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"Sind die Titten Ihrer Tochter echt?" Obama und Trump als Väter

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Zwei Väter, zwei Welten: Donald Trump und Barack Obama.

(Foto: imago/UPI Photo)

Die nächsten vier Jahre werden hart für US-amerikanische Eltern, wenn sie Töchter haben. Denn ihr zukünftiger Präsident sieht's eher locker. Und für Jungs-Eltern sind das auch keine guten Zeichen - Respekt Frauen gegenüber lernen sie von Donald Trump ganz sicher nicht.

Wir werden eine Menge Freude haben mit dem nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Zumindest "die Medien", denn dieser Mann wird uns immer wieder Grund geben, über ihn zu berichten, uns über ihn aufzuregen und ihn zu hinterfragen. Was seine Amtszeit allerdings für Frauen (und weitere, in seinen Augen "Minderheiten") bedeuten wird, kann man bereits jetzt erahnen. So viel ist gewiss: Es ist nichts durchweg Gutes.

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Ivanka und Tiffany - nun ja, sie haben nunmal keinen anderen Vater als ihren.

(Foto: dpa)

Donald Trumps Umgang mit Frauen anhand der Anzahl seiner Ehen, die er geschlossen hat, zu beurteilen, liegt uns fern. Das kann jeder so oft machen, wie er möchte. Sein Umgang mit Frauen, denen er ganz nebenbei aber mal an die "Pussy" fasst, sie beleidigt oder benachteiligt, ist jedoch bedenklich. Wir können nur hoffen, dass er dem Amt des Präsidenten so viel Respekt entgegenbringt - wenn er dies Frauen gegenüber schon nicht tut -, dass er das in Zukunft lassen wird. Denn die Zeichen, die er, (junge) Frauen betreffend, in die Welt sendet, sind mehr als bedenklich.

Ein Praktikum im Weißen Haus sollte für die nächsten vier Jahre für Mädchen wohl leider nicht erstrebenswert sein (ja, wir erinnern uns auch an Bill Clinton und Monica Lewinsky an dieser Stelle). Und Eltern sollten demnächst besonders engagiert sein, ihre Töchter von den Fernsehern loszueisen, sobald Donald Trump als Präsident seine Reden hält. Einzige Hoffnung in diesem Fall: Hunde, die bellen, beißen nicht. Soll heißen: Er gibt jetzt nochmal alles an Machotum und Umkleidekabinengerede, um dann ab 20. Januar von seinen Beratern - hoffentlich - in Schach gehalten zu werden. Zur Veranschaulichung hier ein paar Zitate von Präsident Obama über seine Töchter und ein paar Geschmacklosigkeiten des zukünftigen Präsidenten über seine Töchter.

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Daddy ist Kandidat: Die Obamas mit Sasha und Malia noch vor dem Einzug ins Weiße Haus (2004).

(Foto: REUTERS)

Barack Obama sagt über Malia und Sasha: "Sie sind wirklich geerdete Kinder. Sie haben keine Allüren, sie sind höflich und sie sind freundlich zu jedem."

Trump sagt: "Wenn Ivanka nicht meine Tochter wäre, dann würde ich sie wahrscheinlich daten."

Sex als Gemeinsamkeit?

Obama sagt: "Es sind wundervolle Mädchen. Sie sind klug und lustig, aber am allerwichtigsten ist, dass sie liebenswürdig sind."

Auf die Frage, was Tochter Tiffany wohl von seiner Ex-Frau Marla und was von ihm geerbt habe, antwortet Trump: "Sie hat viel von Marla, sie ist wirklich hübsch. Sie hat zum Beispiel Marlas Beine. Ob sie das hier (zeigt auf seinen Kopf) von mir hat, weiß man noch nicht."

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Daddy wird zum zweiten Mal Präsident. (2012).

(Foto: REUTERS)

Präsident Obama sagt, was viele Väter denken: "Wenn man seine Tochter zum ersten Mal in Highheels sieht, dann ist das schon ein befremdlicher Moment."

Donald Trump sagt, was die meisten Väter nicht mal zu denken wagen. In einer Talkshow danach gefragt, was er und Ivanka gemeinsam hätten, antwortet Ivanka: "Das Immobiliengeschäft und Golf." Donald überlegt kurz und entgegnet, unter großem Gejohle: "Ich würde sagen Sex, aber das weiß ich bei ihr natürlich nicht so ganz genau."

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Daddy begnadigt einen Truthahn - und es ist sterbenslangweilig (2016).

(Foto: imago/UPI Photo)

Trump urteilt außerdem über seine Tochter, die er mit seiner ersten Frau Ivana hat: "Sie war schon immer sehr kurvig. Sie ist fast 1,80 Meter groß und sie ist eine wahnsinnige Schönheit." In einer Sendung aus dem Jahr 2002 sagte Trump in der Howard-Stern-Show - ohne dass es sich direkt auf seine Töchter bezog (dennoch sehr befremdlich), dass 30 "das perfekte Alter" in Sachen sexueller Attraktivität sei. Und 35? "Was 35 bedeutet? Es heißt 'Zeit zum Auschecken' (großer Lacher)", so der zu jener Zeit 56-Jährige. Weiterhin gab er - vier Jahre später und demselben Moderator gegenüber - auf die Frage, ob er "noch eine 24-Jährige bumsen würde", zum Besten: "Oh, absolut." Und ob er eine Altersgrenze habe, fragte Stern nach. "Nein. Also, ich meine, schon, ich habe eine Altersgrenze. Ich will ja nicht wie der Kongressabgeordnete Foley mit Zwölfjährigen sein."

Richtig: Howard Stern hat sich schon immer durch Provokationen ausgezeichnet und besitzt die Gabe, seine Gesprächspartner einzulullen und in Sicherheit zu wiegen, wodurch diese oft Dinge von sich geben, die ihnen später leidtun. Aber: Donald Trump ist ein Medienprofi, der genau weiß, was er wann zu wem worüber sagt.

"Behaltet den mal im Auge"

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Die Töchter Trump - reich an Geld, aber arm an väterlicher Zuwendung?

(Foto: imago/UPI Photo)

Hören wir doch mal, was der Noch-Präsident zum Thema Töchter zu sagen hat. Denn Obama scheint ein Vater zu sein, der versucht hat, seinen Töchtern eine möglichst normale, zumindest behütete Kindheit, soweit das im Weißen Haus möglich ist, zu schenken: "Sie werden zu schnell erwachsen", sagte Obama vor Kurzem in einer Rede, "Malia geht bald aufs College - und jetzt muss ich gleich schlucken". Wenn andere Männer über die Kinder der Obamas reden, dann fragen sie nicht danach, ob "Ivanka sich die Titten hat machen lassen" (wie Howard Stern, der dann von Ivankas Vater die Info bekommt: "Nein, die sind echt" - statt: "Diese Frage ist eine Frechheit!").

Vater Obama, der in vielerlei Hinsicht trotz seiner Stellung immer ein bisschen wirkte wie "einer von uns", lamentiert auch schon mal darüber, wie es ist, wenn die Töchter nun das Alter erreicht haben, in dem "Daddy" nicht mehr der Coolste ist: "Sie lieben dich, aber sie haben einfach keine Zeit mehr für dich." Da müsse er jetzt durch, beruhigt er sich aber gleich selbst, Freunde mit älteren Kindern hätten ihm versichert, "wenn du es während der Teenagerzeit nicht völlig vermasselst, kommen sie so mit 23, 24 zurück und wollen dann wirklich mit dir abhängen."

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Eine fast normale Familie. Ivanka, Donald, Marla und Tiffany.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Da muss man nun wieder Donald Trump Tribut zollen, denn seine Kinder wollen ja alle mit ihm abhängen: geschäftlich und auch sonst, wenn Daddy ihnen ein hübsches Pöstchen in der Politik besorgt.

Ein Gutes hatte das Leben mit Töchtern im Weißen Haus für Barack Obama aber auf jeden Fall. Es sei schon praktisch, dem Secret Service sagen zu können: "Behaltet den mal im Auge", wenn die Blicke von ein paar Kerlen ihn "nicht glücklich gemacht" hätten, so der Noch-Präsident. Dass Donald Trump es eher super finden würde, wenn Typen seinen Töchtern heiße Blicke zuwerfen, kann man sich ja denken.

Quelle: n-tv.de

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