Starker Jahrgang bei RTL-ShowSo knapp sind die "Let's Dance"-Finalisten an der Konkurrenz vorbeigetanzt
Von Laura Stresing
Die Tanzshow "Let's Dance" bei RTL steckt schon immer voller Überraschungen. Doch das heutige Finale verspricht besonders spannend zu werden. Denn die drei Kandidaten sind die letzten aus einer insgesamt sehr starken Besetzung.
Da waren's nur noch drei: Joel Mattli, Anna-Carina Woitschack und Milano kämpfen am Freitagabend bei RTL um den Titel in der beliebten Tanzshow "Let’s Dance". Und keine Frage: Alle drei haben tänzerisch wirklich was auf dem Kasten. Dennoch war diese Finalkonstellation alles andere als absehbar.
Schon mehrfach haben die "Let’s Dance"-Juroren betont, wie stark die Konkurrenz in der diesjährigen Staffel sei. Moderator Daniel Hartwich umschrieb die sprichwörtliche "Tür zum Finale" zuletzt sogar als Drehtür, so oft wurden in jeder Folge neue Favoriten ausgerufen.
Zu wenig Zuschauerzuspruch: Favoritin scheidet früh aus
Tatsächlich zeigen auch die Daten, wie nah die angetretenen Promis leistungstechnisch beieinanderliegen. Einige der besten Tänzerinnen und Tänzer sind trotzdem bereits ausgeschieden. Wie so oft bei "Let’s Dance" haben die Zuschaueranrufe für Überraschungen gesorgt.
Besonders denkwürdig war das Ausscheiden von Nadja Benaissa in Show acht. Selbst dem Juror Joachim Llambi stand der Schock im Moment der Verkündung ins Gesicht geschrieben. Die No-Angels-Sängerin hatte schließlich bis dahin eine überdurchschnittlich gute Leistung hingelegt. Nach Jurypunkten lag sie an diesem Tag auf Platz zwei im Ranking. Am Ende musste sie trotzdem gehen, weil sie im Zuschauervoting offensichtlich von anderen überrundet wurde. Die genauen Ergebnisse dazu hält RTL geheim.
Ohne Zuschauerbeteiligung hätte wohl auch Jan Kittmann einen Platz im Finale bekommen, wenn man alle Punktwertungen vergleicht. Die untere Tabelle zeigt, wie die Promis insgesamt in den Paartänzen, die mit bis zu 30 Punkten benotet werden, abgeschnitten haben. Bonus-Punkte für Specials, wie Team-Tänze oder Challenges fließen in die Auswertung nicht ein.
Der Schauspieler startete an der Seite von Profi-Tänzerin Kathrin Menzinger sehr stark in diese Staffel, wurde in der zehnten Show aber vom Publikum abgewählt. Nach Jurypunkten landet Kittmann mit durchschnittlich 25,8 Punkten pro Tanz theoretisch auf Platz drei in der Gesamtwertung. Die ist nur leider vollkommen egal: Dadurch, dass er vor dem Halbfinale ausschied, reicht es in der Staffel nur für den fünften Platz.
Letzte Frau im Final-Trio erbringt die stabilste Leistung
Stattdessen durfte Sänger Milano ins Finale einziehen. Er ist der jüngste Teilnehmer in diesem Jahr und zeigt viel Talent und musikalisches Gespür, besonders in modernen oder schnellen Tänzen. Der Punkteschnitt von 24,4 spiegelt aber wider, wie stark die Bewertung bei ihm schwankt.
Deutlich stabiler zeigt sich die Finalistin Woitschack. Als einzige in dieser Staffel hat sie es zusammen mit Evgeny Vinokurov geschafft, dreimal hintereinander 30 Punkte abzuräumen. Ihrem größten Kontrahenten, dem Sportler Joel Mattli, begegnet sie im Finale nun ziemlich genau auf Augenhöhe, was die Punkte angeht.
Mattli hatte sich zusammen mit Malika Dzumaev schon früh als Favorit in Stellung gebracht, konnte seine Leistung zuletzt aber nicht halten. Bei der Salsa fehlte dem Sportler etwa die Lockerheit im Körper. Und jetzt steht im Finale auch noch ein Quickstepp an - einer der beiden Tänze, in denen er zu Beginn seiner "Let’s Dance"-Laufbahn nur 20 Punkte kassierte.
Zeitreihen zeigen die Entwicklung jedes Einzelnen
Die Aufstellung der Tanznoten in einzelnen Zeitreihen macht deutlich, wie sich die Stars im Laufe der Sendung entwickelt haben. Mit jeder Folge zieht das Niveau an, denn im Idealfall kommen nur die Besseren jeweils eine Runde weiter. Außerdem werden die Stars durch das Training immer routinierter.
Die hellgraue Linie markiert jeweils den Durchschnitt aller Bewertungen in einer Tanzrunde. So erkennt man gleich die Überflieger: Alle drei Finalisten, aber auch Kittmann und Benaissa haben in der Staffel häufig eine bessere Bewertung erhalten als der Durchschnitt. Auch der Entertainer Ross Antony konnte unter der Anleitung von Mariia Maksina bis zuletzt gut mithalten.
Die Finalisten stehen mittlerweile fest. Doch wie man sieht: Es hätten auch andere sein können und es wäre für "Let's Dance" kein Verlust gewesen. Wenn so viele der Kandidatinnen und Kandidaten als plausible Anwärter auf das Finale gelten, muss jeder Abgang überraschen. Denn an der Leistung kann es nicht liegen - und woran sonst, kann keiner wissen.
Dass auch im Finale noch alles möglich ist, hat sich erst letztes Jahr gezeigt: Da gewann überraschend Diego Pooth den Titel "Dancing Star 2025" und siegte über einen gnadenlos guten Fabian Hambüchen, der trotz der vollen Punktzahl am Ende nur Dritter wurde.
Nun kann man sich darüber ärgern, dass Menschen alles richtig machen und trotzdem nicht gewinnen. Andererseits: Es ist nur eine Show. Und wenn es allen Spaß macht, was kann man schon verlieren?