Unterhaltung

Ohrfeige auf der Bühne Oscar-Akademie ermittelt gegen Smith

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Bei Will Smith flossen die Tränen - aber nicht aus Freude über den Oscar.

(Foto: REUTERS)

Will Smith bekommt einen Oscar als bester männlicher Hauptdarsteller - viel mehr Schlagzeilen macht er allerdings mit seinem handfesten Ausraster bei der Preisverleihung. Dafür muss er sich jetzt nicht nur reichlich Kritik anhören, sondern womöglich auch juristische Konsequenzen tragen.

Die Oscar-Akademie hat den tätlichen Angriff von Hollywood-Star Will Smith gegen den Komiker Chris Rock bei der diesjährigen Oscar-Gala verurteilt und eine Untersuchung eingeleitet. "Die Akademie verurteilt die Handlungen von Herrn Smith bei der gestrigen Show", erklärte die Academy of Motion Picture Art and Sciences am Montag. "Wir haben offiziell eine formale Untersuchung zu dem Vorfall eingeleitet und werden weitere Schritte und Konsequenzen (...) prüfen."

Dabei würden die internen Regeln der Organisation, der Verhaltenskodex wie auch das kalifornische Recht beachtet. Die Akademie hatte am Vorabend zunächst lediglich allgemein und sehr knapp via Twitter erklärt, dass sie "keine Form von Gewalt duldet".

Smith hatte Rock bei der Oscar-Gala am Sonntagabend auf der Bühne des Dolby Theatre in Hollywood eine harte Ohrfeige verpasst, nachdem der Komiker einen Witz über Smiths unter Haarausfall leidende Ehefrau Jada Pinkett Smith gemacht hatte. Dabei schrie er Rock auch an: "Nimm den Namen meiner Frau nicht in deinen verdammten Mund."

Kurz Zeit später wurde Smith für seine Rolle in dem Film "King Richard" über die Tennisspielerinnen Venus und Serena Williams mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. In seiner Dankesrede entschuldigte sich Smith unter Tränen bei der Oscar-Akademie und den anderen Nominierten - nicht aber bei Chris Rock.

Viel Kritik und ein bisschen Verständnis

Der Vorfall überschattete die Vergabe des wichtigsten Filmpreises der Welt und sorgte weltweit für Schlagzeilen. Eine Reihe von Vertretern der Film- und Comedy-Branche verurteilten das Verhalten des 53-jährigen Smith. "Er hätte ihn töten können", schrieb der Regisseur Judd Apatow in einem später gelöschten Tweet. "Das ist pure unkontrollierte Wut und Gewalt." Regisseur Rob Reiner rief Smith auf, sich bei Rock zu entschuldigen. Der Schauspieler, der in den 1990er-Jahren mit der Serie "Der Prinz von Bel-Air" zum Star geworden war, könne "froh" sein, dass der angegriffene Komiker keine Anzeige erstattet habe.

Die US-Komikerin und Emmy-Gewinnerin Rosie O'Donnell bezeichnet Smiths Verhalten als "trauriges Zurschaustellen von toxischer Maskulinität von einem narzisstischen Verrückten". Die Komikerin Kathy Griffin beklagte, Comedians müssten sich nun vor jenen fürchten, "die in Comedy-Clubs und Theatern der nächste Will Smith sein wollen". Auf Online-Plattformen gab es sogar Forderungen, Smith seinen Oscar für "King Richard" zu entziehen.

Einige Prominente nahmen Smith aber auch in Schutz. One-Direction-Sänger Liam Payne sagte zu Journalisten, Smith habe "das Recht" gehabt, so zu handeln. Die demokratische Abgeordnete Ayanna Pressley, die wie Pinkett Smith unter krankheitsbedingtem Haarausfall leidet, dankte Smith sogar in einem später gelöschten Tweet. Sie lobte "alle Ehemänner, die ihre Ehefrauen verteidigen, die mit Alopezie (Haarausfall) leben und täglicher Ignoranz und Beleidigung ausgesetzt sind".

Pinkett Smith hatte ihre Erkrankung 2018 öffentlich gemacht. Bei der Oscar-Gala machte sich Chris Rock über die 50-Jährige mit einer Anspielung auf den Film "Die Akte Jane" aus dem Jahr 1997 lustig, in dem Demi Moore eine Elite-Soldatin mit kahlgeschorenem Kopf spielt.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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