"Völlig überraschend"Sänger von Dschinghis Khan ist tot

"Dschingh, Dschingh, Dschinghis Khan …" - den Song aus der Feder von Ralph Siegel kann noch heute fast jedes Kind mitsingen. Zu der Gruppe, die heißt wie das Lied und 1979 beim ESC den vierten Platz erringt, gehört Wolfgang Heichel. Er ist nun mit 75 Jahren gestorben.
Seine letzten Versuche, beim Eurovision Song Contest (ESC) zu punkten, scheiterten dann doch eher kläglich. Aber es gab eine Zeit, in der schuf Ralph Siegel Kompositionen für die Ewigkeit. "Ein bisschen Frieden" zum Beispiel, womit Nicole 1982 den damals noch als Grand Prix Eurovision de la Chanson bekannten Wettbewerb gewann. Oder aber "Dschinghis Khan", mit dem es die gleichnamige Gruppe drei Jahre zuvor immerhin auf den vierten ESC-Platz brachte.
Auch zu dem Dschinghis-Khan-Hit "Moskau" steuerte Siegel die Musik bei, während die Texte zu beiden Songs von Bernd Meinunger stammten. Zudem war Siegel maßgeblich an der Zusammenstellung der Gruppe beteiligt, die schließlich in passenden Kostümen seine Kompositionen auf die Bühne bringen sollte. Kompositionen, die noch heute beinahe jedes Kind in Deutschland mitsingen kann.
So bestand die Ursprungsformation von Dschinghis Khan aus dem Tänzer Louis Potgieter, den Sängern Leslie Mandoki, Steve Bender und Wolfgang Heichel sowie den Sängerinnen Edina Pop und Henriette Heichel, gebürtige Strobel und damalige Ehefrau von Wolfgang Heichel.
Zank um den Namen Dschinghis Khan
Die Gruppe hielt im Großen und Ganzen ein paar Jahre zusammen, ehe der Erfolg nachließ und 1985 die Auflösung erfolgte. Potgieter starb bereits 1994 an den Folgen einer AIDS-Erkrankung. Lesli Mandoki will von seiner Dschinghis-Khan-Vergangenheit schon seit Jahrzehnten nichts mehr wissen. Die übrigen Originalmitglieder taten sich indes 2005 noch einmal zusammen, um die Gruppe wiederzubeleben.
Bender erlag 2006 dem Lungenkrebs. Übrig waren so noch Wolfgang und Henriette Heichel sowie Edina Pop, die bis 2014 zusammen die alten Hits wieder auf die Bühne brachten. Doch nicht nur privat kriselte es zwischen dem singenden Ehepaar. 2014 stieg Wolfgang Heichel auch aus dem gemeinsamen Projekt aus. Seither gab es verschiedene Formationen, die auf dem Dschinghis-Khan-Ticket durch die Lande tingelten. 2022 erfolgte noch dazu eine Neubelebung der Gruppe durch Ralph Siegel, völlig unabhängig von der Originalbesetzung.
Noch vor fünf Jahren stritt sich Wolfgang Heichel mit Siegel unter anderem um die Verwendung des Bandnamens vor Gericht. Nun jedoch ist seine Stimme für immer verstummt. Wie auf seiner Instagram-Seite bekannt gegeben wurde, ist der Sänger bereits am 20. Januar im Alter von 75 Jahren "völlig unerwartet" gestorben.
"Er lebt in seiner Musik weiter"
"Der Khan von Dschinghis Khan klopfte an die Himmelspforte und trat ein. Doch er lebt in seiner Musik weiter", heißt es in dem entsprechenden Post. Wolfgang Heichel sei nicht nur "ein Weltbürger und Humanist" gewesen, sondern auch "die unverwechselbare Stimme und der Leadsänger der deutschen Popgruppe Dschinghis Khan". Darüber hinaus habe er als "engagierter Philanthrop und hochgeschätzter Kulturbotschafter" gegolten.
Laut "Bild"-Zeitung lebte Heichel zuletzt am Bodensee. Seine Beisetzung soll am Mittwoch im engsten Kreis stattgefunden haben.