Unterhaltung

Kampf für 150.000 Jobs Sarah Connor verteidigt Mega-Konzert

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Sarah Connor macht ihren Standpunkt klar.

(Foto: picture alliance/dpa)

Anfang September soll in Düsseldorf zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder eine Großveranstaltung mit 13.000 Zuschauern stattfinden. Dort wird dann auch Sarah Connor auf der Bühne stehen. Nach viel Kritik erklärt sie nun ihre Beweggründe für die Teilnahme.

Mit "Give Live A Chance" möchte die Konzertagentur Live Nation langsam aber sicher wieder Großveranstaltungen möglich machen. Bei dem für das am 4. September in der Merkur-Spiel-Arena in Düsseldorf geplante Event sollen dann Bryan Adams, Rea Garvey, The BossHoss, Joris, Michael Mittermeier und Sarah Connor dabei sein - und 13.000 Zuschauer.

Bereits im Vorfeld sorgt dieser Plan für jede Menge Aufregung und Diskussionen innerhalb der Politik. NRWs Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zweifelt an der rechtlichen Grundlage des Vorhabens. "Konzept und Genehmigung sind jedenfalls nicht mit dem Land abgestimmt", sagte er kürzlich.

"Wir machen die Tür auf für die Renaissance der Live-Musik, der wir mit diesem Konzert endlich die verdiente Chance zum Neustart geben", erklärte hingegen Live-Nation-Chef Marek Lieberberg. Man sei sicher, dass das Publikum "enthusiastisch, tolerant und verantwortungsbewusst" damit umgehen werde.

Veranstaltungen in der "neuen Zeit"

Das glaubt auch Sarah Connor und verteidigt das Event nun in einem langen Post bei Instagram. Sie erklärt ihre Beweggründe für die Teilnahme an dem Konzert, versteht aber auch die Bedenken der Kritiker. "Seid gewiss, ich gehe auf keinen Fall leichtsinnig mit der Situation um", schreibt die 40-jährige Sängerin zu einem Live-Foto von sich.

Jedoch sehe sie als Musikerin auch eine andere Seite, da sie wisse, dass die Existenzen vieler Kollegen bedroht seien, weil ihnen seit März sämtliche Einnahmen fehlten. "Wir reden über insgesamt 150.000 Arbeitsplätze alleine in Deutschland!", gibt sie zu bedenken. Man dürfe diese Menschen nicht vergessen, nur weil deren Berufe nicht als "systemrelevant" eingestuft werden.

"Ich alleine beschäftige übers Jahr um die 150 Menschen, denen im März von heute auf morgen sämtliche Einnahmen weggebrochen sind. Musiker, Tontechniker, Bühnenbauer, Backliner, Bus- und Truckfahrer, Securityleute, Lichtdesigner, Videooperator und viele mehr", erklärt Connor außerdem. "Fleißige Menschen, die seit März ohne Arbeit und vor allem ohne jegliche Einkünfte sind. Die keine Perspektive haben, keine Lobby. Die brav ihre Steuern zahlen, aber nun seit Monaten ignoriert werden."

"Sonst hätte ich niemals zugestimmt"

Aus diesem Grund engagiere sie sich dafür, dass es in der "neuen Zeit" wieder möglich wird, Veranstaltungen zu besuchen. Dabei gehe es ihr nicht darum, "Party zu machen", sondern hauptsächlich darum, Jobs zu sichern. "Nach meinen Informationen, sonst hätte ich niemals zugestimmt, ist das geplante Konzert gut durchdacht und eng mit den Behörden erarbeitet und abgestimmt worden", versichert sie.

Laut Veranstalter wird dem Infektionsschutz "in vollem Umfang Rechnung getragen". Das Konzept sieht unter anderem vor, dass die Besucher dauerhaft Masken tragen - auch auf den Sitzplätzen. Der Einlass erfolge in verschiedenen Zeitfenstern, der Sicherheitsabstand bleibe immer gewahrt. Die Tickets seien zudem personalisiert, Alkohol verboten. Besucher können alleine kommen, in Gruppen von bis zu zehn Leuten oder mit "Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes".

Quelle: ntv.de, nan/spot

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