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"Der beste Song aller Zeiten" Sky du Mont erklärt die ESC-Formel

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Gestatten: "Professor Satellite" alias Sky du Mont.

(Foto: Youtube / Eurovision Song Contest - Deutschland)

Die Enttäuschung vieler ESC-Fans war groß: Den klassischen Vorentscheid wird es in diesem Jahr nicht geben. Doch die Macher verfolgen offenbar einen ausgeklügelten Plan. Um ihn zu erklären, erhalten sie nun prominente Unterstützung: von Sky du Mont.

Was führen die Verantwortlichen für den deutschen Beitrag beim Eurovision Song Contest (ESC) in diesem Jahr im Schilde? Das fragen sich viele, seit vor einer Woche bekannt gegeben wurde, dass der Vorentscheid, wie man ihn aus der jüngsten Vergangenheit kannte, erst einmal Geschichte ist. Viele Fans und auch ntv.de reagierten enttäuscht darauf, nicht wie gewohnt über den Song und Interpreten, mit denen Deutschland im Mai in Rotterdam an den Start gehen wird, mitbestimmen zu können.

Doch die Macher zeigen sich überzeugt davon, in diesem Jahr einen besseren und vor allem Erfolg versprechenden Weg zur Auswahl des deutschen ESC-Kandidaten gefunden und beschritten zu haben. "Der ESC wird so gut wie nie" und "Jetzt haben wir's endlich raus", stimmte bereits Barbara Schöneberger in einem vergangene Woche veröffentlichten Video ein Hohelied an. Nun ist es an einem anderen, in einem Clip die Geheimformel für Deutschlands ESC-Hoffnung 2020 zu erklären: Sky du Mont.

"Professor Satellite" gibt Auskunft

Dem "Schuh des Manitu" ist der Schauspieler diesmal nicht auf den Fersen. Und auch zum Gesang in Schöneberger-Manier setzt er nicht an. Stattdessen tänzelt er als "Professor Satellite" im weißen Kittel und mit Tröte ins "ESC-Institut". Nein, einen Vorentscheid habe es diesmal nicht gegeben, konstatiert auch er, ehe er erklärend hinzufügt: "Wir haben den Song diesmal durch aufwändigste wissenschaftliche Verfahren herausgefiltert." Und: "Wir haben endlich die ultimative ESC-Formel gefunden."

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Über die Zusammensetzung des Geheimelixiers plaudert "Professor Satellite" weiter humorig aus dem Nähkästchen. Über die sozialen Netzwerke habe man "super Songs" und Newcomer gesucht. 568 Lieder seien so gefunden worden, die von zwei Jurys bewertet wurden.

Zwei Jurys sollen es richten

Zum einen wäre da die Eurovisions-Jury, für die sich via Facebook jeder bewerben konnte. Von 15.000 Interessenten seien 100 auserkoren worden, die im Vorfeld des letztjährigen Song Contests in Tel Aviv ein "untrügliches Gespür" für die Platzierung der Beiträge bewiesen hätten.

Zum anderen gab es die Experten-Jury. Sie sei aus 20 "internationalen Musikprofis" gebildet worden, die bereits in der Vergangenheit in den ESC-Jurys ihrer Länder mitgewirkt und dabei ebenfalls ein glückliches Händchen bei der Punktevergabe bewiesen hätten.

Die beiden Jurys hätten Künstler und Songs schließlich nach und nach ausgesiebt, weiß Du Mont weiter zu berichten. Und er ist sich sicher: "Herausgekommen ist der beste deutsche ESC-Song aller Zeiten!"

Suche seit April 2019

Was der Schauspieler für das Publikum in launige Worte verpackt, weiß der für die deutsche ESC-Teilnahme verantwortliche Norddeutsche Rundfunk (NDR) in einer offiziellen Stellungnahme und auf Anfrage von ntv.de noch einmal mit nüchternen Fakten zu untermauern. Demnach begann die Suche nach dem deutschen ESC-Beitrag in diesem Jahr bereits im April 2019 - noch bevor das Finale mit dem am Ende auf dem vorletzten Platz gelandeten Duo S!sters in Tel Aviv über die Bühne ging. 607 Künstler und Künstlerinnen hätten ihren Hut in den Ring geworfen, um Deutschland in diesem Jahr zu repräsentieren. Unter ihnen seien auch bekannte Musikgrößen gewesen, heißt es, ohne jedoch konkrete Namen zu nennen. Auch unter den Songschreibern und den Mitgliedern der Experten-Jury hätten sich Prominente befunden, die ebenfalls - zumindest vorerst - anonym bleiben.

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Das sich anschließende Verfahren habe der NDR mit seinen Partnern erdacht und begleitet, erläutert der Sender. Demnach wurden zunächst Interpreten und Songs getrennt voneinander in mehreren Stufen von beiden Jurys unabhängig beurteilt und aussortiert, ehe die im Auswahlprozess verbliebenen Gesangstalente mit den am besten bewerteten Liedern abgeglichen wurden. Oder anders ausgedrückt: "In einem sogenannten 'Pairing' wurden die besten Kombinationen aus Top-Künstlern und Künstlerinnen und Top-Songs ermittelt."

20 potenzielle Kombinationen

Hätten sich sehr gut bewertete Künstler mit einem sehr gut bewerteten eigenen Song beworben, seien sie automatisch weitergekommen, erläutert der NDR. Habe es dagegen nur eine sehr gute Songvorlage gegeben, habe man versucht, dieser einen Top-Interpreten zuzuordnen, "was nicht immer möglich war, weil keine passende Stimmfarbe verfügbar war oder sich Künstler und Künstlerinnen mit den jeweiligen Titeln nicht wohl fühlten".

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Das ESC-Finale findet am 16. Mai in Rotterdam statt - so viel ist sicher.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am Ende seien so 20 potenzielle Kombinationen herausgekommen, für die 11 Interpreten und 17 Songs zur Verfügung standen. Für alle Kombinationen seien Videos angefertigt worden, die dann den Jurys zur finalen Bewertung und Entscheidung vorgelegt wurden. So stand am 12. Dezember 2019 letztendlich fest, wer Deutschland am 16. Mai 2020 beim ESC-Finale in Rotterdam vertreten wird.

Spannung bis zum Schluss

Doch damit geht die eigentliche Arbeit selbstredend erst los. So sei bereits unmittelbar im Anschluss damit begonnen worden, den Bühnenauftritt in Rotterdam zu konzipieren - ein Vorteil gegenüber den Vorjahren, in denen nach dem meist im Februar veranstalteten Vorentscheiden weit weniger Zeit blieb, am Erscheinungsbild des deutschen Beitrags beim Eurovision Song Contest zu feilen.

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Wie genau sich der deutsche Vertreter in der Rotterdamer Ahoy-Arena im Mai präsentieren wird, steht deshalb auch noch nicht fest. Wenn am 27. Februar auf dem ARD-Spartenkanal One die Sendung "Unser Lied für Rotterdam" über die Bildschirme flimmern wird, werden die Zuschauer deshalb auch erst einmal nur das Lied, den zugehörigen Act und dessen Musikvideo zu Gesicht und Gehör bekommen.

Was auch immer man von dem ausgeklügelten Verfahren in diesem Jahr halten mag - eines ist auf jeden Fall gelungen: die Spannung und Erwartungshaltung auf die Spitze zu treiben. Und wer weiß, vielleicht ist die Geheimformel ja wirklich gefunden, die da lautet: "Germany 12 points."

Quelle: ntv.de