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Prozess um Harvey Weinstein Richter lässt "Sopranos"-Star aussagen

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Wird im Prozess gegen Harvey Weinstein gehört: Annabella Sciorra.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

In zwei Monaten beginnt der Missbrauchsprozess gegen Harvey Weinstein. Auch "Sopranos"-Star Annabella Sciorra darf gegen den geschassten Hollywood-Mogul aussagen, obwohl ihre Vorwürfe verjährt sind. Zudem verbietet der zuständige Richter eine zweifelhafte Methode der Verteidigung.

Ab dem 6. Januar 2020 wird sich der ehemalige Hollywoodproduzent Harvey Weinstein in fünf Fällen wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten müssen. Auch "Sopranos"-Schauspielerin Annabella Sciorra darf gegen den geschassten Filmmogul aussagen. Dies habe der zuständige Richter am Kriminalgericht in Manhattan bekannt gegeben, berichten mehrere US-Medien übereinstimmend.

Sciorra behauptet, zwischen 1993 und 1994 von Weinstein vergewaltigt worden zu sein. Dieser angebliche Vorfall ist jedoch inzwischen verjährt. Die 59-Jährige darf daher nicht selbst gegen ihren vermeintlichen Peiniger klagen. Allerdings dürfe sie als Zeugin fungieren, um das Argument der Staatsanwälte zu stärken, dass der Produzent seit vielen Jahren Wiederholungstäter sei, heißt es.

Die Anwälte des Angeklagten hatten den Medienberichten zufolge zuvor versucht, Sciorras Aussage zu verhindern. Ihre Begründung: Sowohl die vermeintliche Tat als auch Sciorras Vorwürfe seien zu alt. Ein weiteres Argument: Die Vorwürfe könnten nicht stimmen, wenn sich die Schauspielerin nicht mehr an das genaue Jahr der Tat erinnern könne.

Zweifelhafte Verteidigungsmethoden

Neben Sciorra sollen die Geschworenen auch Aussagen der Produktionsassistentin Mimi Haleyi hören, die behauptet, 2006 von Weinstein zum Oralsex gezwungen worden zu sein. Eine weitere, bislang anonyme Frau gibt an, 2004 von dem Produzenten vergewaltigt worden zu sein. Sollte der 67-Jährige für schuldig befunden werden, droht ihm laut "Variety" eine lebenslange Haftstrafe.

Der zuständige Richter verbot Weinsteins Anwälten zudem, der von ihnen berufenen Expertin Deborah Davis Fragen zu sexuellen Übergriffen zu stellen. Die Verteidiger des Produzenten hatten ursprünglich vorgehabt, mit der Psychologin über "freiwilligen ungewünschten Sex" zu sprechen. Gemeint ist damit laut Gerichtsakten "unerwünschter Sex, auf den sich die Person jedoch einlässt". Die Argumentation von Weinsteins Produzenten läuft darauf hinaus, dass Menschen, die sich auf diese Art von Sex einließen, mit höherer Wahrscheinlichkeit eine falsche Erinnerung hätten. Sie könnten angeblich nicht mehr zwischen Einbildung und Erinnerung unterscheiden.

Der Richter entschied, Davis dürfe zwar Zeugnis über die "allgemeine Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses" ablegen. Sie dürfe jedoch nicht das Zusammenspiel von Gedächtnis, Einverständnis oder sexuellem Übergriff erörtern.

Seit zwei Jahren werden Weinstein zahlreiche sexuelle Vergehen vorgeworfen. Neben Sciorra beschuldigten viele Stars wie Ashley Judd, Angelina Jolie, Rose McGowan und Gwyneth Paltrow den Produzenten, sexuelle Übergriffe begangen zu haben. Auch ihre Vorwürfe sind inzwischen verjährt.

Quelle: ntv.de, lri