich bereits so einige andere Prominente erleben, unter ihnen Xavier Naidoo, Attila Hildmann und Michael Wendler.

Quelle: ntv.de, nan

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