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Live beim Haftantritt Schwesta Ewa ringt um Fassung

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Für Schwesta Ewa bedeutet ihre Tochter alles, nun muss sie die Einjährige für eine lange Zeit zurücklassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor zweieinhalb Jahren wird Schwesta Ewa zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt. Erst jetzt muss die 35-Jährige diese Haft auch antreten. Inzwischen ist sie allerdings Mutter einer kleinen Tochter - und Jeyla Aaliyah zurücklassen zu müssen, bricht ihr sichtlich das Herz.

Dass Schwesta Ewa eines Tages ins Gefängnis muss, stand lange fest. Im Sommer 2017 verurteilte sie ein Gericht zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Körperverletzung in 35 Fällen, Steuerhinterziehung und sexueller Verführung Minderjähriger. Inzwischen gibt sich die Skandal-Rapperin und Ex-Prostituierte geläutert, immerhin wurde sie im Januar 2019 Mutter einer kleinen Tochter, um die sie sich seither allein kümmert. Nun aber muss sie die einjährige Jeyla Aaliyah für eine lange Zeit alleine lassen, denn der Einzug in eine Mutter-Kind-Einrichtung wurde ihr im vergangenen Herbst verwehrt.

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In einem Live-Video bei Instagram schildert Ewa Malanda, wie die Musikerin eigentlich heißt, ihre Situation und ihren desolaten Gemütszustand, als sie am Abend im Auto auf dem Weg von ihrem Wohnort Düsseldorf zur Justizvollzugsanstalt in Willich ist. Immer wieder kämpft sie mit den Tränen, ringt um Fassung: "Ich habe Scheiße gebaut, und will dafür geradestehen", erklärt sie sich in dem fast achtminütigen Clip. "Aber das Ding ist: Der Knast, das tut mir überhaupt nicht weh. Aber dass meine Tochter mir entrissen wird, dass ich von meiner Tochter getrennt werde, was eine Hölle. Ich wünsche das niemandem."

"Ich wollte doch rein"

Schwesta Ewa geht auch auf die Kommentare ein, die sie offenbar immer wieder über die sozialen Medien erreichen: "Ich bin selbst schuld, ich weiß. Viele schreiben: 'Du hättest dir das vorher überlegen können.' Leute, meine Straftat ist vier Jahre her. Die haben mich fast drei Jahre draußen gelassen. Ich hätte meine Straftat doch längst abgesessen. Ich wollte doch rein, die ganze Zeit. Die wussten, ich bekomme ein Kind."

Sie habe von Beginn an mit dem Jugendamt zusammengearbeitet und eine gute Sozialprognose erhalten. Umso größer ist ihr Entsetzen darüber, dass sie nicht wie gehofft in eine Mutter-Kind-Einrichtung ziehen durfte. Das einzige Gefängnis dieser Art in Nordrhein-Westfalen hatte laut "Bild"-Zeitung den Antrag auf Unterbringung abgelehnt. Sie sei manipulierbar und gewaltbereit, wurde dort ein Sprecher dieser Vollzugsanstalt im vergangenen September zitiert.

"Ich habe mich komplett geändert"

"Für was wurden diese Mutter-Kind-Knäste denn dann gebaut? Für Mütter, die kriminell geworden sind. Meine Tochter ist gerade ein Jahr alt geworden", so Ewa weiter. "Ich nehme keine Drogen, ich habe mich komplett geändert. Aber die haben mich einfach eingestuft als gewalttätig. Das war ich auch, dafür werde ich jetzt einsitzen. Aber einfach zu sagen, dass ich nach vier Jahren immer noch so bin wie früher, ist eine Frechheit. Ein Kind der Mutter zu entreißen, in den ersten zwei wichtigsten Jahren, wo das Urvertrauen aufgebaut wird, ich finde, das ist genauso kriminiell."

Jeyla Aaliyah wird in der kommenden Zeit von Malandas Familie versorgt. Sie selbst darf das Mädchen dann nur sechsmal im Monat für jeweils 45 Minuten sehen. Bei guter Führung könnte Schwesta Ewa aber nach einem halben Jahr in den offenen Vollzug wechseln. Das möchte sie unbedingt schaffen und gibt sich einsichtig: "Ich werde auf jeden Fall nie wieder mit einer kriminellen oder illegalen Sache etwas zu tun haben wollen. Ich sehe ja, was das gebracht hat."

Quelle: ntv.de, nan