Unterhaltung

Vorwurf: Gewalt und ZwangsarbeitSpanische Justiz stellt Verfahren gegen Julio Iglesias ein

23.01.2026, 20:11 Uhr
00:00 / 03:20
Julio-Iglesias-show-at-London-s-iconic-Royal-Albert-Hall
Der 82-Jährige hatte die Anschuldigungen vehement zurückgewiesen. (Foto: picture alliance / Photoshot)

Auf Karibikinseln soll Schlagersänger Julio Iglesias 2021 sexuelle Übergriffe gegen zwei Frauen begangen haben. Nach einer dreijährigen Recherche wird eine Klage gegen ihn bewusst in Spanien eingereicht. Die Staatsanwaltschaft lehnt den Fall jedoch ab, weil sie sich nicht zuständig sieht.

Die spanische Justiz hat das Ermittlungsverfahren gegen Schlager-Weltstar Julio Iglesias wegen fehlender Zuständigkeit eingestellt. Entsprechende Berichte spanischer Medien bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Nationalen Gerichtshof in Madrid auf Anfrage.

Das Verfahren war eingeleitet worden, nachdem zwei frühere Angestellte Anzeige gegen Iglesias wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe, Gewaltanwendung und Zwangsarbeit erstattet hatten. Beide Frauen waren in den Häusern des Sängers in der Dominikanischen Republik und auf den Bahamas angestellt und hatten von einem "Umfeld ständiger Kontrolle und Belästigung" gesprochen. Der 82 Jahre alte Sänger hatte die Vorwürfe vehement zurückgewiesen und die Einstellung des Verfahrens beantragt.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass die spanischen Gerichte für Fälle außerhalb Spaniens nicht zuständig seien. Daher sei sie nicht befugt, die Voruntersuchung der gemeldeten Ereignisse durchzuführen, schrieb die spanische Zeitung "La Vanguardia". Weder seien die genannten möglichen Straftaten in Spanien begangen worden, noch hätten die Klägerinnen oder der Beschuldigte ihren Wohnsitz im Inland. Die Zuständigkeit liege also bei den jeweiligen Staaten.

Ob sich die beiden Frauen nun an die Justiz in den Ländern richten, in denen die möglichen Straftaten begangen wurden, ist bislang unbekannt. Die Anschuldigungen waren am Dienstag vergangener Woche von der spanischen Digitalzeitung "elDiario.es" und dem spanischsprachigen US-TV-Sender Univisión Noticias nach einer gemeinsamen dreijährigen Recherche veröffentlicht worden. Die mutmaßlichen Taten sollen sich demnach im Jahr 2021 in zwei Villen von Iglesias in Punta Cana in der Dominikanischen Republik sowie in Lyford Cay auf den Bahamas ereignet haben.

Eingereicht hatte die Klage die Organisation Women's Links Worldwide, wie die Zeitung "El País" berichtete. Die NGO für Frauenrechte betonte, dass sie die Klage bewusst in Spanien eingereicht hatte. Grund dafür sei, dass sich das Land im Gegensatz zu der Dominikanischen Republik und den Bahamas infolge internationaler Verträge zum Schutz vor Menschenhandel und geschlechterspezifischer Gewalt verpflichtet und so einen fairen Prozess für die mutmaßlichen Opfer ermögliche.

In den vergangenen Jahren war es um Iglesias still geworden. Der Madrilene lebt seit Langem zurückgezogen in der Karibik. Bereits seit 2019 meidet er öffentliche Auftritte.

Quelle: ntv.de, gri/dpa

Sexueller MissbrauchSexualisierte GewaltDominikanische RepublikBahamasStaatsanwaltschaftSpanien