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"Wer wird Millionär?"Sprachlehrerin für Migranten räumt ab - Mario Basler sei Dank

10.01.2026, 00:03 Uhr
imageVon Nina Jerzy
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Die große Gewinnerin des Abends: Ellen Zarghami. (Foto: RTL)

Günther Jauch kann es kaum fassen. Doch Pensionärin Ellen Zarghami, die Migrantenkinder unterrichtet, ist furchtlos und die Siegerin des "3 Millionen Euro"-Finales. Eine Negativ-Rekordhalterin nutzt ihre zweite Chance hingegen für den nächsten Absturz.

"Die Bedingungen sind jetzt grausam", warnte Günther Jauch noch. Doch die pensionierte Oberstudienrätin Ellen Zarghami nahm die Herausforderung furchtlos an. Vielleicht war ja im großen Finale der "3-Millionen-Euro-Woche" auch Karma auf ihrer Seite. Die Rentnerin hat nach Ausbruch des Ukraine-Krieges geflüchteten Kindern Deutsch beigebracht und hilft mittlerweile auch Migranten aus anderen Ländern bei der Integration. Die Ostfriesin wurde am Freitag nicht nur Siegerin der Herzen, sondern zockte sich auch zum höchsten Gewinn.

Vier Tage lang hatten die Kandidaten bei Jauch um den Einzug in die Endrunde der Spezialwoche von "Wer wird Millionär?" (WWM) gekämpft. Wer wie Zarghami 16.000 Euro gewann, hatte sich gerade eben für das Finale qualifiziert. Für Kandidaten wie sie gab es dann aber von Jauch keine garantierte Gewinnsumme, um das bisher erspielte Geld für die Aussicht auf den Rekordgewinn aufs Spiel zu setzen. "Wir streichen Ihnen Ihren gesamten Gewinn. Kann auch schiefgehen", hatte Jauch die über 70-Jährige noch gewarnt.

Seniorin riskiert alles

Doch Zarghami, die erneut von ihrer Tochter begleitet wurde, wollte es noch einmal wissen - und startete furios. Erst bei der zehnten Frage zog die Lehrerin ihren ersten Joker. Zuvor hatte sie gewusst, dass die Filmmusik zu "Das Boot" von Klaus Doldinger stammt. Ein Kinderspiel war anscheinend auch die Frage, mit der sie sich die 100.000 Euro sicherte.

Zarghami interessiert sich zwar nicht mehr für die Bundesliga. Doch Jauchs Frage fiel genau in ihre fußballbegeisterte Zeit. Der "Wer wird Millionär?"-Moderator wollte wissen, welchem Mittelfeldspieler das Kunststück gelungen war, Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga zu werden: Mario Basler, Andreas Möller, Michael Ballack oder Thomas Häßler?

Zarghami rief wie schon bei ihrem Debüt am Donnerstag ihren Telefonjoker Victor Heinisch an. Der ist zwar erst 39 Jahre alt. Seine richtige Antwort kam dennoch wie aus der Pistole geschossen und ließ keinen Raum für Zweifel: "Mario Basler, 100 Prozent, damals mit Heiko Herrlich, 1995." Das Studiopublikum war umgehend überzeugt und spendete Zwischenapplaus.

Jauch als ehemaliger "Sportstudio"-Moderator wusste natürlich, dass der Telefonjoker richtig gelegen hatte. Er war aber ungläubig, wie jemand, der so jung ist, die Antwort aus dem Ärmel schütteln konnte: "Das kann nicht sein. Das gibt's nicht. Das ist ja 30 Jahre her." Zarghami zögerte nicht, loggte ein und konnte befreit aufatmen. Basler hatte in der Saison 1994/95 für Werder Bremen 20 Tore erzielt.

Höchster Berg der Schweiz?

Die einzige größere Unsicherheit hatte sich die Lehrerin bei der vorherigen Frage für 50.000 Euro geleistet: Welcher berühmte Berg ist nicht die höchste Erhebung seines Landes? Mögliche Antworten: Fuji, Matterhorn, Aconcagua, Ararat. Ihr Zusatzjoker bestätigte die 60-prozentige Tendenz des Publikums, dass es in der Schweiz einen höheren Gipfel als das Matterhorn gibt. Der Herr konnte allerdings nicht sagen, wie dieser Berg heißt. Er lag mit seiner Vermutung allerdings fast goldrichtig, als er auf die rund 4600 Meter "Dafourspitze" am Monte-Rosa-Massiv tippte.

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Günther Jauch staunte nicht schlecht über die Fußballkenntnisse von Zarghamis jungem Telefonjoker. (Foto: RTL)

Zarghami haderte, aber loggte die Antwort schicksalsergeben ein. Jauch machte es spannend. "Dafourspitze ist falsch", jagte er der Seniorin den Angstschweiß auf die Stirn: "Oh mein Gott!" Für die korrekte Antwort - Matterhorn - war das aber unerheblich, denn der höchste Berg der Schweiz ist die Dufourspitze. Eine Runde später zog Zarghami einen rigorosen Schlussstrich. Sie war mit einem Nettogewinn von 84.000 Euro die Siegerin des Finales der "3-Millionen-Euro-Woche". Gleich im Anschluss schlug der Fluch der WWM-Rekordjagd aber erneut bei derselben Kandidatin zu.

Tamara Löchel hatte sich im Pechvogel-Special am Montag für das Finale qualifiziert - und das bereits zum zweiten Mal. Sie war im April 2025 ebenfalls in der "3-Millionen-Euro-Woche" in der Endrunde gescheitert und wurde die erste Kandidatin, die dort auf null Euro herabstürzte. "Machen wir dieses Mal besser", versprach die Vertriebsleiterin aus Köln. Sie behielt recht, aber nur unwesentlich.

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Rutschte auf 500 Euro ab: Tamara Löchel. (Foto: RTL)

Für 10.000 Euro sollte Löchel wissen, zu welcher offiziellen Form des Unesco-Kulturerbes beispielsweise Yoga aus Indien und Capoeira aus Brasilien gehören. Sie legte sich ohne großes Überlegen auf "spirituell" fest. Jauch fragte sogar nach, doch sie blieb dabei: "Ich sage jetzt C , mache die Augen zu und hoffe, dass gleich alle klatschen."

Kandidatin vergeigt zweite Chance

Löchels Vater im Publikum konnte jedoch entsetzt die Hände vors Gesicht schlagen. Der verhaltene Applaus vor der Auflösung bereitet die Kandidatin auf den Absturz vor. Jauch suchte das immaterielle Weltkulturerbe. "Hab' ich den zweiten Senker hingelegt", meinte Löchel. Sie nahm es trotz der zwei verfügbaren Joker gelassen: "Wenigstens etwas. Papa ist traurig."

Mehr Glück hatte die andere Pechvogel-Finalistin, Hilleken Zeineddine. Sie hatte am Montag 32.000 Euro gewonnen und ließ sich von Jauch für eine garantierte zusätzliche Gewinnsumme von 7000 Euro erneut auf den heißen Stuhl locken. Dort erspielte die Hamburgerin in dem Special mit höheren Gewinnstufen 100.000 Euro und ging damit um 75.000 Euro reicher nach Hause.

Zeineddine hatte zum Glück bei der 250.000-Euro-Frage nicht auf ihren Zusatzjoker gehört. Die Zuschauerin tippte darauf, dass laut einer Studie der Uni Zürich am Geburtstag eine um 13,8 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit besteht, ein Kind auf die Welt zu bringen. Zeineddine überzeugte die Argumentation nicht und sie stieg aus. Tatsächlich hatte die Untersuchung ein höheres Geburtstagsrisiko für einen vorzeitigen Tod ergeben. Der Grund war nicht etwa Feierstress, sondern erhöhte Unfallgefahr durch Alkoholkonsum, wie Jauch erklärte.

Seltenes Comeback bei Jauch

Geht es um Prozente, war die wahre Gewinnerin des Finales Anna-Lena Spanier. Sie war am Donnerstag auf 500 Euro abgestürzt und durfte wie die übrigen drei Pechvögel der "3-Millionen-Euro-Woche" noch einmal antreten. Nur sie überstand die Auswahlfrage und ging mit immerhin 10.000 Euro nach Hause. Mehr war für sie nicht drin, da Jauch ihr bei der Gnadenrunde lediglich einen Joker zugestanden hatte.

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Anna-Lena Spanier heimste nach der Pleite vom Vorabend wenigstens 10.000 Euro ein. (Foto: RTL)

Über einen kleinen Aufschlag freute sich zu Beginn der Finalrunde Kevin Kevenhörster aus Bochum. Der Klugscheißer-HNO-Arzt hatte am Mittwoch 16.000 Euro gewonnen und konnte sich im Finale immerhin um 4000 Euro verbessern.

Damit verlängert sich zu Beginn des neuen Jahres die Rekordwartezeit auf den nächsten "Wer wird Millionär?"-Gewinner weiter. "Ich stelle generell ein immer höheres Sicherheitsbedürfnis fest", hat Jauch das im Gespräch mit RTL erklärt. Hätten Kandidaten früher mal "auf den Putz gehauen", würden sie sich heute lieber absichern - obwohl sie vielleicht sogar ziemlich sicher seien, die korrekte Antwort zu kennen: "Dann fehlen die Joker oben."

An den nächsten beiden Montagen haben Kandidaten noch die Chance, mehr Wagemut zu beweisen. Anschließend räumt Jauch das Feld vorerst für die neue Staffel des Dschungelcamps.

Quelle: ntv.de

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