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"Akt des Terrorismus" So reagieren Promis auf Randale in den USA

Die Bilder von der Stürmung des Kapitols durch Anhänger von Noch-US-Präsident Trump sorgen weltweit für Entsetzen. Auch unter den Promis. Nur einige wenige nutzen die Situation wiederum dazu, um bereits die nächste Verschwörungslüge aufzutischen.

Die Bilder vom Kapitolshügel in Washington erinnern an einen Staatsstreich. Und das nicht in irgendeiner Bananenrepublik, sondern in einer der ältesten, größten und wichtigsten Demokratien auf der Welt.

Das Entsetzen über die Geschehnisse in den USA ist dementsprechend groß. Auch zahlreiche Prominente, die dazu nicht schweigen können und wollen, bringen ihren Schock und ihre Empörung in den sozialen Netzwerken zum Ausdruck.

Arnold Schwarzenegger, Ex-Gouverneur von Kalifornien, Intimfeind von Noch-US-Präsident Donald Trump und parteiinterner Kritiker des aus dem Amt scheidenden Republikaners äußerte sich etwa bei Twitter.

Unter anderem retweetete er eine Aussage des republikanischen Senators Lindsey Graham, die dieser bereits im Mai 2016 vor der Wahl Trumps zum Präsidenten getätigt hatte: "Wenn wir Trump nominieren, werden wir zerstört werden … und wir werden es verdienen." Schwarzenegger kommentierte den Spruch nun mit den Worten: "Du hattest so recht, Lindsey."

Schauspielerin Alyssa Milano, unter anderem bekannt aus Serien wie "Wer ist hier der Boss?", "Charmed - Zauberhafte Hexen" oder "Melrose Place", meldete sich ebenfalls vielfach bei Twitter zu Wort. "Dies ist der Versuch eines Staatsstreichs, um einen Reality-TV-Star an der Macht zu halten", spottete sie etwa in einem Tweet.

In einer weiteren Nachricht erinnerte Milano wiederum an einen Tweet, den Trump vor keinem halben Jahr angesichts der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in Portland abgesetzt hatte. In diesem drohte der Präsident "Anarchisten, Agitatoren und Demonstranten", die Gerichtsgebäude oder andere Bundesgebäude angriffen, mit drakonischen Strafen: "Mindestens zehn Jahre Gefängnis."

Auch Schauspielkollegin Mira Sorvino, 1995 für ihre Rolle in "Geliebte Aphrodite" mit dem Oscar ausgezeichnet, zündete bei Twitter ein Feuerwerk des Entsetzens. "Trump ist nun vollends zum verrückten König mutiert und muss abgesetzt werden", forderte sie etwa.

In einem weiteren Tweet wurde Sorvino noch deutlicher. "Trump ist so ein Arschgesicht", schrieb sie da. Und weiter: "Er sendet einen Liebesbrief an bewaffnete, aufrührerische Terroristen. Was für ein gefährlicher, narzisstischer Irrer."

Wenig verwunderlich ist, dass auch Filmemacher Michael Moore in der Diskussion um die Ausschreitungen in Washington kräftig mitmischt. In einem seiner Tweets fordert er deutlich, dass die Ereignisse nicht folgenlos bleiben dürften. "Jeder einzelne dieser Terroristen muss gestellt, verhaftet und vor Gericht gebracht werden. Keine Ausnahmen. Keine Gnade. Wenn diese Vorgänge keine Konsequenzen haben, werden wir mit diesem Terrorismus noch Jahre und Jahrzehnte leben müssen", so Moore.

Auch "Avengers"-Darsteller Mark Ruffalo dringt auf Konsequenzen. Er schloss sich der unter dem Hashtag "Impeach Trump Now" inzwischen vielfach erhobenen Forderung nach einer sofortigen Absetzung des US-Präsidenten an. Zugleich zeigte er sich tief getroffen: "Die Realität und Schande dieses Landes. Jetzt können wir es alle sehen. Der heutige Tag hat gezeigt, wer die wahren Feinde dieser Nation sind."

"Borat"-Darsteller Sacha Baron Cohen schoss sich in seiner Kritik unterdessen auf Facebook und Twitter ein. Diese haben Trumps Konten in den Netzwerken vorübergehend gesperrt. Nicht genug, findet der Comedian: "Trump hat einen Akt des nationalen Terrorismus gegen Amerika angezettelt. Facebook und Twitter haben andere Extremisten permanent gesperrt. Sie müssen Trump permanent sperren. Jetzt!"

Auch Popsängerin Selena Gomez griff in einem Tweet vor allem die sozialen Netzwerke an. "Was heute passiert, kommt heraus, wenn man Menschen mit Hass in ihrem Herzen erlaubt, Plattformen zu nutzen, die dazu genutzt werden sollten, Menschen zusammenzubringen", kommentierte die 28-Jährige. Portale wie Facebook und Twitter, aber auch Menschen wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg persönlich hätten "das amerikanische Volk im Stich gelassen" und sollten nun Verantwortung übernehmen.

Popsängerin Pink machte unterdessen bei Twitter ihrer Wut über die Geschehnisse Luft. "Als US-amerikanische Bürgerin, Tochter von zwei Veteranen und Schwester eines weiteren schäme ich mich für das, was in Washington passiert. Heuchelei, Schande, Scham", platzte es aus ihr heraus. Dies sei ein trauriger Tag für Amerika.

Pink brachte zudem den Gedanken ins Spiel, was wohl passieren würde, wären die Ausschreitungen auf das Konto von Demonstranten der "Black Lives Matter"-Bewegung gegangen. Diese Frage treibt auch viele andere Prominente um, darunter etwa Sängerin Demi Lovato.

Doch so groß der Aufschrei vieler Prominenter auch sein mag, es gibt auch die wenigen, denen selbst die jetzigen Ereignisse nicht die Augen öffnen. Wen zum Beispiel? Na, Michael Wendler. Nur kurz nach seinem unsäglichen KZ-Vergleich mit den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung äußert er sich in einer Instagram-Story zu den Vorgängen in Washington. Hier postete er ein irgendwo aus dem Archiv hervorgekramtes Foto einer Massendemonstration und schrieb dazu, mindestens zwei Millionen Menschen würden in Washington für Trump und gegen Wahlbetrug demonstrieren. Ein weiterer Beleg, dass er offenbar endgültig dem Wahn verfallen ist.

Quelle: ntv.de, vpr