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Fifty Shades of "schief gegangen" Rät E. L. James zu sexuellem Missbrauch?

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Na, neugierig? Dann fragen Sie doch einfach E. L. James - allerdings antwortet die vielleicht nicht.

(Foto: imago/UPI Photo)

Seit den "Fifty Shades"-Romanen kaufen Armeen von Frauen die Baumärkte leer. Einfach kein Kabelbinder mehr zu finden. Nirgendwo. Doch die Romane von E. L. James könnten nicht nur zu sexy Abenteuern ermuntern, sondern auch zu schweren Misshandlungen.

Man wird ja wohl noch fragen dürfen. Das müssen sich unzählige Twitter-Nutzer gedacht haben, als die Autorin von "Fifty Shades of Grey" E. L. James zur Online-Fragerunde lud. Eigentlich war die Aktion unter dem Hashtag #AskELJames dazu gedacht, den neuen Roman "Grey", eine Neuerzählung der Geschichte aus Sicht des männlichen Hauptcharakters, zu bewerben. Doch dann kam alles anders.

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Kritiker der Romanreihe packten die Gelegenheit beim Schopf und nahmen die Autorin ins Kreuzverhör. Insbesondere sah sich James mit Vorwürfen hinsichtlich Frauenfeindlichkeit und der Verherrlichung sexueller Gewalt konfrontiert.

Für so viel Widerstand war die 52-Jährige wohl nicht gewappnet. Mehrere Twitter-Nutzer beschwerten sich, sie hätten nicht nur keine Antwort von James bekommen, sondern seien gleich von deren Profil blockiert worden. Antworten gab es für sperrige Fragen nicht.

Erst ignoriert, dann blockiert

"Ernsthaft, wieso haben Sie mich erst ignoriert und dann blockiert, als ich Ihnen erzählt habe, dass ich eine Überlebende bin, und vorgeschlagen habe, dass sie an eine Organisation zur Hilfe für Missbrauchsopfer spende?", fragt eine Nutzerin. Als "Überlebende" bezeichnen sich im englischsprachigen Raum die Opfer sexuellen Missbrauchs, die sich getraut haben, ihr Schweigen zu den Demütigungen zu brechen.

Außerdem fanden sich unter den negativen Kommentaren aus der Twitter-Community die üblichen Plagiatsvorwürfe, Witze über den schlechten Schreibstil von James und die Bitte, nicht weiter zu veröffentlichen.

Hier sind die besten Tweets im Überblick:

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"Hatten Sie das Gefühl, es sei okay, Beziehungen, in denen ein Partner misshandelt wird, zu romantisieren und Kindern beizubringen, Missbrauch sei die Norm?"

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"Wenn man bedenkt, dass Anastasia auf der Figur eines Teenagers basiert und Christian fast 30 ist, würden Sie sagen, der wesentliche Aspekt der Handlung ist Pädophilie?"

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"Was hassen Sie mehr, Frauen oder die englische Sprache?"

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"Als ich meinem Partner gesagt habe, dass ich nicht auf manche sexuellen Praktiken stehe, hat er mich nicht unter Druck gesetzt, das trotzdem zu machen. Heißt das, er mag mich nicht?"

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"Ich studiere englischsprachige Literatur, heißt das, ich kann mich darauf freuen, einen Millionär kennenzulernen, der sich einen auf Vergewaltigung und Missbrauch runterholt?"

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"Haben Sie sich jemals gefragt, welchen Einfluss ihre Bücher hätten haben können, hätte sich Ana am Ende gegen den Missbrauch gewehrt?"

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"Wie viele Synonyme für 'Penis' kennen Sie und wieso haben sie keins davon verwendet?"

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"Wussten Sie, dass es bei Microsoft Word sowohl eine Grammatik- als auch eine Rechtschreibprüfung gibt? Oder haben Sie genauso wenig Ahnung von Technik wie Anna?"

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"Ein auf ein Surfbrett genagelter Dildo hätte mehr sexuelle Ausstrahlung als Christian Grey. Stört Sie das?"

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"Wenn ich ein Mädchen stalke und ihrem Auto mittels Fahrzeugortung folge, heißt das dann, es ist wahre Liebe?"

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"Wie können Sie nachts ruhig schlafen - wissend, dass Sie eine ganze Generation junger Frauen dazu ermutigt haben, sich mit Missbrauch zufriedenzugeben?"

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"Mein zukünftiger Freund hat gesagt, ich soll ihn nicht mehr anrufen und ihm nicht mehr nachstellen, aber ich bin reich, also sagen Sie ihm bitte, dass das romantisch ist."

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"Wenn ich mein Date blamiere, bis es anfängt, zu weinen, wie viel Geld muss ich dann ausgeben, um als sexy und exzentrisch wahrgenommen zu werden?"

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"Mein Chef hat Nein gesagt, als ich ihn gefragt habe, ob ich ihn küssen könne, und dann habe ich es trotzdem gemacht, weil nein heißt schließlich ja, oder? Die Atmosphäre bei der Arbeit ist jetzt unangenehm."

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"Wann bekommen wir eine Entschuldigung für das, was Sie unserer Kultur angetan haben?"

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"Mein Freund kann meinen Chef nicht leiden, also hat er die Firma gekauft. Ich sollte das als großzügig empfinden, richtig?"

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"Werden Sie damit aufhören, diese schlechten Bücher zu schreiben? Danke im Voraus."

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"Finden Sie all diese negativen Tweets hier verletzend? Ich finde, das ist romantisch genug, um daraus einen Roman zu machen!"

Quelle: n-tv.de, ame

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