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Bohlen freut sich RTL und Kaufland distanzieren sich von Wendler

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Hat jetzt offenbar einen Telegram-Kanal, um seine Ansichten mit der Welt zu teilen: Michael Wendler.

(Foto: dpa)

Nicht egal: Mit seinen kruden Aussagen zur Corona-Politik der Bundesregierung löst Michael Wendler mehr als Kopfschütteln aus. Kurz nachdem der Sänger auf Instagram gewütet hat, sehen sich RTL und Kaufland zu einem klaren Statement genötigt. Auch Oliver Pocher und Dieter Bohlen melden sich zu Wort.

Schlagersänger Michael Wendler sorgt mit seinem angekündigten Ausstieg als Juror bei der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" für Aufsehen - vor allem wegen seiner Begründung. Er verlasse das Format mit sofortiger Wirkung, sagte Wendler am Donnerstagabend in einer Instagram-Story. Dabei war Wendler gerade erst bei DSDS präsentiert worden. Als Grund nannte der 48-Jährige das Vorgehen von Bundesregierung und Medien in der Corona-Pandemie.

Seine Stellungnahme hatte umgehend Folgen: Werbepartner Kaufland distanzierte sich wenig später. Komiker Oliver Pocher präsentierte noch am Abend eine Sondersendung. In den sozialen Medien wird lebhaft diskutiert. RTL zeigte sich völlig überrascht von den Aussagen Wendlers - "sowohl zum Ausstieg aus 'DSDS' als auch von seinen Verschwörungstheorien", erklärte der Sender auf Anfrage. "Davon distanzieren wir uns ausdrücklich."

In seiner Instagram-Story, die 24 Stunden abrufbar ist, begründet Wendler seinen Entschluss in einer offenbar vorgelesenen Stellungnahme. Er wirft der Bundesregierung in der Corona-Krise "grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung und das Grundgesetz vor". Weiter beschuldigte er die Fernsehsender, darunter RTL, "gleichgeschaltet" und "politisch gesteuert" zu sein. Ab sofort sei er auf einem neuen Telegram-Kanal zu erreichen. Die Plattform ist bei Verschwörungsideologen besonders beliebt. Andere Plattformen wie Instagram, Youtube und Facebook würden laut Wendler zensiert.

Bohlen stichelt gegen Wendler

Für Wendler, bekannt für Hits wie "Sie liebt den DJ" und "Egal", sollte es die erste Staffel in der "DSDS"-Jury sein. Die Dreharbeiten hatten bereits begonnen, die neuen Folgen sollen ab Januar ausgestrahlt werden. Auch Jury-Chef Dieter Bohlen äußerte sich via Instagram zu den Aussagen Wendlers: Alle seien schuld, nur ausnahmsweise er nicht, scherzte Bohlen. An Wendlers Fans gerichtet, sagte er: "Ihr wolltet doch sowieso, dass der abhaut." Deswegen könnten sich alle an diesem "Abend der Freude und der Besinnung" freuen.

Wendler selbst war schon am Donnerstagmorgen in die Schlagzeilen geraten - wegen eines Werbespots für Kaufland. In dem Clip, der auf die sozialen Medien abzielte, singt der 48-Jährige eine umgedichtete Version seines Liedes "Egal" - "Regal".

Die Supermarktkette reagierte am Abend prompt auf die Aussagen des Schlagersängers. "Bei unserem Video mit Michael Wendler ging es um Spaß & Ironie. Die Grenze ist jedoch erreicht, wenn mit der Sicherheit & Gesundheit von Menschen gespielt wird", hieß es auf dem Twitteraccount von Kaufland. "Daher haben wir den ganzen Wendler-Content gelöscht & distanzieren uns von seinen Aussagen." Dazu verwendete Kaufland den Hashtag: "#nichtegal".

"Für mich ist er krank"

Oliver Pocher, der "den Wendler", wie ihn seine Fans nennen, in letzter Zeit immer wieder gern durch den Kakao zog, zeigte noch am Abend eine Sonderausgabe seiner RTL-Show "Pocher - gefährlich ehrlich!". "Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast drüber lachen", sagte Pocher. Es sei "wirklich der absolute Wahnsinn". Zu Gast in der Sendung war auch Wendlers Manager Markus Krampe. "Auch für mich ist das ein Schock", sagte Krampe, der sichtlich mitgenommen war. Er mache sich Sorgen um Michael, dessen Sinneswandel aber hätte sich über einen längeren Zeitraum angedeutet.

Schon vor Wochen habe der 44-Jährige eine Veränderung bei dem Sänger wahrgenommen. Wendlers Ansichten und Aussagen über die Corona-Pandemie seien mit der Zeit "krasser geworden", sodass er letztendlich von einer "Riesenlüge" gesprochen hätte. "Ich beende meine Karriere, ich komme nie wieder nach Deutschland", soll Wendler seinem Manager gesagt haben. Weiter zitierte Krampe, den Tränen nahe: "Wir werden alle sterben, du wirst auch sterben. Vielleicht kommst du nach Amerika, da hast du auch noch eine Chance." Die Karriere des Sängers halte der Manager nun für beendet. "Für mich ist er krank. Tatsächlich krank", sagte er in der Live-Show. Der 48-Jährige solle sich "professionelle Hilfe" holen.

Wie es nun weitergeht, ist unklar: Bislang waren Wendler und seine 28 Jahre jüngere Frau Laura dem TV-Publikum vor allem aus der eigenen Doku-Soap bekannt. Auch bei "DSDS" ist nun wieder ein Jury-Platz frei - neben Bohlen, Popsänger Mike Singer und Maite Kelly. Schon im vergangenen Jahr war einer der Plätze unerwartet frei geworden: Sänger Xavier Naidoo sah sich nach politischen Textzeilen in einem Video heftigen Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt und verlor deshalb seinen Job bei RTL.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/spot